Kleinere Gedichte aus Italien.
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des Lactantius Placidus zur Thebais, den Scholiasten zu Lucan und wohlauch auf die alten Juvenalscholien. Ferner sind benutzt Martianus Capella,des Fulgentius Mitologiae, Isidors Etymologien; angeführt werden Vergil,Statius, Juvenal, Sidonius und ein karolingischer Dichter. 1 ) Vielleicht hatder Scholiast auch noch Kenntnis von Aemilius Macer (zu 1,100), vielleichtbenutzt er Aethicus Ister (zu 1,16) und Nonius (zu 1,64); an einigen Stellenmacht sich Anklang des Papias an ihn geltend (zu 3,131.140). Daß diespäteren Glossen für eventuelle Benutzung des Werkes in der Schule hinzu-gesetzt wurden, ist wohl anzunehmen, 2 ) aber es darf hieraus nicht mitW. Giesebrecht 3 ) geschlossen werden, daß es wirklich in der Schule ge-lesen wurde; denn es ist.nur durch eine Hs. überliefert und wird in altenKatalogen nirgends erwähnt.
Ueberlieferung. Hs.Venet. Marc. class.XIl cod.45 s.XI. Ausgaben: MG. SS. 4,189;Dümmler, Gesta Berengarii imperatoris, Halle 1871; v. Winterfeld. PL. 4, 355—401. Zuden Glossen vgl. besonders E. Bernheim, Forsch, z. deutsch. Gesch. 14,138—154. — Ebert3,138—144. Wattenbach 1,346 f.
Zu Lactantius Placidus. Die von den Gedichten gesonderte Ueberlieferung derStatiusscholien des Lactantius scheint nicht sehr reichhaltig zu sein. Obwohl Hss. s. X vor-handen sind (z. B. Valentian. 514 und 377), wird das Werk überhaupt erst in Katalogen vons. XI an genannt, und zwar zuerst ohne Namen des Verfassers s. XI in Gorze (Rev. Bened.22,10 N. 215) Statius cum commento und in Exeter (Dugdale, Monast. Anglic. 1, 528) GloseStatu. Erst im 12. Jahrh. erscheint der Name und zwar in St. Amand (Delisle, Le cab.des mscr. 2, 454 N. 199) cum glosis Lactanti super Statium Thebaidos; ohne Namen Corbie1200 (B. 136, 329) commentum in Statium und in Wessobrunn (B. 112, 89) commentum superStatium, 1129 in Egmond die Scholien (des Lactanz?) zur Achilleis (Arch. voor Nederl. Kerk-gesch. 2, 166) glose ... super Stathium Achi/lleidos; s. XIII in Rolduc (v. Gils, Aus Handel,van het 5e Nederl. Philolcongres S. 27 N. 157 ff.) Quatuor Statu AchiHeides et glose und S. 28N. 201 Glose Statu Thebaidis, und in einer unbekannten französischen Bibliothek (Schum,Die Amplonian. Hss. S. 362) duo Stacü cum glosidis. In Italien sind die ältesten Aufschriftenfür Statius erst zu Pavia 1426 und in der Biblioteca Este 1436 beglaubigt, und auch derLaktanzkommentar erscheint erstmalig 1426 in Pavia (Indagini storiche etc. 2, 11 N. 96 und17 N. 173); die italienischen Klöster haben ihn jedenfalls nicht frühzeitig, wenn überhauptgehabt, er fehlt nämlich sogar in Bobbio und in Montecassino und wird überhaupt nur inPavia, bei Borso d'Este (1467) und in Urbino (vor 1482) erwähnt. Vielleicht benutzte daherder Scholiast zu den Gesta Berengarii ein fremdes Exemplar.
109. Kleinere Gedichte aus Italien.
Veroneser Rhythmen. Niebuhr 4 ) fand imVatic. 3227 s. XI f. 80 zweirhythmische Gedichte, die nach seiner Anschauung ziemlich alt waren.Das zweite dieser Gedichte entdeckte Jaffe in der berühmten Liederhand-schrift Cantabr. univ. 1567 s. XI. B ) Beide, aber mindestens das zweite, ge-hören nach Traubes gründlicher Untersuchung nach Verona und sind ins10. Jahrhundert zu setzen. Das erste beginnt O Borna nobilis und besingtRom als Schauplatz des Martyriums der Apostel; es ist als Lied für denPeter-Paulstag bestimmt und stellt einen Cento aus früheren Kirchen-liedern dar, indem es die gewohnten Epitheta und Bilder für das Wirken
J ) Zu 1, 261 Plus dixisse, egisse minus,taxatur honestum (so zu interpungieren!)] hieversus cuiusdam sapientis est Francigeng. Ichkonnte den Vers nicht finden.
2 ) Siehe auch Dümmler, Gesta Bereng.S. 9.
3 ) De litterarum studiis apud Italos (1845)p. 12.
4 ) Rhein. Mus. 3, 1 ff. Kleine Schriften2 257.
5 ) Ztschr. f. deutsch. Altertum 14, 493.