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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
Entstehung
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August Biebrichers Gymnasium in Krefeld mit seiner klassizistischen Noteist bedingt durch örtliche Bauüberlieferung der rechteckig angelegten Stadt des18. Jahrhunderts und durch den Bauplatz an der Peripherie der Stadt (Bild S. 90a).Der Bau nimmt die eine Langseite des Moltkeplatzes ein, schiebt Seitenflügel vor,weiß dem Platz mit der Grünanlage und geradlinigem Wasserbassin und dem Stirn-band seines Obergeschosses über den schlichten Backsteinwandpfeilern Haltungzu geben. Reichere Gliederung nur im Mittelbau, der Vorhalle, Treppenhaus,Festsaal und hoch oben Observatorium enthält, und an den Stirnseiten der Seiten-flügel für die einmündenden Straßen. Biebricher hat auch sonst in Arbeiter- undbürgerlichen Wohnbauten eine große Geschicklichkeit in der Behandlung desBacksteinbaus bewiesen (Bild S. 90 b, 91).

Neben diesen einheimisch niederrheinischen Baumeistern zwei eingewanderte,die sich ebenfalls, und jeder persönlich auf seine Art, mit der Wiederbelebungniederrheinischer Backsteinarchitektur beschäftigten, Wilhelm Kreis aus Dresdenund Edmund Körner aus Berlin. Kreis' Bau der Emschergenossenschaft in Essenvom Jahre 1908 ist noch voller dekorativer barocker Einfälle und Gliederungenaus seiner Dresdener Jugendzeit (s. S. 32), ein Überschäumen an Temperamentund Kräfteäußerung (Bild S. 92), aber darin wieder ganz persönlich 1 . Der anpas-sungsfähige Künstler hat in einem späteren monumentalen Backsteinbau, dem

1Moderne Bauformen" XI, S. 153 ff.

Essen.

Verwaltungsgebäude der Emschergenossenschaft. Erbaut 1908. Architekt Wilhelm Kreis.