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Mannesmann-Verwaltungsgebäude in Düsseldorf von Peter Behrens.
Erbaut 1912. — Vgl. Bild S. 15.
Kölner Ausstellung 1906 und der Pavillon der Delmenhorster Anker-Linoleum-Werke auf der Dritten Kunstgewerbe-Ausstellung in Dresden im selben Jahre. Ja,selbst 1912 sagte man bei der Deutschen Botschaft in Petersburg: mißverstandenerKlassizismus, aber auch anerkennend nach der tektonischen Seite hin, daß Behernssich mausere. Karl Ernst Osthaus in Hagen i. W. verstand ihn tiefer. Behrensbaute in der Gartenstadt Eppendorf bei Hagen die Wohnhäuser Schroeder undCuno. — Düsseldorf gab ihm dagegen nur den Auftrag zum Entwurf der Ausstattungdes Lesesaales der Stadt- und Landesbibliothek! Erst mehrere Jahre nach seinemAbschied von Düsseldorf erhielt er hier einen monumentalen Auftrag, das 1912 voll-endete Verwaltungsgebäude der Mannesmann-Werke an der Rheinfront.(Bild S. 17 u. 15). Der Bau war nuh mit „mißverstandenem Klassizismus" nicht ab-zutun! Der Bau gab der Rheinfront ein ganz neues Gesicht und enthüllte gleichzeitigdie ganze Nachbarschaft der kurz vorausgegangenen Jahre in ihrer städtebaulichenund baukünstlerischen Kümmerlichkeit.
Aber mit dem „Klassizismus", das stimmt doch wohl? So wäre der Bau amAusgange eines historisierenden Jahrhunderts der Anfang einer neuen Wieder-holung gewesen? Darauf gibt Wilhelm Niemeyer schon im Jahre 1907 bei der Be-trachtung von Behrens' Arbeiten auf der Dresdener und Kölner Ausstellung einetreffend kluge Antwort und zugleich eine geistreiche Interpretation BehrensscherKunstmission: „In einer Denkarbeit, die künstlerische Zielenergie und begrifflicheKlarheit eint, gewann er seiner Kunst Ausgang aus der Wirrung der Zeit, indem ermit intuitivem Blick die reinen Elementarwerte des Architektonischen, die zeit-