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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Köln Warenhaus Tietz.

Erbaut 1913. Architekt Wilhelm Kreis.

Wiederholung durch Kreis' zahlreiche direkte und indirekte Schüler zur Phrasewurde. Schließlich hat auch das Halbgeschoß unter dem Dach an der Haupt-fassade Sinn und künstlerische Absicht. Im Gegensatz zu Messel und Olbrichwollte Kreis einen festen horizontalen Abschluß schaffen, ein zusammenfassendesStirnband durch die ganze Straße. Grundrißlich und in der Beleuchtung ist dieAnlage trotz der Schwierigkeiten des Geländes ganz vortrefflich gelöst in derklaren Übersichtlichkeit. Eine Zurückhaltung in Farbe und Schmuck war nurzum Vorteil der ausgestellten und verkauft werden wollenden Waren, ohne diegroße Halle mit dem Haupttreppenhause in ihrer künstlerischen Wirkung zubeeinträchtigen (Bild S. 35).

Bei demTietzbau in Köln 1 vom Jahre 1913 hat das breite Stirnband geradezubestimmende Bedeutung für den ganzen Bau erhalten, der uns mit einer klassi-zistischen Klarheit anredet (Bild S.36). Es ist nicht uninteressant, Kreis hier selbsteinmal reden zu lassen. Der Elberf eider Bau, sagt er,unterscheidet sich prinzipiell so-wohl von der Messeischen wie auch von der Olbrichschen Art, indem ich davon aus-gehe, dem Hause einen festen Horizontalabschluß zu geben, um dadurch das Hausin Einklang zu bringen mit unserer gesamten übrigen Bauweise, während Messel und

1Das Neue Haus der Firma Leonhard Tietz, A.-G., in Köln." Ernst Wasmuth, A.-G., Berlin.