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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Einhart. 643

und Wirken. Gerade hierbei sind die suetonischen Kategorien für die Nach-welt von unschätzbarem Werte geworden, denn Einhart wurde durch sieveranlaßt, auch kleine und unbedeutende Züge seines Helden aufzubewahren,durch die aber das Bild des Herrschers eine wunderbare Klarheit gewinnt.Diesem selten intimen Reize kann sich kein Leser entziehen, und die kleineSchrift kann in Hinsicht auf die Bedeutung des Inhalts und die Schönheitihrer Form mit der Germania des Tacitus verglichen werden.

Sueton gab das Gerippe der Darstellung, doch lehnt sich Einhart inseinem kunstvoll geschriebenen Werke noch an eine ganze Reihe römischerHistoriker an, von denen besonders Caesar, Livius, Florus, Tacitus, Justinund Orosius hervortreten. Zur Vorrede ist die des Sulpicius Severus fürdie Vita Martini benutzt. Die Ausdrucksweise ist äußerst belebt und variiert; 1 )ihre Grundlage bleibt freilich stets das Latein der Bibel und der Kirchen-väter, 2 ) doch sucht Einhard stets nach einem antikklassischen Ausdruck, 3 )so daß seine Sprache das merkwürdige Kolorit erhält, das sich sonst nurin den Ann. Lauriss. mai. von 796 an und in deren Ueberarbeitung, denAnn. Einharti findet. Vgl. R. Dorr, Die hist. Schriften Einhards, Elbing 1866.M. Manitius, Neues Archiv 7, 517568. 8,197 (Benutzung Sallusts). 12,205 f.(Sulp. Severus).

Fortleben, Hss. u. a. Die älteste Nachricht über die Vita Karoli gibt der alte Katalogvon Reichenau 821 (B. 6,155 = 33, 46). Etwa zehn Jahre später rühmt der junge Lupusdas Werk dem Verfasser gegenüber in dem Briefe Lupi ep. 1 (MG. Ep. 6. 8, 7 ff.) venu inmanus meas opus vestrum quo memorati imperatofis clarissima gesta ... clarissimis litterisallegastis. Ibi eligantiam sensuum, ibi raritatem coniunctionum ... ibi denique hon longissi-mis perihodis irnpeditas et implieitas at modicis äbsohdas spatüs sententias inveniens am-plexus sunt. In dieselbe Zeit mögen einige Distichen fallen, die Ludwigs des FrommenBibliothekar Gerward zum Lobe der Biographie vielleicht in das am Hofe befindliche Exemplareintrug (PL. 2, 126). Und kurz nach 840 4 ) veranstaltete Walahfrid Strabo in Reichenau eineNeuausgabe des Lebens Karls, indem er einen Prolog dazu schrieb und die kleine Schriftin Kapitel einteilte, die er mit Ueberschriften versah; auch er spricht mit den Ausdrückenhöchsten Lobes über das Buch, das noch vor Einharts Tode vom Fulder Annalist, wenigspäter vom Verfasser der Gesta abbatum Fontanellensium, von Thegan und vom sog. Astro-nomen in ihren Biographien Ludwigs des Frommen benutzt wurde, bald darauf von Rudolfvon Fulda, vom Sächsischen Dichter (in Distichen gebracht), von Widukind u. a. Jahrhunderte-lang hat das Buch in hoher Verehrung gestanden, wie sich aus der häufigen Anführung (36)in alten Katalogen ergibt, s. Manitius, Neues Archiv 32, 668 f. Im 13. Jahrh. wurde esauch ins Deutsche übersetzt, wovon sich kleine Reste erhalten haben. 5 ) Ueber achtzig Hs.sind von demWerke vorhanden, darunter Vindob. 529 s.IX.Vatic. reg. 339 s.X (aus St. Gallen),Petropol. F. IV. 4 s. X. Trevir. 1286 a. 1084. Mus. Brit. Cotton. Tib. C. XI s. X (= Egmond s. XLArch. v. Nederl. Kerkgesch. 2,146). Montepess. 360 s. IXX. Paris. 10758 s. X, vgl. Vita Ka-roli ed.Waitz 1880 p. XVI XIX. Ausgaben: ed. princ. von Nuenarius 1521; später vonPertz, MG. SS. 2, 426; ed. Jaffe, Bibl. rer. Germ. 4, 487; ed. A. Holder 1882. KritischeAusgabe: Einh. vita Karoli Magni. ed. 4a. Post G. H. Pertz rec. G. Waitz, Hann. 1880.Kritisches: W. Fröhner, Philol. Suppl. 5, 93. Vgl.Wattenbach 1, 203206. Ebert 2,94ff. Norden, Antike Kunstprosa 2, 694. Literatur bei Potthast 2 S. 394ff.

] ) Siehe Manitius, Neues Archiv 7,544. | Am. Magn. 830 s. XV (danach hrsg.Vita Ka-

-) Siehe Manitius, Mitteil. d. Institutsf. österr. Gesch. 18, 610 f. A.Schmidt, DieSprache Einharts (Greifsw. 1904) S. 70.

3 ) Siehe Manitius, Neues Archiv 7,550 ff.Historische Würdigung der Schrift bei Wat-tenbach 1,204 ff. Hauck 2,178.

4 ) Der Prolog spricht von Einhart alsvon einem Verstorbenen und Walahfrid selbststarb 849. Der Prolog steht nur im Havn.

roli ed.Waitz. 1880, p. XX f.) und im Frei-burg. 468 s. XV, nach beiden Hss. hrsg. vonB. Simson, Ztschr. f. d. Gesch. d. OberrheinsNF. 7,317 f. Fragmente im Hannov. 859 s. XV.5 ) Die Bruchstücke (fünf zum Einbandverwendete Streifen) veröffentlichte F. Pf äff,Alemannia NF. 1, 118 ff. Die Uebersetzungist geschickt, aber frei und gekürzt.

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