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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Figuren, ebenso diese Turmkörper und ihre Portale und oberen Öffnungen. Mankönnte nun erwidern, das mag alles stimmen für klassische griechische Kunst undklassizistische Baukunst zu Beginn des 19. Jahrhunderts oder Bauwerke der italieni-schen Renaissance. AberThiersch weist ähnliches nach bei der mittelalterlichen Bau-kunst des Morgen- und Abendlandes und der deutschen Renaissance, und nicht alleinin der Fassade, sondern auch im Grundriß und Innenraum und deren Bogen- undSäulenstellungen und Wandaufteilung 1 .Wirfinden durchdieBetrachtungdergelun-genstenWerke allerZeiten, daß in jedem Bauwerk eine Grundform sich wiederholt, daßdie einzelnen Teile in Form und Anordnung ähnliche Figuren bilden". Das bezieht sichnun nicht nur auf die stehenden rechteckigen Portal- und Fensterformen, die in der ge-schichtlichen Baukunst meist die Aufteilung einer Fassade bestimmen, sondern auchauf neuzeitliche Formen der breit gelagerten Fensteranlagen (Bild S. 19, 20). DieGrundform an sich ist ganz gleichgültig.Es gibt unendlich viele verschiedene Fi-guren oder Grundformen, die an sich weder schön noch häßlich genannt werdenkönnen. Die Harmonie entsteht erst durch Wiederholung der Hauptfigur des Werkesin seinen Unterabteilungen." Unter Unterabteilungen muß auch der An-, Aus- oderVorbau verstanden werden.Ein dem Hauptkörper aufgesetzter, sowie ein von ihmvorgesetzter Gebäudeteil muß mit jenem in den Proportionen übereinstimmen."Nun ist es interessant zu sehen, daß diese Dinge sich nicht etwa nur auf Baukunst,Plastik und dekorative Malerei beziehen, sondern auchauf unsere Kleidung. Warumsteht nicht allen Männern ein Monokel im Auge? Warum gehört zum Bubikopf

1 Ein mittelalterliches Musterbeispiel bei uns am Rhein wäre die Apostelkirche zu Köln. Überdie Proportionsverhältnisse der Kirche vgl. Richard Klapheck,Eine Kunstreise auf demRhein", 2. Band,Niederrhein", S. 112115.

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Le Corbusier und Pierre Jeanneret.

Proportionsschema zum Hause Ozenfant. 1923.