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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Unterscheidung von andern mit dem Obelos und dem Krisimon bezeichnet

wurden. So war Erchempert ein vielseitig gebildeter Mann, der sich auf

mehreren Gebieten literarisch betätigt hat. Sein Latein steht allerdings

auf sehr niedriger Stufe und macht seinem Lehrer in Montecassino keine

Ehre; man sieht es dem historischen Stil Erchemperts deutlich an, welche

Schwierigkeiten er ihm bereitet hat. Am meisten schimmert die Bibel als

Vorbild durch.

Zur Lebensgeschichte: Leo Ostiensis chron. mon. Casin. 1, 47 (MG. SS. 7, 613) Adelgariusquidam nobilis de Teano obtulit b. Benedicto cum oblationibus Herchempertum filiiim suum,docilis utique ingenii puerum. Erchemp. bist. Lang. 44 (p. 254, 8) Pandonulfus denuo superPilanum castrum ... irruens . .. Ubi et ego captus sum et Omnibus bonis a pueritia acquisitisexutus, ipse pedester ante equorum capita usque ad urbem Capuanam exul evectus sum X Kai.Sept. anno domini 381; c. 61 p. 259, 10 ego autem solus cum preceptore pedestre remansi, aCapuanis delati sumus in urbem; c. 61 p. 259, 6 über den Wiederaufbau des Klosters; c. 69p. 261, 5 Atenolfus ... omnia quaeque Benedictus infra urbem Capuanam possedit, fratribusexulantibus auferri precepit; qua de re missus ab Angelario ven. abbate ego ipse vestigiaapostolorum adii, Stephanum summum pontificem postulaturus .. . Bomhiicalis res ablata red-dita est, mea autem ex tota subtracta; in proximo etiam cellam mihi ab abbate traditam con-cepto dolore vi abstulit. Zur Darstellung vgl. c. 1 p. 234, 28 Langobardorum seriem . . .Paulus . .. compendiosa licet brevitate sed prudenti composuit ratione, extendens nihilominusa Gammara et duobus liberis eius ystoriam Batchis pene usque regimm . .. Ultimo autem com-pulsus a compluribus ego Erchempert quasi ab ortum praecipueque ab Adelgiso .. . ystoriolamcondere Langobardorum Beneventum degentium. Ende des Werks c. 82 p. 264, 36 Cum autemuterqtie se hmxerit ad pactum vel ad bellandum, quod deinceps egerint, presenti opusculo in-seram. Zum Computus, erhalten im Matrit. A 16 s. XII, 1 ) s. Knust, Archiv 8,768 (Rech-nung nach anni domini sunt in presenti anno 904). In derselben Hs. finden sich die zumMartyrologium Bedas (?) gedichteten Verse mit der Aufschrift Incipit martirologium pres-biteri Bede-) heroico compositum metro, et adverte prudens lector, quia hi versus qnos obeloet chrimono 3 ) in capite prenotatos invenis, ab Erchenperto monacho monasterii S. Benedictide Castro Casini editi sunt; vgl. hierzu Neues Archiv 4, 544 und besonders Ewald daselbst6, 285 f., zur Hs. s. Archiv 8, 176. 187. Beide Schriften sind unveröffentlicht. Verloren da-gegen ist das Gedicht auf Landulf. das c. 31 p. 246. 32 erwähnt wird Huius enim .. . facta ...tarnen si quis medullitus nosse desiderat versus a memet constructos requirat; aus diesenWorten wie aus dem Zusammenhange geht hervor, daß es sich um eine größere Dichtunggehandelt haben muß. Benutzt ist die Langobardengeschichte zu Anfang des 10 Jahrh.vom Verfasser der Cronica s. Benedicti Casinensis 4 ) (ed.Waitz p. 488, 25), wo es heißt utrefert Archempertus grammaticus in historia quam de Langobardorum gente composuit, spätersehr reichlich vom Verfasser des Chronicon Salernitanum. Abgeschrieben wurde das Werks. XI unter Desiderius (MG. SS. 7, 746 Historiam Erchemperti) und auf diese Abschrift gehenwohl die Benutzungen durch Leo von Ostia und durch Johannes im Chron. monast. S. Vin-centii ad Vulturnum zurück, wie auch von ihr die wichtigste Hs. stammt, nämlich Vatic.5001 s. XIII; sonst Cheltenham. 6456, s. Archiv 9, 501. Zur Orthographie der Hss. s. Waitzp. 233 f. Kritische Ausgabe von G. Waitz, SS. rer. Langob. et Italic, p. 234264.

Zu diesen langobardischen Geschichtsquellen gehört auch die in Neapelbetriebene Historiographie, die sich an die Geschichte des Bistums und andas Leben der Bischöfe anknüpft. Schon gegen Anfang des 9. Jahrhundertsunternahm es ein unbekannter Verfasser, den Katalog der Bischöfe vonNeapel mit reichlichen Zutaten aus dem Liber pontificalis 5 ) und einer Mengeandrer Quellen 6 ) zu verbinden und auf diese Weise eine Art Weltchronik

') Dum ml er, Neues Archiv 4, 102 setztdie Hs. ins 10., Knust richtig ins 12. Jahrh.

2 ) Vgl. hierzu D um ml er, Neues Archiv4, 545.

3 ) Ist das Chrismon.

4 ) Sie knüpft an Paulus an und ist vomAbt Johannes (914934) zusammengestelltworden. Sie ist sachlich wichtig, formal aberganz unzulänglich; (Cod. Casin. 175 s. X) ed.

Waitz p. 468488.

5 ) Bis auf Sergius oder auf Gregor II.Vgl. Liber pont. ed. Mommsen 1 p. CVI.

6 ) Nämlich die Chroniken des Hierony-mus, Marcellinus, Isidor und Beda, außerdemdie Frankengeschichte Gregors von Tours, dieLangobardengeschichte des Paulus, die Lebendes hl. Severinus und Paulinus, sowie dasLeben Gregors I. von Paulus.