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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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160 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Abecedar von St. Omer. Im Cantabrig. Gg. 5. 35 s. XI und in derHs. von St. Omer 666 (aus St. Bertin)*) s. X steht ein abecedarischer Hymnusvon zweiundzwanzig Strophen zu drei Versen von durchaus kirchlichemInhalt. Unter den zahlreich übergeschriebenen Glossen das Gedichtenthält ungemein viel griechische, aber auch hebräische Wörter, so daßes einen äußerst gesuchten Eindruck macht befinden sich auch britan-nische Wörter (s. Zimmer, Nenn. vind. 309; Thurneysen, Zeitschr. f. deutschePhil. 28, 112 und Rev. celt. 11, 89f.), die den Ursprung dieses Denkmalsauf das südwestbritannische Sprachgebiet verweisen und als Entstehungs-zeit das 6.7. Jahrhundert ergeben (Zimmer S. 310 f.). Der Verfasser mußeinige Kenntnisse im Griechischen gehabt haben, aber besonders wichtigist die nahe Verwandtschaft seiner Sprache mit der der Hisperica famina,s. Stowasser, Stolones latini (Vindob. 1889) p. IV f., der p. IXXVII auf dieenge Berührung mit biblischem Ausdruck aufmerksam macht. Das Gedichtgehört also wohl in die örtliche und zeitliche Umgebung des Gildas inseiner britannischen Heimat. Ausgaben: Bethmann, Zeitschr.f.d. Altert. 5,207.Stowasser. Stolones latini p. VI. Thurneysen, Rev. celt. 11. 86. Jenkinsonp. 61-64.

Rubisca. Im Cantabrig. Gg. 5. 35 s. XI f. 419b steht ein weiteresabecedarisches Gedicht vor Adelphus adelpha. Es besteht aus sechsund-neunzig jambischen Zehnsilbern mit häufigem Taktwechsel und durch-geführtem, oft zweisilbigem Reim. Es stellt ein Gebet an Gott dar, istaber wegen der überreichen Menge von Fremdworten griechischer 2 ) (undhebräischer) 3 ) Abkunft, die meist stark korrumpiert erscheinen, beinahe un-verständlich. Benutzung der römischen Grammatiker erweisen Formen wie7 mis und 12 tis, sowie der Ausdruck 15 aiüris musarum . . . pauperem (vgl.Servius de centum metris bei Keil, GL. 4, 458, 24; wiederkehrend bei Ald-helm p. 273, 16 ed. Giles). Auf den Verfasser zeigt vielleicht Vs. 78 derName Olimbrianus. Ausgabe bei Jenkinson p. 55 ff., vgl. p. XXIII.

18. Das Antiphonar von Bangor.

Der Ambros. C 10 s. VII aus Bobbio, der in den alten Katalogen 4 )des Klosters nicht mehr zu erkennen ist, enthält das jedenfalls von einemIren aus der Heimat nach Bobbio 6 ) mitgebrachte Antiphonar des irischenKlosters Bangor oder Benchuir, ß ) dessen erster Abt Comgall oder ComgillColumbans Lehrer war. Aus dieser persönlichen Verbindung erklärt essich jedenfalls, daß das Antiphonar in die Stiftung Columbans gelangt ist.

] ) Im alten Katalog aus s. XII (Becker erscheinen.N. 77) wird die Hs. wohl nur ganz kurz unter ; ) Ueber den Bobbieser Ursprung s.

132 ff. Iuvenci libri III erwähnt.

'-) So 85 Xristl toi Iesn to tlteon pate-ronon einon kai to theon kikhes katholessarcos soteron pneuma agion pantecrato.

3 ) So 39 hirupihin. 44. ainis. 93 zahl.

4 ) In dem älteren (B. 32) werden N. 555.

Muratori. Anecdota 4,122.

6 ) Ueber die außerordentlich große An-zahl der Mönche in Bangor (mindestens 2100)s.Beda,Hist.eccl.2,2(ed.Plummer 1,84).Die Hs. des Antiphonais gehört in die Zeitvon 680691 und erscheint in ihrem Aeußeren

597. 648 drei Antiphonare erwähnt, die in sehr ähnlich der Schaffhausener Hs. der Vitadem von 1461 (ed. A. Peyron, Cic. orat. S. Columbae s V1I1, s. Adamnani vita S.fragm. inedita p. 47 f.) wohl als N. 1.2 und [3 , Columbae ed. by J. T. Fowler p. VIII.