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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Abbo von St. Gerniain-des-Pres.

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Meer beherrschen konnte. Den Schluß des Buches bildet die Begründungdieser Feigheit, denn Abbo zieht hier als Geistlicher gegen die drei Haupt-fehler der Franzosen heftig zu Felde, nämlich gegen die Hoffart, diesündige Liebe und den Kleiderprunk; in den letzten Versen bittet er denLeser, für ihn zu beten.

Hiermit hätte das Werk eigentlich sein Ende erreicht, doch Abboschrieb noch ein kurzes, drittes Buch*), dem er dieÜberschrift gab Ingreditur 2 )tcrtias clericorum scilicet decvs iyrunculorumque effectus. 3 ) Der Inhalt bestehtnämlich aus Lebensregeln für den Geistlichen, und die Sprache ist ein fastunverständliches Latein, das Abbo mühsam aus den entlegensten Wortender Glossare zusammensuchte und damit das Lesen dieser Verse zu einerArbeit für die Schüler machte. Hatte er nämlich schon in den zwei erstenBüchern oft genug nach seltnen Ausdrücken gesucht und dadurch bei seinerüberaus unklaren Wortstellung das Verständnis seiner Verse bedeutenderschwert, so sieht sich der Leser beim dritten Buche zunächst ratlos nachder Bedeutung einer sehr großen Menge von ganz ungebräuchlichen Wortenum. Allerdings hat Abbo die Lektüre dadurch erleichtert, daß er 4 ) diesenWorten stets die Bedeutung überschreibt, wie er das schon vorher im ganzenGedichte getan hatte. Welches Glossar er hierzu benutzte, ist noch nichtfestgestellt. G. Goetz meint, 5 ) daß sein Glossar dem Liber glossarum ähnlichgewesen ist, und v. Winterfeld 6 ) fand, daß die Glossen des dritten Buchessich fast sämtlich bei Papias finden, der den Liber glossarum ja benutzthat. Die Verse selbst sind monostichisch bis tristichisch, öfters schließtauch der Gedanke mitten im Verse. Eben wegen dieses lehrhaften Stoffeswurde das dritte Buch vom Ganzen gelöst und wurde nicht selten alleinabgeschrieben, während die zwei ersten Bücher nicht viel Interesse gefundenhaben und höchst selten kopiert worden sind.

tfeberlieferung. Die Bella Parisiacae urbis werden von Radbod von Utrecht gekanntund benutzt, s. v.Winterfeld, PL. 4,165 f. Das dritte Buch kennt der Verfasser der Ec-basis captivi (713 und 1001 vgl. mit 3,1 und 90) und der Chronogr. s. Benigni Divionensis,s.v.Winterfeld, Praeterita ad p.75. Mindestens eine Hs. befand sich s.X in Peterborough(s. oben), vielleicht gehörten aber auch die dort s. XIV dreimal genannten Versus Abonis(Serapeum 12, Intell. 169 ff.) zu unserm Gedicht. Eine zweite Hs. besaß Amplonius in Erfurt1412 (vgl. Schum, Verz. d. Amplon. Hss. S. 790. 4). Einzige vollständige Hs. ist Paris. 13833s. IX—X (aus St. Germain). 7 ) Buch 3 allein enthalten Harlei. 3271 s. X—XI und 3826 s. X;Oxon. St. John's Coli. s. XI; Mus. Brit. Kings libr. 3'A VI s. XIII; Cantabrig. Gg. 5. 35 s. XI;Valentian. 288 s. X — XI, Paris. 5570 s.XI und Samarobriv. 110 s.XIII. Ausgaben: Die älterenAusgaben haben mit Ausnahme der von T. Duplessis (s. v. Winterfeld p.75) zum Ver-ständnis des schwierigen Gedichts nichts beigetragen; 3 ) hrsg. von Pertz, MG. SS. 2,776 undbesonders von v. Winterfeld, PL. 4, 77—121, Buch 3 nach Valentian. 288 auch von Man-geart, Catal. des mser. deValenc. p. 656. Vgl. Dümmler, Neues Archiv 4, 556. Watten-bach 1, 329 f. und besonders E. A. Freeman a. a. O. S. 123—135.

') Es enthält nur 115 Verse, die zweiandern besitzen deren 660 und 618.

2 ) Heilst nach der Glosse incipit.

3 ) Nach der Glosse utilitas.

4 ) Daß er das selbst getan hat, ergibtsich aus dem Briefe an Gozlin p. 78, 9 pro-prio- manu linguas superieci.

6 ) Berichte üb. d. Verh. d. Sachs. Ges. d.Wiss. 1896,72, wo eine Reihe von seltenenWorten ausgehoben werden; s. S. 72 f. Erklä-rungen zu abaso, appodix, aprilax.

°) PL. 4,73 n. 7.

7 ) Pertz hielt ihn als von Abbos eignerHand geschrieben, doch ist dies nicht sicher,s. v. Winterfeld p.75.

8 ) Zu den von v. Winterfeld p.75 nam-haft gemachten Ausgaben kommt noch einDruck von Cockayne, Leechdoms of earlyEngland 1 p.LVIII. Dort ist der Harlei. 3271mit der um 1000—1050 entstandenen angel-sächsischen Glosse veröffentlicht und ein Stückaus dem Cantabrig. abgedruckt.