Druckschrift 
Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

79

Essen Margaretenhöhe.

Partie am Marktplatz mit Gasthaus und Metzgerei. Erbaut 1912,13. Architekt Georg Metzendorf/

Brunnen von Josef Enseling.

der Ökonomie weiß Metzendorf immer neue baukünstlerische Reize persönlicheigener Prägung in die Straßenbilder seiner kleinen Stadt zu zaubern (Bild S. 80 ff.).Die Häuser und Häuserzeilen klar umschriebene Kuben in Umriß, Geschoß- undProfilhöhen zusammenhängend, innerhalb der Flächen ein zwingender Rhythmusder Aufteilung durch die Lage des Hauseinganges und des betonten Treppenhauses.Ecken oder Mitte einer Häuserzeile herausgehoben als Rahmenstücke oder Abschlußeiner einmündenden Straße. Das schlichte Lattenwerk der Gartenzäune und dieVerteilung der Grünanlagen reden auch hier wieder mit als Kompositionsfaktoren.Und ganz selbstverständlich folgt aus der fortschreitenden Erfahrung, die der Bau-meister aus der abschnittsweisen Bebauung seiner Stadt zieht, ein Verfeinern derinneren Gestaltung der einzelnen Wohnungen nach der praktischen Wohnlichkeitund der Hygiene hin. Das muß man an den Grundrißtypen der einzelnen Bau-abschnitte studieren. Was heute Allgemeingut des deutschen Siedlungswesens ist,hat Metzendorf als erster auf der Margaretenhöhe eingeführt, eingebaute Bäder undKachelofenzentralheizung. Der letzte Grundrißtyp wird den Fachmann besondersinteressieren: eine einzige feste Stütze ist der Ausgang der Grundrißaufteilung;aber diese Aufteilung wird nicht gleich festgelegt. Ganz nach den Wohnbedürfnissenwerden um die Stütze verschiebbare Wände aufgestellt. Das hatte schon PeterBehrens in Rücksicht auf die wechselnde Ausnützung mit Erfolg bei dem Büro-haus der Mannesmann-Werke in Düsseldorf ausgedacht (s. S. 23). Auf der Werk-