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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Koerfer (Köln) entstammen. Der Aachener ist ein heitererer und beweglichererMenschenschlag, als der Bewohner vom unteren Niederrhein. Auch die AachenerBacksteinarchitektur der beiden Meister Couven im 18. Jahrhundert ist geschmei-diger, als der niederländisch-niederrheinische Backsteinbau. Fahrenkamp ist imGrunde eine beneidenswerte Künstlernatur. Er hatte das große Glück, zur rich-tigen Zeit auf dem Plane zu erscheinen, um ein großes Erbe anzutreten, d. h. dieklare Erkenntnis, die die vorausgegangenen Kampfjahre der neuen Baukunstgezeitigt hatten und deren Erfolge Fahrenkamp mit spielender Leichtigkeit desSchaffens zu nutzen weiß. Die Sachlichkeit der Industrie, die Musikalität Aachens,die Heiterkeit des Rheinländers und ein feines Verständnis für Aachener und nieder-rheinischen Backsteinbau einigen sich in ihm. Er ist in der Selbstverständlichkeitseines Arbeitens und Komponierens fern aller Problematik. In einer DarstellungEmil Fahrenkamp. Ein Ausschnitt seines Schaffens aus den Jahren 19241927"von dem Duisburger Museumsdirektor Dr. August Hoff steht eine treffende Be-merkung:Nicht auf eine besondere kurze Formel oder ein enges Programm ist dasWirken dieses Baumeisters zu bringen. Ursprünglich schöpferische Menschenspotten stets einer solchen Einengung. Man wird vielleicht die unbedingte Konse-quenz vermissen, die die oft ungemein interessanten Problematiker auszeichnet; erist dafür frei von der Gequältheit und Gedanklichkeit ihrer Arbeiten. ... Nachaller Problematik unsererZeit aberfreut man sich an der Selbstverständlichkeit undFülle seiner Formenkraft". Die Lager- und Autohallen der Rheinstahl-Werke inDüsseldorf sind in der Tat von einer solchen virtuosen Selbstverständlichkeit kon-struktiver Sachlichkeit in ansprechende künstlerische Schönheit gekleidet, daßnach allem Vorausgegangenen darüber kein Wort mehr zu verlieren ist (BildS. 154, 155, 157). Ebenso über d<e Massengliederung der Tablettenfabrik in Lever-kusen. Fahrenkamps meiste Arbeiten liegen außerhalb der Rheinlande. Miteinem rheinischen Bau müssen wir uns hier aber noch eingehender beschäftigenwegen der Mißverständnisse, die er bei der Bevölkerung hervorgerufen hatte, demBreidenbacher Hof zu Düsseldorf (Bild S. 159, 161).

Fischer hatte in Gelsenkirchen die Aufgabe, innerhalb einer zusammenhangs-losen Bebauung der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts mit seinem Hans-Sachs-Haus für die zukünftige städtebauliche Gestaltung der Umgebung erst einmaleinen orientierenden baukünstlerischen Mittelpunkt zu schaffen (Bild S. 150, 151).Fahrenkamp dagegen fand auf dem Hindenburgwall zu Düsseldorf einen städte-baulichen Rahmen vor, dem er sich anzupassen hatte, wie ja auch sein mit dem erstenPreise ausgezeichneter Entwurf für den Rathausneubau in Düsseldorf der Erhaltungder Altstadt, ohne große Opfer an alten Bauwerken, gerecht zu werden sucht. DerHindenburgwall, früher Alleestraße geheißen, ist das Werk des um Düsseldorf hoch-verdienten Baumeisters Adolf von Vagedes (| 1846), entstanden auf den seit 1803geschleiften alten Festungswällen. Die neue Straße, breit angelegt, sollte der Mittel-punkt der Stadt werden und gleichzeitig der Hauptverkehrsdurchgang der Über-landstraßen. Vagedes plante daher durch den Hofgarten eine direkte Verbindungzur Münster-Landstraße und über das Gelände des jetzigen Wilhelm-Marx-Hauseseine Verbindung nach Köln. Wie die Stadtverwaltung jüngst im Wilhelm-Marx-