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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Ecbasis captivi.

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Nichtachtung der Wissenschaften und sein ständiger Trieb zum Umher-schweifen hätten ihm daher im Kloster den Namen Esel eingebracht. DieEnge des Klosterlebens wurde ihm schließlich zu drückend und eines Tages,als die Klosterleute mit der Weizenernte und dem Wein beschäftigt waren,fiel ihm seine Untätigkeit stark aufs Gewissen; da scheint er durch Fluchtaus dem Kloster Befreiung gesucht zu haben. 1 ) Er wurde indes bald wiederzurückgebracht und wollte nun seinen Fehltritt durch ein größeres Werkwieder gut machen. So wandte er sich der Dichtkunst zu, und die Ein-leitung (Vs. 1642) zeigt, daß er an verschiedene Stoffe gedacht hat, eheer an die durch Fabelgewand verhüllte Darstellung seiner eignen Schicksaleherantrat. Jedenfalls waren die Schwierigkeiten für ihn groß, da er keinebesondere Lust zum ängstlichen Abwägen der Silben und zum richtigenGebrauch der Tempora besaß (Vs. 22 ff.). Aber auch die Darstellung selbstmuß ihm die größten Schwierigkeiten bereitet haben, denn die ganze Ein-leitung hat einen so verworrenen Gedankengang falls sie überhauptrichtig überliefert wird, daß es erst dem eindringenden Scharfsinn vonE. Voigt 2 ) möglich gewesen ist, sich in diesem merkwürdigen Labyrinthzurechtzufinden.

Das Werk selbst nun besteht aus einer Verkettung von Tierfabeln,die einen inneren Kern bilden, der durch eine Außenfabel umrahmt wird.Diese lehnt sich an die Geschicke des Dichters an 3 ) und erzählt von einemKalbe, das sich im Stalle von seiner Fessel frei gemacht hatte und imWalde dem Förster Wolf begegnete, der seit drei Monaten auf Fleisch-nahrung verzichtet hatte. Der Wolf beschließt, das Kalb zu fressen, dasnur um kurzen Aufschub bittet, doch wird es von der Fischotter, die nebstdem Igel abends zur Wolfshöhle kommt, um dem Wolfe allerhand Speise-vorräte zuzuführen, beschützt. Dieser Schutz wäre aber nicht nötig ge-wesen, denn der Verlust des Kalbes war vom Hirten entdeckt worden undder Hund hatte die Spur gefunden. So zieht die ganze Herde zur Belagerungder Wolfsburg aus. Der Wolf jedoch zeigt beim Anblick der Feinde keineAngst, da er den Fuchs nicht unter ihnen sieht. Darüber sind Otter undIgel erstaunt und sie fragen den Wolf, warum er den Fuchs so fürchte.Der Wolf erzählt ihnen nun in breitester Darstellung die Innensage, umseine beiden Vasallen darüber aufzuklären, daß das Wolfsgeschlecht allenGrund habe, den Fuchs zu fürchten. Und zwar erzählt er die Fabel vomkranken Löwen und der Klugheit des Fuchses, der sich den Löwen durchseine vortrefflichen Ratschläge ungemein verpflichtet, indem er dem Königder Tiere in der dem Wolfe abgezogenen Haut ein untrügliches Mittel gibt,seine Gesundheit wiederzuerlangen. Da diese Kur völlig anschlägt und dieDienstbeflissenheit des Fuchses eine außerordentliche ist, so erhält dieser,als nach der Genesung des Löwen die Tiere sich in alle Himmelsrichtungen

') Das ergibt sich aus der Rede desKalbes Vs. 124 ff. Ob die Flucht freilich vorden Vs. 5058 erzählten Verhältnissen liegtoder nach ihnen, ist nicht ganz sicher. Auchichnehme,wieZarncke S.119ff.,dieWorte58claitstrali carcere septo nicht im Sinne von

Gefängnis.

2 ) Hierzuhat Zarricke S.119122 man-cherlei Korrekturen gegeben.

s ) Vs. 124 Inberbis iuvenis, Tullensis dis-colus urbis.