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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Bauaufgabe, Zentrale eines Industrieweltunternehmens, einem einhämmert. DasZusammenfassen von Geschossen, die trennenden Horizontalbänder, die Verschie-denheit der Fensterformen in den einzelnen Geschossen, alles hat Sinn als rhyth-mischen Vortrag einer sachlichen Lösung. Die mißverstandene, weil klassizistischnichtstilechte", geringe Plastik der Profile gibt Maßstab der monumentalenWirkung; besonders die Wirkung des Portales: das Verhältnis von Mensch zurTür, von Tür zum inneren und äußeren Portalrahmen, die formale Bindung vonReliefplastik über dem Portal zur Tür, schließlich das Verhältnis des äußerenPortalrahmens zur Fassade, zweigeschossig hoch der Rahmen. Die Wirkung desPortals liegt, abgesehen von den glücklichen Maßstabverhältnissen, letzten Endesin der klugen Ökonomie dekorativer Mittel am Bau. Relativität der Wirkungeines Kunstwerkes! Ist es ein Vorwurf, wenn man hier nachweist, daß die hollän-dischen, niederrheinischen und münsterischen Baumeister des 18. Jahrhundertsschon auf eine gleiche Wirkung hingearbeitet haben?

Nur vier Jahre war Behrens in Düsseldorf. Dann berief die A.E.G. den wege-weisenden Meister nach Berlin. Das war für Düsseldorf und den industriellenNiederrhein ein gar nicht abzuschätzender Verlust! Behrens schuf für die A.E.G.Fabrikbauten, Kunstdenkmäler in ihrer durch Rhythmus gebändigten Sachlich-keit. Ganz vergessen blieb Behrens aber nicht in Düsseldorf. Er hatte in den vierJahren unter seinen Schülern eine Gefolgschaft herangezogen, die seine weitereTätigkeit mit innerster Anteilnahme verfolgte; dazu gehörte auch seine auf-klärende Tätigkeit als Schriftsteller und Kongreßredner 1 .Vereinigung Ring"nannte sich der gesellschaftliche Zusammenschluß der Düsseldorfer Behrens-Schüler.Sie unterhielt freundschaftliche Beziehungen mit gleichgerichteten künstlerischenStrömungen in Holland; sie lud führende Männer moderner Kunsteinstellung ausHolland, Österreich und Deutschland ein zu aufklärenden Vorträgen; sie hatte eineeigene, ernst gefaßte Zeitschrift,gedruckt in Düsseldorf und Amsterdam". J. L.Lauwericks war der Schriftleiter.Die Zeitschrift ,Ring', herausgegeben von derVereinigung Ring, Düsseldorf, soll junge Bestrebungen künstlerischer Kulturunterstützen und Bahnen und Ziele klärender und bestimmender zeigen undfördern." Das war eine hoffnungsvolle Zeit in Düsseldorf, der ich mich immergerne erinnere! Aber Stadt, Gesellschaft, Künstlerschaft und Kunstakademiewußten nichts davon! Ein Mann von der Bedeutung eines Schöpfers der Börsein Amsterdam, Petrus Hendrik Berlage, dann Wilhelm Kreis, der BildhauerRudolf Bosselt, Wilhelm Niemeyer u. a. hielten imRing" öffentlich angezeigteVorträge nur vor jungen Architekten und jungen Kunstgewerben und derenjungen Freunden, die hungerig waren nach künstlerischer Erkenntnis. ImMalkasten" mußten währenddessen verschiedentlich die umgeworfenen Kegelwieder aufgestellt werden. Alle Neune!Aus Anlaß dieses freudigenEreig nis ses. Aus Anlaß dieses ..."

1 Vgl. die Zusammenstellung der Reden und Schriften bei Fritz Hoeber und Paul JosephCremers a. a. O.