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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
cipient. Zu 1, 1—15 vgl. Sedul. Pasch. Carm. 1,17—26. 37. Die Berechtigung der NachfolgeBerengars s. 1, 33—40. Die Analyse der Quellen besonders von Dümmler, Forsch, z. deutsch.Gesch. 13,415 und in Gesta Bereng. imp. (Halle 1871), sowie von v.Winterfeld, PL.4, 355ff.Statius und Homerus latinus. Statius war s. VIII in der Bibliothek von York,doch scheint er Aldhelm und Beda unbekannt geblieben zu sein; und er war auch in früh-karolingischer Zeit noch selten, doch befand er sich s. IX in Frankreich und Deutschland(Becker 20, 2. 15, 316. 136, 323 = Puteanus Paris.8051 s.lX). Noch bei Walahfrid ist seineKenntnis höchst unsicher, aber Ermenrich kennt ihn. 1 ) Jedenfalls wurde er s. X in derSchule gelesen, wie Richer und Walther von Speier bezeugen. Die Ilias latina ist im 9. Jahrh.in Frankreich und Deutschland vorhanden und zwar in Nevers, St. Riquier und Freising;benutzt wird sie wahrscheinlich von Hraban de univ. 12, 4 (Migne 111, 344), wo ein heuteallerdings nicht in ihr stehender Vers angeführt wird, und sicher von Ermenrich MG. Ep. 5,545, 23 (ut apud Homerum in Ih'ade). Da die Benutzung in den Gesta Berengarii stark istund nur eine einzige Hs. des lateinischen Homer aus s. X existiert, so gewinnen die Zitatein den Gesta für die Ueberlieferung erhöhten Wert.
Die Glossen. Die erklärenden Glossen und Scholien sind sehr ver-schiedener Art. Die meisten sind bloße Worterklärungen, die für denSchüler hinzugesetzt wurden. Andere, wie das Scholion zur Aufschrift desPrologs, sind Erläuterungen für das Verständnis im allgemeinen, vgl. auchzu 4,127. Andere erklären schwierige, besonders griechische Wörter, odererläutern mythologische Stellen. Außerdem finden sich sachliche Aus-einandersetzungen historischen 2 ) und geographischen 3 ) Inhalts, endlich sindmehrfach Notizen beigesetzt, die Auskunft über die Herkunft der im Textaufgenommenen Stellen aus alten Dichtern geben. Sicher ist, daß dieseletzteren 4 ) nicht vom Dichter selbst stammen, da er diesen Schmuck seinerDichtung kaum verraten hätte. Übrigens hat man es beim Glossator, mages der Dichter oder ein andrer Gelehrter sein, mit einem gebildeten Mannezu tun. So weist er zu 1,16 die angebliche Abstammung der Frankenvon den Trojanern als Volksfabel zurück und setzt zu 1,86 die Geschichtedes Paris als allen bekannt voraus, desgleichen zu 2,250 die GeschichteAchills. 5 ) Obgleich er ungemein viel aus Servius abschreibt, gibt er sichdiesem doch keineswegs ganz hin, sondern polemisiert zu 1,67 gegen ihn,wie er auch gegen den nur hier angeführten Donat zu 1,62 Stellung nimmt.Trotzdem bringt er es aber fertig, nach Sitte der Zeit die unsinnigstenEtymologien vorzuführen, die nicht aus Isidor, wohl aber aus dessen Geistestammen, wie zu 1,90 sodales dicuntur quasi simul edales. 6 ) Aber sonstverraten die Glossen einen in der alten Literatur sehr erfahrenen Mann,der vielleicht auch, wie Bernheim (Forsch, z. deutsch. Gesch. 14,145.148 ff.)zu erweisen suchte, ein Glossar zu Rate gezogen hat, das auch von JohannesBaibus im Catholicon benutzt zu sein scheint. 7 ) Der Umkreis der vomScholiasten gekannten Literatur ist ziemlich groß, er erstreckt sich aufdie Grammatiker Donat, Priscian und Maximus Victorinus, sowie Paulus'Auszug aus Festus, auf die Erklärung von Vergils Gedichten durch Servius,
') MG. Ep. 5, 501, 8 ff. steht allerdingsbei Priscian, vgl. aber p. 569 Vs. 36 mit Theb.3,661.
2 ) So zu 1, 21. 88. 90. 139; 3, 30. 57.
3 ) Z.B. zu 1, 37. 53. 148. 232; 2, 100 f.;3, 238.
4 ) Vgl. die Glossen zu 1, 168; 2, 117; 3,160.194.268.270; 4,25. Ueber andere s. B e r n -heim, Forsch, z. deutsch. Gesch. 14, 139 und
n. 5. 140.
5 ) Vgl. auch 1, 93 zu puras auras.
°) Aehnlich zu 1, 148 Aihesis ... inter-pretatur . .. sine positione, oder zu 1,66 cordedicuntur a corio.
7 ) Indes kann im Scholion zu Prol. 6 auchder Schol. ad Juvenal. 3,296 (ed. Jahn p. 215)benutzt worden sein.