Dicuil.
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sie enthält zwar viel Korrekturen, die zum Teil vom Schreiber selbststammen, doch hat dieser sich sichtliche Mühe mit der Abschrift gegeben.Vielleicht ist die Hs. schon genannt im Verzeichnis von St. Amand s. XII(B. 114, 66) Isidorus de rhetorica et dialectica. Das Werk selbst ist ohnejedes weitergehende Interesse. Einige Verse des aus Poesie und Prosagemischten Werkes gab E. Dümmler, Neues Archiv 4, 257 (von f. 73. 77.91. 117). Vgl. Sander, Bibl. Belgica 1, 54 f. Mangeart, Catal. des mscr. deValenciennes p.376. Bethmann, Archiv 11,521. Vgl.Hist. litt, de laFrance 6,9.Liber de mensura orbis terrae. Im Jahre 825 vollendete Dicuilsein letztes bekanntes Werk, eine kleine geographische Schrift, die inso-fern Interesse beansprucht, als sie das erste im Prankenreich selbst ent-standene geographische Kompendium darstellt. Die Schrift besteht ausneun Kapiteln. Die ersten vier zählen die Provinzen des römischen Reichesin Europa, Asien, Afrika und Ägypten nebst Äthiopien auf und setzenderen Größen Verhältnisse in Länge und Breite hinzu; diese Abschnitte sindaus der Mensuratio orbis terrae genommen, deren Schreiberverse, mit einemunpassenden, kurzen Vorwort versehen, Dicuil noch ans Ende seines fünftenAbschnitts über die Größenverhältnisse der Erde gestellt hat. Hierauf folgenKapitel über die wichtigsten Ströme, großenteils aus Plinius, sonst ausJulius Honorius und dem angeblichen Aethicus genommen, 1 ) über die Inseln— beginnend mit den Inseln Äthiopiens — aus Plinius, Solin, Priscian undIsidor, sowie Julius Honorius, über die Gegenden am Mittelmeer nach Plinius,Solin, Honorius, Servius, Priscian, Isidor. Im letzten Kapitel behandeltDicuil in Prosa und Versen die wichtigsten Berge. Man sieht, wie schematischdie Disposition gehalten ist, die wohl im allgemeinen dem Werke desJulius Honorius entstammt. Der dargestellte Stoff fällt nach der Verschieden-heit der Quellen sehr verschieden aus, aber Dicuil hat sich doch nicht soganz von ihnen beeinflussen lassen. So sagt er p. 3, 15 ff., daß die von ihmeingesehenen Pliniushandschriften den Text in Unordnung überlieferten, und4, 6 ff. findet er die Richtigkeit ihrer Zahlen verdächtig und bemerkt, daßer manche Zahlen, die nicht richtig seien, nicht hersetzen werde, und wünschtihre nachträgliche Ausfüllung nach den Angaben besserer Handschriften. 2 )Diesen Wunsch hebt die Bemerkung p. 21, 1 ff. scheinbar wieder auf, aberdie dort gebrauchten Worte scheinen eher auf eine Verbesserung der Zahlender Mensuratio orbis terrae durch die des Plinius zu gehen. Auch bei Isidorwird p. 67, 9 ff. eine Zahlenangabe für falsch erklärt und Dicuil setzt hierdie richtige Lesart an Stelle seiner falschen Überlieferung ein, während erp. 76, 7 der Quelle des Plinius über die bedeutendste Meerestiefe mißtraut.Mehrfach ist er auch mit den Angaben Solins nicht einverstanden undnimmt Stellung dagegen. 3 ) An einigen Stellen möchte er weitere Angabenmachen, aber die Quellen verließen ihn. 4 ) Übersieht man die Erzählungs-weise der Schrift im allgemeinen, so fällt allerdings der Umstand auf, daß
J ) Vielleicht auch ans einer Hs., in derHonorius mit Teilen jener Komographie ver-vollständigt war.
2 ) Einmal sagt er, daß er einen bei Pli-nius stehenden Namen vergessen habe [laciis
Aretissa) p. 31. 3 ff.
3 ) Nämlich p.43,15 ff. 55, 3 ff. 21. 56,1.17. 80,15 ff.
") Nämlich p. 28, 22 f. 31, 2. 44, 21 f.67, 3 f.