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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Langobardische Geschichtsquellen des 9. Jahrhunderts. 707

veridico sermone describens. Zum Gehilfen bei der Arbeit s. Vita Rimberti 9. Zu Witmars. Vita Ansk. 5 p. 25 pater Witmarus qui cum eo tunc scolam puerorum regebat et huius reitestis praesens adest und 10 p. 31 melius ipse qui interfuit praedictus pater Witmarusintimare poterit; also beruft sich Rimbert auf Witmars Zeugnis, der sogar hier besser Aus-kunft geben könne, und es ist daher wohl möglich, daß Witmar jener condiscipulus war.Lehrer in Corbie c. 4, in Korvei c. 6, Fortsetzung dieser Tätigkeit auf dem Benefizium, dasKönig Harald ultra Albiam erhalten hatte d. h. doch wohl im Gebiet der TransalbianiSaxones, vgl. c. 8 p. 30 cum eo positi et aliquando inter christianos aliquando inter paganosconstituti c. 8 ut scolam inibl parvo tempore statuerent duodeclm aut eo amplius puero-rum. Der Raub der Bücher c. 10 p. 32 Inter quae et pene 40 libros, quos ad servitium deisibi aggregaverat, Ulis diripientibus amiserunt. Zur Konsekration und Romreise s. c. 12 f.,der Brand Hamburgs c. 16. Die Erzählung schweift zuweilen vom persönlichen WaltenAnskars weit ab und wendet sich, wie in c. 19 f. 30, wo nur nordische Verhältnisse be-rührt werden und auch dem Wunderglauben der Zeit Rechnung getragen wird, zur ältestennordischen Geschichte. Zu den von Anskar geschriebenen Büchern vgl. c. 35 p. 67 testanturCodices magni apud nos, quos ipse proprio, manu per notas conscripsit; hierzu trat er in litera-rischen Verkehr mit Corbie und Korvei (p. 67) Testes sunt etiam fratres et apud vos et inNova Corbeia degentes, quos pro hoc opere frequenter postulavit, qmque Uli nonnulla huius-cemodi conscripta miserunt. Zu den Pigmenta S. 68 Denique ex ipsis compunctivis rebus exsacra scriptura sumptis per omnes psalmos unicuique videlicet psalmo proprium aptavitoratiunculam. Quod ipse pigmentum vocitare solebat, ut ei jjsalmi hac de causa dulcescerent.Sie sind herausgegeben von Lappenberg, Ztschr. f. Hamburg. Gesch. 2. 1, vgl. 2, 641.

Benutzt wird das Leben Anskars vom Verfasser der Vita Rimberti c. 5 f. 9, 1 ) sehrstark durch Adam von Bremen. Fast zu gleicher Zeit mit Adam setzte der Corbier MönchGualdo um 1065 in Bremen die Vita in Verse um (gedruckt bei Lambecius, Orig. Ham-burg. 1, 243. Langebek, SS. rer. Dan. 1, 562). In alten Katalogen wird das Werk nur inCorbie und Konstanz erwähnt, s. Neues Archiv 32, 675. Hss.: Stuttgard. bibl. reg. priv. G. 32s. X. Paris. 13722 s. XII. Stark verändert im sog. Cod. Vicelini, nämlich Monaster. arch. publ.1, 228 s. XII. Ausgaben von Dahlmann, MG. SS. 2, 687; rec. Waitz (mit der Vita Rimberti)Hannov. 1884. Ausführliche Würdigung von Anskar bei Hauck 2, 673 ff.

125. Langobardische Geschichtsquellen des 9. Jahrhunderts.

Während im eigentlichen Frankenreiche die Annalistik in unausgesetztergegenseitiger Wechselwirkung der einzelnen Klosternotizen erblühte, wurdein Italien die chronikalische Darstellung gepflegt. Die Zeiten eines Pauluswaren allerdings längst vorüber, da man noch Interesse an der römischenGeschichte gehabt hatte. Aber gerade an Paulus' Langobardengeschichteals an das vorbildliche Werk knüpfte die spätere Darstellung der zeit-genössischen Verhältnisse in Chronikform an. 2 ) Freilich war dabei meistnoch ein Zeitraum von über hundert Jahren auszufüllen, was den Chronistenbei dem Mangel an Nachrichten nirgends gelungen ist. Kaum daß mannoch einzelne längst verklungene Geschichten von Pippin und Karl demGroßen wußte, und statt der geschichtlich verbürgten Nachrichten mußteman sich mit der Sage begnügen. Und neben diesem geringfügigen Inhaltwenigstens für die frühkarolingische Zeit kommt der auffällige Mangel anSprachgewandtheit und überhaupt an Korrektheit im Sprachgebrauche. Wohl

') Sie ist wenig bedeutend und zur Zeitvon Rimberts Nachfolger Adalgar von einemBremer oder Korveier Mönche geschrieben.Ausgabe nach dem Cod. Vicelini von Waitz(mit der Vita Anskarii), Hannov. 1884. Rim-bert selbst schrieb einen Auszug aus denWerken Gregors (s.Vita 15 p. 92) und einigeErbauungsbriefe, von denen sein Biographeinen kopiert (p. 92 ff.). Uebrigens kannteder anonyme Verfasser der Ann. Fuldenses

zu 884 einen Brief Rimberts an Liutbert vonMainz über die Normannenschlacht bei Norden(6. Jan. 885), der (Ann. Fuld. ed. Kurze p. 101)mit den Worten eingeleitet wird hunc modumcontinens, doch ist der Brief durch den Ab-schreiber A (s. S. Hell mann, Neues Archiv33, 720) ausgelassen worden und so verlorengegangen.

2 ) Siehe Betlimann, Archiv 10, 316.

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