49
gewonnenen Leiter der Kruppschen Bauverwaltung, Baurat Robert Schmohl,hatte er auch den verständnisvollen und feinsinnigen Formgestalter seiner Plänegefunden. Bis zum Jahre 1914 war man mit dem Ausbau der Kolonie beschäftigt.Man kann an ihr daher die ganze Entwicklung der Kleinhausbaukunst seit Ausgangdes 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Weltkrieges verfolgen, in der grund-rißlichen Anlage, der äußeren Gestaltung und Ausbildung und der städtebaulichenGruppierung (Bild S. 46).
Der älteste Teil des Altenhofs, 1893—1896 entstanden, liegt zwischen dem An-schlußgeleise der Zeche Langenbrahm und der Agathastraße (Bild S. 46). ImMittelpunkt eine quadratische Grünanlage. Von hier führt nordöstlich ein Weg zurkatholischen Kapelle (Bild S. 51), entsprechend nordwestlich ein Weg zur evange-lischen (Bild S. 48). Gleichzeitig mit diesen beiden Gotteshäusern, 1899—1900,begann man mit der Bebauung des Geländes westlich bis zur Ursulastraße. Inbeiden Bauabschnitten handelt es sich um Einzel- oder Doppelwohnhäuser in Gär-ten, einundeinhalb Stockwerk hoch. Das Ganze hat nichts mehr von der gerad-linigen Schematisierung der früheren Kruppschen Kolonien, aber es liegt in derromantisch eingestellten baulichen und städtebaulichen Anschauung der Zeit be-gründet, daß die einzelnen Wohnhäuser für sich noch zu sehr mit Türmchen undbelebter Dachlinie auf malerische Wirkung hinarbeiten. Kapellen und Konsum-anstalt, über die niederigen Wohnhäuser hinauswachsend, sorgen indes für eine ge-wisse städtebauliche Orientierung. Dann folgt nach 1900 die Bebauung des Geländeswestlich der Ursulastraße bis zur Essen-Werdener Landstraße, der Rüttenscheider
Essen — Altenhof.
Konsumanstalt. (Vgl. Bild S. 47.) Erbaut 1910. Baubüro Fried. Krupp, A.-G. Baurat Dr. Robert Schmohl.