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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Hisperica famina und Verwandtes. \ 57

so leicht mit Mai, Stowasser und Jenkinson 1 ) irischen Ursprung anzunehmenvermag. Zu der von Mai zuerst veröffentlichten Schrift haben sich nunmehrere zugehörige Fragmente in Luxemburg und Paris gefunden, auchsind weitere Zeugnisse für diese unnatürliche britische Latinität, nämlicheinige Gedichte entdeckt worden. Die Auffindung dieser neuen Probenhat nun zu äußerst gründlichen, wiederholten Untersuchungen des gesamtenStoffes durch H. Zimmer und dann durch Jenkinson geführt, und diesenbeiden Gelehrten ist die Aufhellung fast aller der Schwierigkeiten zu ver-danken, welche jenes sachlich so unbedeutende, aber sprachlich so rätsel-hafte Werk den Forschern bereitete. Die neu entdeckten Reste sind nämlichkeineswegs identisch mit dem bereits gedruckten Texte, sondern Zimmerwies überzeugend nach, daß mindestens drei (vielleicht sogar vier) Be-arbeitungen desselben Themas vorliegen. Für diese seltsame Tatsache gaber aber auch deren einfachste Erklärung in folgendem. In dem Entstehungs-kloster denn da viele Wörter nur im Gebrauch der lateinischen Bibelüber-setzung verwendet werden und mancherlei Lehnwörter aus dem Hebräischenerscheinen, so muß das Werk aus geistlicher Feder stammen wurde aneine Anzahl Schüler das gleiche Thema ausgegeben, die es mit ungefährgleichen Mitteln verschieden bearbeiteten. Auch die Mittel lassen sich nocherkennen, denn durch die späteren Funde ist sichergestellt, daß die Be-arbeitungen mit Hilfe eines Glossars geschahen, das den nötigen Vorratan seltenen, teilweise abstrus gebildeten Wörtern lieferte. Teile diesesGlossars sind nämlich entdeckt worden, und es kann außerdem als sichergelten, daß die Verfasser der oben erwähnten Gedichte entweder eben-falls Einsicht in dieses Glossar genommen haben, da sich ihre höchstsonderbare Sprache zweifelsohne mit der des Glossars und der Hisp.famina berührt, oder daß sie, was mir wahrscheinlicher dünkt, dem gleichenBildungskrelse wie der Verfasser der Hisperica famina entstammen. Im9. Jahrhundert sind die Famina von dem Briten Lios Monocus gekanntworden.

Zeugnisse usw. Ueber die verschiedenen Möglichkeiten in Bezug auf die Oertlich-keit der Abfassung s. H. Zimmer, Nennius vindicatus S. 294297. Nachweis der Südwest-britannischen Entstehung und der Zeit daselbst S. 305309, und Göttinger Nachr. 1895 S. 163.Dagegen vermutet Thurneysen (Ztschr. f. deutsche Piniol. 28,111) für das ganze Werkirische Abstammung, desgleichen Bradshaw und Jenkinson, s. ed. Jenkinson p. X f.(ich zitiere nach dieser Ausgabe). Mit den Worten A 116 f. (ed. Jenkinson p. 5) Bis senosexploro vechros qui ausonicam lacerant palatham vgl. Virgil. Maro ed. Huemer p. 5,17 ff.und p. 88,21 ff. Ueber die Gleichheit der Komposition mit der von Goetz, Corp. Gloss.lat. 3, 117 343 herausgegebenen Rezension der Hermen. Pseudodositheana s. Zimmer,Gott. Nachr. 1895 S. 156 ff. Nahe Berührung des Lateins' 3 ) mit Martianus Capella s. Zimmer,Nenn. vind. 330 ff. (Adjektiva auf eus, Verba auf icare, Gleichstellung der Adjektiva auf fer,ger und genns mit den nicht durch diese Suffixe erweiterten) und Nachr. S. 157, 165. Ueberdie einzelnen Teile des Werkes s. Zimmer, Nenn. vind. S. 291 und Nachr. S. 155 f. 3 ) Lob dereigenen Sprache A 273 ed. Jenkinson p. 10 A T o» (norm) ausoniea me subligat catena? Obhoc scottigenum hand cripitundo eulogium, A 116 p. 5 vechros qui ausonicam lacerant pala-

l ) F. J. H. Jenkinson, The Hisperica I der in diesem Latein auftretenden Wörter,

famina (Cambr 1908) S. XL ! unter denen sich auch griechische und he-

i ) Ueber andere ähnliche Reste dieser ' bräische Lehnwörter finden; über den Stil

Sprache s. M. Roger, L'enseignement des ' der Hisp. famina ib. S. 247 f.

lettres classiques S. 230 n. 4. 5undS.239f. | 3 ) Nicht ganz zustimmend M. Roger

Daselbst S. 242 -246 sorgfältige Klassifikation ' a. a. O. S. 247 f.