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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Die Biographien Ludwigs des Frommen. 653

cimo tertio libro parabolando dicens monet nicht im grammatischen Werk. Zur Kritik desPlinius p. 3,15. 4, 6. 21,1 s. Detlefsen, Hermes 32, 325 ff., der nachwies, daß die Ver-wirrung der Bücher, die sich aus Dicuils Zitaten ergibt, mit der aus den Hss. D (Paris. 3861s. XI) und R (Riccardianus, c. a. 1100) bekannten Unordnung stimmt, und daß daher dieWorte 3, 15 exemplaria codicum ... Plinii Secundi quae scrutatus fui nimis a scriptoribusultimorum tempornm dissipata praevidi ihre Erklärung finden, so daß Dicuil nur ein ältererZeuge für die in D und RE vorliegende Ueberlieferung ist. Die von Dicuil 7, 6 p. 41, 5 ff.bezeichneten Inseln sind nach Zimmer, Berl. SB. 1891, 288 die Hebriden und die Orkneys-Inseln, die p. 44, 4 erwähnten sind die Pär Öer nach p. 44,19 plenae innumerabilibus ovi-biis. Die zahlreichen, wörtlich aus Solin ausgehobenen Stellen sind für die Ueberlieferungwichtig, s. C. Iulii Solini collect, rer. mem. iterum rec. Th. Mommsen p. XXVIII N. 11 undLXf.; zuweilen verändert Dicuil den Text, z. B. p. 32,1 setzt er cuius für quorum ein.Dicuils Solinhs. war von anderer Art als die des Anonymus de situ orbis, nur selten über-liefern beide gleiches, wie p. 23, 10 inferiorem (= Anon. ed. Manitius p. 65, 5) und 24,3o nivibus (= Anon. p. 65,14).

Die geringe Verbreitung ergibt sich aus dem Vorhandensein von nur zwei alten Hss.,der Anonymus de situ orbis benutzt Dicuils Werk nicht; dagegen wird es von Ekkehardvon Aura vorwertet und zwar in der Michelsberger Hs. (heute Dresd. De 182), vgl. G. Buch-holz, Ekkehard von Aura S. 15 Anm. Hss.: Dresd. 1 ) De 182 c. a. 1000 f.50bl62al. Paris.4806 s. X. Venet. Marc. X, LXXXVIII s. XV, andere s. ed. Parthey p. XIV f. Ausgaben:Letronne, Recherches geographiques et critiques sur le livre de mensura orbis terrae etc.Paris 1814; Dicuili liber de mensura orbis terrae a Gustavo Parthey recognitus, Berol.1870. Vgl. Ebert 2, 392 ff. Dümmler, Neues Archiv 4, 256 ff.

114. Die Biographien Ludwigs des Frommen.

I. Thegan. Thegan stammte aus vornehmer Famlie und war Land-oder Chorbischof des Trierer Sprengeis. Als solcher erhielt er ein Gedichtdes Reichenauer Lehrers Tatto, das von dem jungen Walahfrid verfaßtwurde. Hier rühmt Tatto die Weisheit und Klugheit Thegans und hebtseine hohe Statur und bedeutende Erscheinung hervor, gegenüber der erselbst klein wie ein Mäuslein sei; er bittet ihn um eine Gegengabe fürsein Gedicht und übersendet ihm Gedichte seiner Reichenauer Schüler zuwohlwollender Beurteilung. Auch im eignen Namen hat Walahfrid anThegan Begleitverse zu einem Geschenk gerichtet, wobei er ihm verspricht,dasGedicht des Pygmäen und des Giganten" bald zu übersenden, alsowahrscheinlich ein episches Gedicht über David und Goliath. Hiermitstimmt, daß ihn Walahfrid in seinem Prologe zu Thegans Leben Ludwigseinen mit vielem Wissen ausgerüsteten Mann nennt; er beklagt allerdings,daß der vornehme Herr sich zu scharfem Wort gegen solche Klerikerhabe hinreißen lassen, die von niederem Stande seien. Von literarischemSinne zeugt ferner, daß Thegan einem Grafen (oder Bischof?) Hatto AlchvinesWerk über die Dreieinigkeit zum Geschenk gemacht hat. Allerdings schwindetbei näherer Betrachtung manches von dem Ruhme, mit dem WalahfridThegan überhäuft hat, wie ja auch Walahfrid selbst sagt, daß Theganhauptsächlich mit Predigt und Kirchenzucht beschäftigt gewesen sei; indie kirchlichen Verhältnisse greift hinüber, daß Thegan 844 zu Münstereifeldie vom Prümer Abte Marcward übertragenen Reste der Heiligen Chrysanthusund Daria beisetzte und in zwei Urkunden Erwähnung findet. Im Jahre 837oder 838 schrieb nun Thegan sein Leben Ludwigs, das er aber selbst viel-leicht Gesta Hludovici genannt hat. Denn das Werk ist alles andere eher

') Die Hs. stammt aus Rheims, f. 1 b (fast unleserlich) Bagenerm prepositus deditwnete marie remensi; vgl. Gallia Christ. 9,165.