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Kruppsche Konsumanstalt in^Essen.
Erbaut 1868, erweitert 1874. Erstes deutsches Warenhaus als rationeller Bautyp.
künstlerischen Temperamentunterschiedes. Immerhin aber war Olbrich Schüler undMitarbeiter von Otto Wagner, dem wieder zweck- und materialgerechtes GestaltenGrundsätze baukünstlerischen Schaffens waren. „Jeder neue Stil", schreibt er 1896in seiner ,Modernen Architektur', „ist allmählich aus dem früheren daraus ent-standen, daß neue Konstruktionen, neues Material, neue menschliche Aufgaben undAnschauungen eine Änderung oder Neubildung der bestehenden Formen erfordern."Neue Aufgaben mit neuen Konstruktionen und neuem Material fand Olbrich nachder Darmstädter Ausstellung von 1901 u. a. in dem Entwurf für den Bahnhof zuBasel. Das spielerisch Wienerische der früheren Darmstädter Zeit verlor sich anernsten Zweckaufgaben, erst recht, wenn örtlich die Umgebung nicht mehr Wienoder Österreich, sondern klanglich ganz anders abgestimmt war. Das war für denbegabten Olbrich eine glückliche Schulung; erst recht der Bau des WarenhausesTietz in Düsseldorf durch die neue Bauaufgabe (Bild S.29).
Büro- und Warenhaus, Industrie- und Eisenbauten, Siedlungen bestimmterWohnbedingungen und Zusammenhänge, das waren ja die zeitgemäßen neuen Bau-aufgaben, die aus der sachlichen Beantwortung ihrer Zweckforderungen neue archi-tektonische Formtypen schufen, an erster Stelle das Warenhaus. Unter der Herr-schaft der historischen Baukunst hat man im 19. Jahrhundert nicht zum Bekenntnisseiner Nutzform gelangen können. In das Fassadenschema des großen Wohnhauseswurden in die unteren Stockwerke große Fensteröffnungen eingebrochen. Dabeihatte Schinkel schon 1827 (!) aus der klaren Erkenntnis der Zweckforderungen einersolchen Bauaufgabe einen in seiner Sachlichkeit überzeugenden „Entwurf" für ein