Hisperica famina und Verwandtes.
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Nachr. 1895, 120. 135, und besonders F. J. H. Jenkinson, The Hesperica famina editedwith a short introduction and index verborum (Cambridge Univ. Press 1908) S. 1—49; dieseAusgabe verzeichnet die beigesetzten Glossen und gibt ein vollständiges Wörterverzeichnis,sowie p. XVI ein Verzeichnis der vermiedenen Wörter. Kritik und Erklärung: P. Geyer,Arch. f. lat. Lexikogr. 2,255 Thurneysen ib. 3, 546. H.Zimmer, Nennius vindicatusS. 291 und Gott. Nachr. 1895, S. 117 und besonders S. 158—161. Zu Lios Monocus s. vonWinterfeld, PL 4,276 f.
Hymnus lorica. In der irischen Hs. Lebor Brecc (Leabhar Breac,Dublin 1876, S. 241, s. Zimmer, Nenn. vind. S. 301) hat der Hymnus dieVorrede Gillus hatte loricam fecit ad detnones exjpeüendos eos qui adversaveruntUli . . . Laifdjcend mac Buith bannaig inventutn (so Zimmer S. 305, dieHs. hat venu) ab eo in insolam Hiberniam transtulit et portavit super altaresaneti Patricii episcopi savos {salvos?) nos facere. Im Hymnus heißt esVs. 5 (Zimmer S. 337) Ut non secum trahat me mortalitas huius anni nequetnundi vanitas. Dagegen hat Colon. CVI s. IX .f. 62 die Unterschrift Explicithymnus quem lathacan scotigena fecit (s. Zimmer S. 340) und eine weitereHs. Veron. LXVHI (Reifferscheid, Bibl. patr. Ital. 1,10) hat ebenfalls Ladeinisapientis. Diese Schwierigkeit hat Zimmer (S. 301—307) zu beseitigengesucht, indem er nachwies, daß die mortalitas nur diejenige des Jahres 547 f.gewesen sein kann, und daß Gildas und nicht Laidcen der Verfasser war. 1 ) —Der Hymnus besteht aus zwei ungleichen Teilen. Vs. 1—28 ruft der Dichterdie Dreieinigkeit in einem Gebet zu Hilfe und Vs. 29—86 erbittet er denSchutz Gottes für alle Glieder und Teile seines Körpers, die er allerdingsohne im einzelnen die rechte Reihenfolge innezuhalten, mit großer Voll-ständigkeit und Sorglichkeit aufführt. 2 ) Am Schlüsse Vs. 87—92 gibt derDichter einen Ausblick in die Zukunft. Das Gedicht ist insofern wichtig,als es in seiner Ausdrucksweise vielfache Berührung mit der seltsamenLatinität der Hisp. famina zeigt, vgl. Zimmer S. 300f. 8 ) Das Entstehungs-gebiet, das südwestliche Britannien, gehört sowohl dem Hymnus wie denHisp. famina an, und es ist kein Zweifel, daß beide Schriften auch dergleichen Umgebung angehören. Verfaßt ist der Hymnus, bevor Gildas seineHeimat verließ und nach Gallien übersiedelte, im Jahre 547; viel späterhat ihn der Ire Laidcen nach Irland gebracht. Was die Form des Gedichtsanlangt, so besteht es aus 92 trochäisch gebauten Rhythmen von elf Silben,wie auch in dem kurzen Vorwort (Zimmer, Nenn. vind. S. 337) steht 4 ) Metrumundecaisillabum quod bracicatalectioti dicitur, quod undecem siüabis eonstat.Wesentlich ist der Reim, der je zwei oder vier 5 ) Verse am Ende verbindet,so daß das Gedicht distichische Anlage zeigt; er ist zwei- bis viersilbig,aber nicht immer rein.
Über die Hss. s. oben. Ausgaben: Mone. Lat. Hymnen d. Mittelalters 1,367. Wh.Stockes, Irish glosses S. 136. Zimmer, Nenn. vind. S. 337. Bernard and Atkinson,The Irish Liber Hymnorum 1, 206. Jenkinson p. 51—54.
] ) M. Roger a a O. S. 251 erhebt aller-dings Bedenken gegen die Richtigkeit derSchlußfolge von Zimmer, ebenso R. Thur-neysen. Ztschr. f. deutsche Phil. 28,112.
3 \ Zimmer S. 300 macht hierzu aufIsid. Et. 10, 1 aufmerksam. — Vs. 79 teyepilosatque membra reliqua quorum forte prae-terivi nomina.
3 ) Die vielfältigen Anklänge von Gildas'Sprache an die Hisp. famina s. bei ZimmerS. 314 ff.
4 ) Danach scheinen die mehrsilbigenVerse 34—36 im Colon, nicht richtig über-liefert zu sein.
5 ) Vs. 7—10. 19—22. 23—26. 29-32.41 -44. 55 —60 sogar hexastichisch. 87—90.