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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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645
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Einhart. 645

Hauptschritt: Marg. Bondois, La translation des saints Marcellin et Pierre. Etüde sur Ein-hard et sa vie politique de 827 ä 834, Paris 1907. W. Matthaei, Einh. Translatio SS. Mar-cellini et Petri in kulturgesch. Beziehung. I (Grünberg 1884) gewinnt aus der Schrift einklares Bild über Reisen und Reiseverkehr im Zeitalter Ludwigs des Frommen (S. 928).

Hier ist anzuschließen die Passio Christi martyrum Marcelliniet Petri, die aus 118 Strophen zu je drei trochäischen Fünfzehnsilbernbesteht. Das Gedicht ist nach einem älteren Passionsbericht geschrieben,an den sich der Verfasser eng anschließt. Da im Vat. reg. 711 die Über-schrift lautet Incipit rythmus Einhardi viri eruditissimi de passione Christimartyrum Marcellini et Petri und im Mett. E 99 das Gedicht ohne weiteresauf die Translatio folgt, und es von Einhart bekannt ist, daß er gedichtethat (s. oben), so ist es doch sehr wahrscheinlich, daß Einhart den Rhyth-mus verfaßt hat; er wählte die volkstümliche Form, um leichteres Ver-ständnis für den Inhalt zu erlangen.

Erwähnt wird das Gedicht in Chartres s. XI (B. 59, 5) und in Corbie s. XII (B. 79,286 = Paris. 14143). Hss.: Mett. E 99 s. X. Vat. reg. 711 s. X. Paris. 14143 s. IX. Ausgaben:Acta SS. hin. 2,174176. Teulet 2, 397410. Migne 104, 593600; ed. Dümmler, PL. 2,125-135. F.Kurze, Einhard S. 61 f. Ebert 2,103.

Nicht übergangen werden dürfen hier die Angaben, die Adam vonBremen im 11. Jahrhundert in seinen Gesta Hammaburg. eccl. pontif. 1,1 ff.(ed.Waitz p. 3 ff.) macht. Er sagt 1,1 non indecens aut vacuum fore pu-tamus, si prius de gente Saxonum et natura eiusdem provintiae ponemus eaquae doctissimus vir Einhardus aliique non obscuri auctores reliquerunt inscriptis suis, und 1, 3 Quod breviter conscribens Einhardus tali modo suam in-greditur historiam. Auf den ersten Satz folgt bei Adam ein Teil von VitaKaroli c. 15, auf den zweiten ein großes Stück aus der Translatio S. Ale-xandri c. 48 (MG. SS. 2, 674676). Und dieses Stück schließt Adam mitden Worten (1, 8) Haec tulimus excerpta ex scriptis Einhardi de adventu mori-bus et superstitione Saxonum. Hierauf folgt bei Adam ein neues Stück ausder Vita Karoli mit den Eingangsworten (1, 9) De quo (sc. bello Saxonico)idem scriptor Heinhardus brevi epilogo meminit dicens etc. Hiernach müßteman eigentlich annehmen, daß Einhart ein Werk De adventu moribus etsuperstitione Saxonum geschrieben habe, das sich im Titel ungefähr derGermania des Tacitus vergleicht (Leid.: De origine situ moribus ac populisGermanorum). In diesem Werke wäre die Germania auf das stärkste be-nutzt gewesen und der ganze Teil der Transl. Alexandri, der aus der Ger-mania stammt, würde dann durch Rudolf von Fulda dem Werke EinhartsSaxonia entnommen sein. Einhart müßte sich dann in der Vita Karoliselbst ausgeschrieben haben, indem er das, was er dort über Sachsen er-zählt, schon früher in seiner Saxonia dargestellt hätte. Das ist nicht sehrwahrscheinlich, aber unmöglich ist es nicht, 1 ) denn Tacitus war dem Ein-hart bekannt, und sollte eine Saxonia nicht einen Mann wie ihn gereizthaben? Mindestens sind die genauen Angaben eines so sorgfältigen Schrift-stellers wie Adams von Bremen nicht ohne weiteres von der Hand zuweisen, wie es G.Waitz (Gott. gel. Anz. Juni 1881) tat, der Verwechslungvon Meginhard mit Eginhard annahm. Allerdings wird Einharts Werk durch

J ) Vgl. A.Wetzel, Die Translatio Alexandri, Kiel 1881. (W. Arndt, Liter. Zentralbl.1882, 987).