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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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seinen älteren Siedlungen, sich auf eine schematische Anordnung der Häuser be-schränkt haben. Damit wäre eine höhere künstlerische Form einer einheitlichenGesamtkomposition noch nicht erreicht worden. Sie ist es ja im Grunde auch nochnicht in dem älteren Teil des Altenhofs, wo man mit gewundenen Wegen und male-rischen Dach- und Ecklösungen einen künstlerischen Stimmungsgehalt erstrebte. Damit soll aber an dem Werk des Baumeisters keine abfällige Kritik geübt sein!Im Gegenteil, ich unterschreibe aus voller Überzeugung, was Haux im Jahre 1907in seiner Veröffentlichung überDie Wohnungs-Fürsorge der Firma Krupp" sagt:Für die damalige Zeit waren diese Schöpfungen des Alfredshofs und Altenhofs einegroße Tat, die vielfach Anregungen gegeben und für die ihren Urhebern und Schöp-fern, dem Bauherrn und Baumeister, heute noch Dank gebührt." Wo hätten wirsonst in Deutschland ähnliches in der Zeit 1 ? Daß man am Ausgange des 19. Jahr-hunderts für die ganz neue Bauaufgabe auf Altenhof nach geeigneten Bautypensuchte und daß in den Kruppschen Bauschöpfungen verschiedene Einflüsse sichgeltend machten, ist aus der Zeit heraus begreiflich. So wird man bei den beidenKapellen im Altenhof entfernt erinnert an skandinavische Kirchenbauten (Bild S. 48,51). Friedrich Alfred Krupp, viel gereist und baukünstlerisch in hohem Maße inter-essiert, mag die künstlerische Gestaltung oft beeinflußt haben. Er kannte Englandgut und dort die schlichteren, aber geschickt zueinander gruppierten Typenhäuser.

1 Die Frage bezieht sich auch auf das übrige ausgedehnte Bauschaffen der Firma Krupp inder Zeit von 1892 bis 1900: die Bauten der Kolonie Friedrichshof und noch andere Siedlungenaußerhalb der Rheinlande, die Beamtenhäuser auf dem Hügel, das Kaiserin-Augusta-Viktoria-Erholungsheim im Altenhof, Logierhäuser für unverheiratete Facharbeiter, das KruppschePrivathotelEssener Hof", das Bootshaus an der Ruhr, die Beamtenhäuser an der Bismarck-und Hohenzollernstraße. Man verfolgt bei ihnen, nicht uninteressant, das künstlerische Strebennach Vereinfachen der Formen.

Essen Alfredshof.

Baugruppe O auf Lageplan S. 62. (Vgl. Bild S. 70.) Erbaut um 1910. Baubüro Fried. Krupp, A.-O.

ßaurat Dr. Robert Schmohl.