von Anfang an fortschrittlich immer mehr die Aufgaben des Heimatschutzes imSinne der Besserung unserer heimischen Bauweise gegenüber den Forderungen derDenkmalpflege. Bredt schrieb über „Das Bergische Bürgerhaus" (I. 2) und „Daspreußische Gesetz gegen die Verunstaltung von Ortschaften" (I. 3), A. v. Behr über„Das Fachwerkhaus am Rhein und an der Mosel" (I. 3). Am 17. Dezember 1908fand auf Veranlassung des Vereins in Bonn die große Aussprache statt über „Herbei-führung einer besseren Bauweise in Stadt und Land" (III. 1). Es war wichtig, daßhier neben kunstgeschichtlich vorgebildeten Vertretern der Denkmalpflege undjuristischen Verwaltungsbeamten auch die Vertreter der Architektenverbände undder Baupraxis zu Worte kamen: Architekten- und Ingenieur-Verein, Bund DeutscherArchitekten, Verein zur Förderung des Arbeiterwohnungswesens, Bund Heimat-schutz, Technische Hochschulen und Kunstgewerbe- und Baugewerksschulen. Diefolgenden Veröffentlichungen unserer Zeitschrift bewegten sich in gleicher Rich-tung: „Industriebauten" (IV. 1), „Elberfeld" (IV. 2), „Moderne Bauten und Ent-würfe, Fassadenentwürfe in Bergischer Bauart" (V. 2), „Vom Niederrhein" (VI. 3),„Museen und Ladenbauten" (VII.i2), „Brücken, Backsteingebäude, Prunkgeräteund Gartenbauten" (VIII. 1), „Kölns neue Entwicklung" (VIII. 2).
Wenn hier ein neuer und zwar zusammenhängender Übersichtsbericht der neuenBauentwicklung in den Rheinlanden vorgelegt wird, so ist das nicht allein be-gründet in unserem zwanzigjährigen Vereinsjubiläum. Der Bericht entspricht demWunsche unserer Mitglieder, seitdem auf der Generalversammlung unseres Vereinsim Juli 1928 in Essen der Ruhrsiedlungsbeigeordnete Oberregierungsrat Dr.Rappaport in seinem Vortrage „Stiefkinder der Denkmalpflege" die Frage auf-geworfen hatte, inwieweit die Monumentalgebilde der Industrie nicht auch unterden „Denkmalbegriff" fallen, und wir unter sachverständiger Führung das vor-bildliche Siedlungswerk der Stadt Essen — Heimatschutz in höchstem Sinne — anOrt und Stelle bewundern lernten und ich meinen Bericht über „Heimatschutzund Neue Baukunst" erstatten durfte. Meine hier wiedergegebenen Darlegungenholen etwas weiter aus, gehen zurück bis zur Jahrhundertwende. Doch das ist nötigfür den Zusammenhang. Die Zeit der Jahrhundertwende ist tatsächlich ein Wende-punkt in der Geschichte unserer Bau- und Wohnkultur. Um dafür nur einigeDaten anzuführen:
1893 erschienen Adolf Hildebrandts „Problem der Form" und Aloys Riegls „Stil-fragen".1896 Otto Wagners „Moderne Architektur".
1899 begründete Ernst Ludwig von Hessen die „Darmstädter Künstler-Kolonie".
1900 Die Pariser Weltausstellung. Erster Tag für Denkmalpflege. Hermann Mu-thesius' Bücher „Die Englische Baukunst der Gegenwart" und „Architek-tonische Zeitbetrachtungen".
1901 Aloys Riegls „Spätrömische Kunstindustrie" und Henry van de Veldes „DieRenaissance im Modernen Kunstgewerbe" — Erste Ausstellung der Darm-städter Künstler-Kolonie „Ein Dokument Deutscher Kunst".
1902 Hermann Muthesius' „Stilarchitektur und Baukunst" und Paul Schultze-Naumburgs „Kulturarbeiten".