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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Essen Fried. Krupp, A.-G.Hammer Fritz." Erbaut 1859.

wird einem erst klar, was das niederrheinische Industrieland 1907 mit Behrens'Fortgang von Düsseldorf nach Berlin verloren hatte (s. S. 24)! Behrens, der so ver-schiedenerlei Eindrücke der kunstgeschichtlichen Vergangenheit auf sich hattewirken lassen und diese persönlich für seine Zwecke und künstlerische Absichtenumgestaltete, erlebte in der Düsseldorfer Nachbarschaft, in Duisburg und Rhein-hausen, vor allem aber in Essen, das gewaltige Bild der Industrie. 1900 war amEingang zur Kruppschen Fabrik der Bau der VIII. Mechanischen Werkstätte er-standen, Beginn eines monumentalen Industriestils aus Zweck, Material undRhythmus der Arbeit, der in dem Bau Form und Ausdruck gewann (Bild S. 111 a).Das Bauwerk ist ebenso charakteristisch für die Baugesinnung der Firma Krupp,wie Alfred Krupps WohnhausAuf dem Hügel" vom Jahre 1870, das ersteKruppsche Kaufhaus von 1868 (Bild S. 26) und das HammerwerkHammerFritz" von 1859 (Bild S. 110). Auch sonst waren in der Nachbarschaft Essensnoch zahlreiche ältere, wenn auch kleinere Hammer- und Fabrikanlagen, die imAusgleich von Zweckbestimmung und äußerer Form und Anpassung an die Um-gebung den Geschichtsschreiber des Industriebaus interessieren sollten. Aber dieKruppschen Werkstättenbauten, in denen Ingenieur und die Kruppsche Bau-Buch vom Jahre 1928 ist eine wertvolle Ergänzung der Arbeit des verstorbenen Fritz Hoeber von1913 über Behrens. Über 300 ausgezeichnete Bildwiedergaben zeigen, welche erstaunliche künst-lerische Gestaltungskraft noch immer in dem 60jährigen Baukünstler steckt. Cremers' Text dazuist eine feinsinnige Interpretation, knapp und klar die Wesenszüge formuliert und Behrens' bau-künstlerische Bedeutung anschaulich umschrieben. Das ist eine der besten Darstellungen gegen-über den vielen, vielleicht allzuvielen Monographien über lebende und noch in den besten Männer-jahren stehende Architekten, deren weitere Entwicklung und wirkliche Bedeutung man noch garnicht abschätzen kann; nicht selten selbst bezahlte Geschäftsempfehlungen an zukünftige Bau-herren. Cremers' schönes und anregendes Behrens-Buch ist aber durchaus berechtigt durch dieunleugbare große Bedeutung des weiten Lebenswerkes des Meisters. Der unaufdringliche Begleit-text wirkt sympathisch.