158 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
tham, A 128 quo hispericum reguloso fctu violatur euloigium . . . quo italicum lecti faminissauclant obrizum; vgl. A 57 quod si amplo temporalis aevi stadio ausonica nie alliyassetcatena; hierzu Lux. Pr. fol. 2a, 12 (Jenkinson p. 25 B. 67) nam strictus romanl tenoris niesepfricat nexus. 1 ) Ausfälle auf das Latein der Iren: A 274 Ob hoc scottigenum haud cripi-tundo eulogium, in der Rezension ß (Gott. Nachr. S. 122 = Jenkinson B 68 p. 25) Neescotigenum aperto foreipe pompo serienr. ferner A298f. p. 10 farriosas semiosis motibuseorrosimüs crustellas quibus Uta scottlgeni pululavit conditura dei. Mai (Ciass. auet. Vp. XLVIIIf.) und Stowasser (Incerti auctoris Hisperlca famina denuo ed. et expl. Wien 1887p. 3) waren durch diese Worte versucht worden, das Werk für irisch zu halten;-) daß aberdie Schottenmönche damit gar nichts zu tun haben, erwies Zimmer, Nenn. vind. 298 f.,305 und Gott. Nachr. S. 163 ff. Das erste Luxemburger Fragment (Ms. Luxemb. 89, Doppel-blatt 3 und 4) wurde zuerst gedruckt von Mone, Die gallische Sprache und ihre Brauchbar-keit S. 76 f., ferner von J. Rhys. Rev. Celt. 1, 348 ff, und von Stowasser, WienerStud. 9, 311—314. 319, vgl. Rhys, Rev. Celt. 13,248 ff. Auf ein zweites Fragment ausLuxemburg (Doppelblatt 1 und 2) machte H. Bradshaw (Collected. papers of H. Br.(Cambr. 1888) S. 467 ff.) aufmerksam, während auf Fragmente im Paris. 11411 f., 99—102J. Loth (Rev. Celt. 5,469) zuerst hinwies. H. Zimmer (Gott. Nachr, 1895 S. 118) erkanntezuerst, daß diese Fragmente mit Ausnahme von f. 102 und 101 ursprünglich derselben Hs.angehörten und daß diese Hs. im Kloster Echternach lag; geschrieben sind sie s. IX ersteHälfte (S. 119). Die Fragmente wurden ebenfalls von Zimmer S. 120 zuerst eingeordnet;danach gehörte das Doppelblatt 100/99 3 ) im Paris, ehedem zwischen das Doppelblatt 3/4der Luxemb. Fragmente. Jedoch stammen Paris. 11411 f. 102 und 101 aus einer Hs. vonSt. Victor in Paris, wie L. Delislo bezeugt hat. s. Jenkinson p. XXXV; auch diese beidenBlätter gehören, wie die Echternacher, der Mitte von s. IX an. Sie dienen dazu, eineLücke der alten Echternacher Hs. von Fragm. Luxemburg, Bl. 3a Zeile 17 auszufüllen(= Hisp. fam. c. 15— 21 im Vat). Diese Fragmente sind sämtlich gedruckt von Zimmer,Gott. Nachr. 120—128 und 135 —144. sowie von Jenkinson p.23—49. Die LuxemburgerFragmente ergaben (Stowasser, Wien. Stud. 9,309 ff. und Zimmer, Nachr. S. 130 f.), daßhier eine von der Ueberlieferung im Vat. abweichende Rezension und in den Glossen vonfol. 4 ein Zeugnis für eine dritte Rezension des Textes vorliegt; die Proben gab ZimmerS. 131 f., der S. 133 f. und 149 f. die Lücke im Fr. Lux. f. 3a als durch Paris, f. 102/101 ge-decktnachweist. Aus Zimmers Zusammenstellung S. 152 geht hervor, daß von dem ganzenWerkchen des Vat. etwa zwölf Kapitel sich auch in einer von den zwei andern Rezensionenfinden und daß vier Kapitel (1 — 3. 14) von allen drei Rezensionen überliefert werden. Weiterist die Beobachtung Zimmers (Nachr. S. 153). wichtig, daß die Form der Abfassung inKolen, die schon früher beobachtet worden war (s. P. Geyer, Arch. f. lat. Lexikogr. 2,257;Stowasser, Hisp. fam. S. 17; besonders W. Hartel, Zeitschr. f. österr. Gymn. 1888,471) inallen drei Rezensionen wiederkehrt und daß jedes Kolonende mit einer Cäsflr 4 ) im Kolonreimt oder assoniert; diese Kolen machen den Eindruck freigebauter Hexameter 5 ) oder andrerVerse. Ueber die Entstehungsweise s. Zimmer, Nachr. S. 155, der es für wahrscheinlichhält, daß das Latein dieses Werkchens in der Rhetorenschule Ututs. des Lehrers von Gildas, 6 )gepflegt wurde (Nenn. vind. S. 308. 325 ff.. Nachr. S. 155). Die Hs. der Hisp. fam. Vat. reg. 81stammt nach Zimmer aus Fleury, 7 ) wohin viele Hss. aus der Bretagne gekommen sind(Nachr. S. 162); allerdings glaubt Zimmer (S. 163) nur an Abschrift einer Hs. aus derBretagne, 6 ) da der Vat. keine bretonische Glosse enthält. Nach alledem ist das Ursprungsgebietdes sonderbaren Schriftchens noch keineswegs ganz sichergestellt, auch wenn man es mitden weiter unten zu behandelnden ähnlichen Werken vergleicht. Haupths. ist Vatic. reg. 81s. IX ex. bis X in., Nachvergleichung durch H. M. Bannister bei Jenkinson p. XXVIII ff.Ausgaben: Mai, Class. auet. V, 479—500. Stowasser. Wiener Studien 9,311 undIncerti auctoris Hisperica famina denuo ed. et expl. Vindob. 1887. H. Zimmer, Gott.
') Roger a. a O. S.251 ist mit dieserErklärung nicht ganz einverstanden, des-gleichen Thurneysen, Ztschr. f. deutschePhilol. 28,110 f.
■) An diesem Ursprung scheintM. Rogera. a. O. S. 254 festhalten zu wollen, was ichaber nicht für berechtigt halte. Auch mitdem 6. Jahrh. als Entstehungszeit ist er nichtnanz einverstanden, s. S. 255 f.
3 ) Der fol. 99 r 7 (S. 137) genannte Apol-logius ist selbstverständlich Apuleius, s. S. 147n. 2; die spera Apulei oder Apollei findet sichöfters angeführt (z. B. Canterbury bei Ed-
wards, Mem. of libr.1,162, 210; Monte Cas-sino Bibl. Casin. I, LXXXV).
4 ) Sie ist im Druck bei Jenkinsongekennzeichnet worden.
5 ) Ueber daktylischen Satzausgang s.Zimmer, Nenn. vind. S. 313 f.
°) Berührung mit der Sprache von Gil-das s. ed. Jenkinson p. XX f.
7 ) Sicher ist das nicht, s. Jenkinsonp. XXIV.
8 ) Es wäre möglich, daß die Hs. im altenKatalog von s. XI (B. 62,5) mit der Bezeich-nung Über anticorum vermerkt wäre.