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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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641
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Einhart. 641

p. 487 Spiculaque ad Scotti nunc ferat apta necem. Zur Stellung am Hofe s.Walahfrids Pro-log p. 29 in aula Karoli ... tantnm glorie increment! merito prudentie et probitatis est asse-cutus ut inter omnes maiestatis regle ministros pene malus haberetur cui rex ... plura fa-miliäritatis sue secreta committeret; dasselbe ergibt sich aus den Gedichten Alchvines 26, 21(PL. 1, 245). 30, II p. 248, Theodulfs 25, 157 f. p. 487, Walahfrids 23, 220 (De Einharto magno)Xec minor est magni reverentia patris habenda Beseleel und dem Epitaph (vonHraban) 5 (PL. 2,238) Ingenio hie prudens probus actu atque ore faeundus . .. Quem Carolus prineeps proprianutrivit in aula. Schüler Alchvines, s. Alcuin. Carm. 26, 21 ßeleel ... Cur, rogo, non tenuitscolam 1 ) sub nomine patris und Ale. ep. 172 (p. 285,13) Beselel vester immo et noster fami-liaris adiutor de paternis versibus adponere poterit.

Daß er auch zu den Dichtern am Hofe gehörte, bezeugen Alchvine Carm. 26,21 (p. 245)Quid faciet Beleel Hiliacis doctus in odis und Modoin Ecl. 1, 91 (Neues Archiv 11, 85) Aoniasande solitus recitare camenas Nardus ovans summo praesenti pollet honore. Odilo nennt ihnin der Transl. S. Sebastiani (MG. SS. 15, 379) Sed Agenardus cognomento sapiens ea qui tem-pestate habebatur insignis; in der Transl. S. Tiburtii, Marceil. et Petri c. 2 (MG. SS. 15, 393,35) heißt es von ihm cum Einardo abbate palatii regalis scilicet domestico. Die Beziehungzur Baukunst geht aus Einhalts Brief 57 an Vussin hervor (MG. Ep. 5,138,18 ff.), wo aufVitruvius 2 ) Bezug genommen wird, und aus den Gesta abb. Fontanellensium e. 17 (MG. SS.2, 293; ed. Löwenfeld p. 50), wo es heißt (von Ansegis, nach 807) exaetor operum regaliumin Aquisgrani palatio sub Einhardo abbate, viro undecumque doctissimo, a domno rege con-stiiutus est; vgl. auch Walahfr. Carm. 23, 222 p. 377 Beseleel fabre primum qui pereipit omneArtificum praecautus opus und das Epitaph Vs. 8 p. 238 Per quem (Einhart) et confecit (Karl)multa satis opera. Vielleicht verstand Einhart auch etwas von der Malerei, denn BaugulfsNachfolger Ratgar sandte den Bruun zu ihm an den Hof (Catal. abb. Puld. in MG. SS. 13,272 ad Einhartum variarum artium doctorem peritissimum) und dieser sagt von sich inder VitaAeigili 2,134 ff. (PL. 2, 112) Quamque (seil, absida) egomet quondam hac Christi nu-tritus in aula Presbyter et monachus Bruun eilisque magister Depinxi. 3 )

Zum historischen Stil und zu den Vorbildern s. R. Dorr, Die hist. Schriften Einharts,Progr. Elbing 1866; Neues Archiv 10,241 305. 11,475488. Manitius, Neues Archiv 7,517568; 9, 617; 12, 205 f. 213. F. Schmidt, De Einhardo Suetonii imitatore, Progr. Bay-reuth 1880. Zu den Annalen und Vita Karoli s. unten.

Zu den an Einhart übertragenen Missionen s. E. Mühlbacher, Regesten d. KarolingerN. 403 und Ann. regni Franc, ed. Kurze p. 121 zu 806. 4 ) Ein ähnliches Hervortreten Ein-harts berichtet Ermold in hon. Hludov. 2, 346 (PL. 2, 24 f.) auf der Aachener Reichsver-sammlung, als Einhart zuerst (31 Tunc Heinardus erat Caroli dilectus amore . .. ineipit istaprior) seine Stimme für Ludwig als den Nachfolger des Kaisers abgibt. Und in diesen Zu-sammenhang paßt die Vermutung von E. Bacha a. a. O. S. 34, daß das Vita Karoli c. 33mitgeteilte Testament 5 ) von Einhart redigiert worden sei, denn dieser zeigt sich nicht nurüber die sonstigen letztwilligen Bestimmungen Karls unterrichtet, sondern bringt, auch dengenauen Wortlaut der Urkunde mit Datierung aus 811. Daß Einhart schon unter Karl Abtwar, ergibt der oben mitgeteilte Satz aus Gesta abb. Fontanell. c. 17; die ihm geschenktenAbteien sind Blandigny bei Gent (s. Mühlbacher, Regesten N. 561), St. Bavo in Gent (da-selbst N. 669), 6 ) St. Servatius in Maastricht (Teulet, Einh. opera 2, 419), St.Wandrille (bis823, s. Gesta abb. Fontanell. MG. SS. 2, 294) und vielleicht St. Cloud bei Paris (Einh. ep. 39p. 129, 15 de monasterio s. Chodoiraldi und n. 2). So vereinigte Einhart, dem Ludwig derFromme 815 auch Michelstadt und Obermühlheim 7 ) schenkte (s. Mühlbacher, RegestenN. 549), einen stattlichen Besitz in seiner Hand.

harts s. auch Theodulf a. a. O. S. 487 Vs. 177Nardus et Ercambald (Notar) si coniunganturOsulfo (Schüler Alchvines), Tres mensae pot-erunt unius esse pedes.

') Zur Stellung in der Hofschule s. Kurze,Einhard S. 13.

2 ) Das Werk wird in alten Katalogenwenig genannt, s. IX zweimal in Reichenauund in Murbach, s. XI in Gorze und Toulund vielleicht in Bamberg usw., s. Philol. a.alt. Biblkat. S. 41. Alte Hss. sind ebenfallsselten.

3 ) Vielleicht hängt auch hiermit zusam-men, daß Einhart ep. 18 (MG. Ep. 5,119,26 ff.)dem Grafen G. (Pfalzgrafen Geboin?) einenMaler am Hofe gegen seine Feinde zu schützenempfiehlt. Im Epitaph Vs. 6 (PL. 2, 238) heißt

es von Einhart: ac multis arte fuit utilis.

4 ) Daß hier einfach per Einhardum missasteht, ohne weitere Bezeichnung des Gesandten,dürfte unbedingt für die Verfasserschaft Ein-harts hinsichtlich der Annalen sprechen.

5 ) Interessant hieraus ist, daß Karl seinegroße Bibliothek zu verkaufen und den Er-lös an die Armen zu geben befahl.

«) Teulet, Einh. opera 1 p.LXXI glaubt,daß hier die Briefe Einharts gesammelt wur-den und daß die Hs. (Paris. 11379 s. IX) vonGent nach Laon gekommen ist; vgl. hierzuK. Hampe, MG. Ep. 5,105 n. 9 und Kurze,Einhard S. 32.

7 ) Siehe hierüber M. Bondois, La trans-lation des saints Marcellin et Pierre (Paris1907) S. 65 f.

Handbuch der klass. Altertuma-wissenschaft. IX, 2. 41