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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Salomo III. und Waldram.

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den königlichen Titel führte. 1 ) Vielfach werden längere biblische Stellenin das Gedicht verwebt, dessen letzte Partien übrigens an großer Unklarheitleiden. 2 ) Auch werden Vergilverse und Stellen aus Gregor und Hieronymusangeführt. Am Schluß werden die Freundschaftsbeteuerungen wiederholtund der Wunsch ausgesprochen, Dado möge den Hatto (von Mainz) in denvon ihnen geschlossenen Freundschaftsbund aufnehmen. In einem zweitenGedichte an Dado erwähnt Salomo das frühere 3 ) und beklagt nun den Todseines Bruders Waldo, der ihm alles gewesen sei und ihn alles leichterhabe ertragen lassen. Auch hier führt Salomo reichlich Bibelstellen an undgedenkt auch, wie im ersten Gedicht, der Vita Martini. Als einzigen Trosterwähnt er, daß Waldo in seinen letzten Stunden den Zuspruch von Bischöfengehabt habe, mit denen er über sein Ende sprechen konnte. In einemkurzen Anhang meldet er dem Dado, daß er ihm zugleich ein Trostgedichtübersende, das er von befreundeter Seite erhalten habe und das ihn zumAusharren auffordere. Dies Gedicht stammt von Waldram. Es ist im großenund ganzen ein Cento, denn nach kurzem, biblisch gehaltenem Eingang er-scheinen zunächst die vier ersten Klageverse aus dem Gedicht des Boethiusvor der Consolatio philosophiae und dann die größere Hälfte von FortunatsTrostgedicht an Chilperich und Fredegunde. 4 ) Der Schluß ist zunächstwieder biblisch und sodann in Fortunats Weise gegeben. Bald darauf sandteWaldram an Salomo ein kleineres ähnliches Gedicht, das sich ebenfallsaus fortunatischen Flicken zusammensetzt. Das letzte der Gedichte schreibtein armer Mönch an seinen Herrn; auch dieses gehört wohl Waldram an,und v. Winterfeld hat mit Recht die in der Handschrift getrennten zweiStücke zu einem Ganzen verbunden, da sie sich gut zu einer Einheit zu-sammenschließen. 6 )

Die Gedichte Salomos sind fast durchgehend leoninisch gereimt, ebenso die VerseWaldrams, soweit sie nicht von andern Dichtern stammen. Mehrfach erscheinen griechischeWorte (1,198. 221. 228). Ein seltsam gebildetes Wort ist eguus 1, 234. 295; animequior eodo(2,97) ist biblisch. Die Prosodie ist nicht stets rein, s. die Noten v.Winterfelds. Hs.:Sangall. 197 s. X p. 301. Ausgaben von Dümmler, St. Gall. Denkmale S. 229—247 und vonv.Winterfeld, PL. 4, 297—314.

Psalterium. Die Datierung in dem Gedicht (PL. 4, 347) ist merkwürdig genau, sogardie Handschrift wird Vs. 13 kurz beschrieben. Hss.: Bamberg. 6 ) 44 (A. 1. 14) s. X und Colon. 8(Darmstad. 2009) s. XI—XII. Das Gedicht hrsg. von Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reiches2,680ff.; von Hamann, Canticum Moysi ex psalt. quadrupl. Salomonis III. (Lips. 1874) p.IX f.;von v.Winterfeld, PL. 4, 347 f.; (Migne 29,122 Vs. 13—44). Vgl. Dümmler, Forsch, z.deutsch. Gesch. 6,125. S. Berger, Hist. de la Vulgate S. 130 f.

Glossarium Salomonis. Die Vorrede des Glossars hat keine Beziehung zu Salomo,in der Ueberschrift heißt es Salemonis ecclesiae Constantiensis episcopi glosse ex illustrissimiseollecte anctoribus, s. den Druck s. 1. e. a. (ca. 1483). Im Einsidl. 293 s. XII Incipiunt glossaeiussii Salomonis Constantiensis episcopi de diversis auctorabilibus Ubris defloratae et in unumvolnmen dilucide studioseque digeste. Der Sangall. 905 s. X 7 ) hat auf der Außenseite den

1 ) Vgl. Vs. 143. 164. 175. 177 ff.

2 ) Vs. 234 ff. ein Zwiegespräch zwischendem Dichter und seinem Verstände.

3 ) p. 307 Vs. 7 Tempore transacto dam-num generale querendo Quaedam conscripsi,presul amande, tibi.

4 ) Portun. 9, 2. Die Kollation hat F. Leo(Fortunati Carmina p. 205 ff.) gegeben. AuchCarm. 6, 5, 370 wird verwendet.

5 ) Das ergibt Vs. 11 (p. 313) quid ob hoc

mihi nunc Sit agendum sowie der Vergleichvon Vs. 11 mit 1—4. Zum Inhalt des Ge-dichts s. oben. Der Ursprung aus St. Gallenist nach Vs. 69 f. sicher.

6 ) Vgl. Leitschuh, Katal. d. Bamb.Hss.1,1, 36 ff.

7 ) Anfang und Ende defekt: es fehltvorn die Einleitung, A aa ab, ain Ende fehlendie Buchstaben Y und Z.