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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Nithard. 657

esse vel praesentibus inofficiosi vel futuris invidi (so ähnlich in Einharts Prolog ed. Holderp, 1) und aus c. 2 p. 608,12 Dum enim quae agi potuerunt in Hyspania peracta essent etpi-ospero itinere reditum esset, infortunio obviante extremi quidam in eodem monte regit caesisunt agnünis. Quorum quia vulgata sunt nomina dicere supersedeo, vgl. Vita Kar. 9 ed. Hol-der p. 8 f. Zum Kometen von 838 s. c. 58 p. 643, 5 imperator talium studiosissimus ... ac-utum quendam idem me qui haec scripsi et qui huius rei scientiam habere credebarpercontari studuit quod super hoc mihi videretur; darauf folgt das Gespräch. Ueber die Zer-rüttung der Chronologie in den letzten Abschnitten handelt ausführlich Meyer v. Knonaua.a.O. S. 129132. Im Prolog p. 607,17 steht eine Reminiszenz an Terenz vetustissimumproverbium . . . ne quid nimis, in c. 4 p. 609, 9 eine solche an Horaz quibus difficulter ex-peditur aetas semel imbuta; c. 2 p. 608, 8 wird von Karl gesagt Neque enim regis animus . ..vel impar Pompeio vel segnior esse curabat Kannibale; Benutzung Vergils wies ich nach NeuesArchiv 9, 618: manche Stellen klingen an Ammianus Marcellinus an, wie ich zeigte NeuesArchiv 11, 70 f.

Hss.: Vindob. hist. prof. 667 s. IXX. Petropol. F. IV. 4 s. X. Mus. Brit. Addit. 21109.Vat. reg. 637 s. XVII und 692 s. XII. Hauptausgabe von Pertz, MG. SS. 2, 604648 (neuedringend nötig!). Vgl. Jasmund. Geschichtschreiber d. deutschen Vorzeit 9. Jahrh. Bd. 5S. VVIII (vor der Uebersetzung). Ebert 2, 361 ff. Wattenbach 1,230 f.

115. Nithard.

Nithard und Hartnid waren die außer der Ehe erzeugten Söhne Angil-berts, des Laienabtes von St. Riquier, und Berthas, der Tochter Karls desGroßen. Seine hohe Abstammung und die jedenfalls sehr sorgfältige Aus-bildung, die Nithard erhielt, gaben ihm eine bedeutende Stellung. Politischschloß er sich an Karl den Kahlen an, dem er im Kriege gegen Lothareine feste Stütze wurde. So hat ihm Karl noch im Jahre 840 eine Gesandt-schaft an Lothar übertragen, und als er zum König zurückkehrte und beideim Mai 841 in Chalons-sur-Marne einreiten wollten, gab ihm der König denehrenvollen Auftrag, eine Geschichte seiner Zeit zu schreiben. Ohne Zweifeleignete sich Nithard hierzu besonders, denn er hatte es bei seiner Verwandt-schaft mit dem königlichen Hause leicht, sich Einblick in die Verhältnissezu verschaffen und die wirkenden Ursachen der Ereignisse kennen zu lernen.Freilich konnte die Arbeit nicht schnell vonstatten gehen, denn Nithardstand selbst in den Reihen der Anhänger Karls und nahm an dem KriegeAnteil, so daß er sich am 25. Juni 841 in der Schlacht bei Fontenoy unterder Führung des Grafen Adalhard rühmlich auszeichnete, was er in seinemWerke am 18. Oktober in St. Cloud zur Darstellung brachte. Wahrscheinlichwurde ihm 842 von Karl die Abtei St. Riquier verliehen und er brachteeinige Zeit im Kloster zu, jedenfalls unausgesetzt mit der Weiterführungseines Werkes beschäftigt, das er bis ins Frühjahr 843 fortsetzte, ohnedes Vertrags von Verdun zu gedenken. Wahrscheinlich ist er dann am14. Juni 844 in einer Schlacht zwischen Pippin IL und Karl am Agout ge-fallen, in der merkwürdigerweise auch sein Vorgänger in der AbtswürdeRichbodo ums Leben kam.

Nithard hatte bei dem Auftrage Karls, die zeitgenössische Geschichtedarzustellen, anfänglich den Plan gehabt, die Zeiten Ludwigs des Frommenauszuscheiden; doch sah er bald ein, daß zur Begründung der gegenwärtigenVerhältnisse die früheren Zeiten nicht fehlen durften. So begann er mitdem Tode Karls des Großen und führte das erste Buch, das eine sehr wert-volle Ergänzung zu den zwei Biographien Ludwigs des Frommen bietet,bis zu dessen Tode. Das zweite Buch berichtet von dem Streite der Brüder

Handbuch der Mass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 42