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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Godescalc. Theodulus.

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eclogam rec. . . . Ioannes Osternaeher, Ripariae prope Lentiaml902) S.lOff.erwiesene Entstehungszeit der Ekloge sowie die merkwürdige Übereinstim-mung der beiderseitigen Hexameter, so wird man sich dem Gedanken schwerentziehen können, daß Theodul der Sachse Godescalc war. 1 ) Nämlich auchbei ihm sind alle Hexameter gereimt und auch hier trifft die Cäsur fastausnahmlos in die Penthemimeres. 2 ) Daß der Dichter außerdem nicht inden Süden gehörte, also kein Italiener war, wie die spätere mittelalterlicheTradition lehrte, ergibt sich einfach aus Vs. 3, wo vom Lindenschatten dieRede ist, in den der Hirt Pseustis seine Ziegen trieb — denn südlich derAlpen wächst die Linde nicht mehr. Alles was man von dem angeblichenItaliener wußte, der in Athen studiert haben sollte, war nichts als Fabelei,deren Ursprung aber noch aufzuhellen ist. 3 )

Das Gedicht selbst hat keine ganz unbedeutende wissenschaftlicheArbeit zur Vorbedingung, daß der Stoff aber einer vor 529 entstandenengriechischen Quelle entnommen sei, wie Osternacher S. 13 vermutet, ist dochhöchst unwahrscheinlich. Denn dem in bildungsreicher Umgebung lebendenAutor standen zu seiner Zeit genug Hilfsmittel zu Gebote. Die Anregungzur Darstellung mochte er sowohl aus der in christlichen Kreisen seit alterZeit beliebten Parallelisierung alt- und neutestamentlicher Geschichten undaus dem Vorbild in Vergils dritter Ekloge erhalten haben. Eine gewisseSystematik im Stoffe liegt darin, daß mit Saturn und Paradies begonnenwird und die Fortsetzung auf Seite des Pseustis nach der Reihenfolge deralttestamentlichen Überlieferung geschieht; diese wird jedesmal zugrundegelegt und dann ist ein ähnliches Faktum aus der antiken Mythologie gegen-übergestellt worden. Dabei lieferten Ovids Metamorphosen 4 ) manchen Stoff,desgleichen Vergil, 5 ) auch wurde Martianus Capella 6 ) hinzugezogen, der 334(Mart.1,25 p.12) auch genannt wird; hierzu kommen christliche Dichter, wiePrudentius (83 f. Dittoch. 3,2) und Sedulius (81 Pasch. Carm. 1,174). Die großeZahl angeblicher Quellen aber, die Osternacher in seiner kommentiertenAusgabe unter dem Text 7 ) anführt, lassen sich bei näherer Betrachtungauf die genannten und auf das mythologische Handbuch von Servius' Vergil-erklärung einschränken. 8 )

Fortleben und Ueberlieferung. Das älteste Zeugnis für Theodul bietet der Eton.L. 6. 5 s. X; aus s. XI sind dann allein die Fragmente in einem Linciensis zu nennen, vgl.Osternacher (1902) S. 17 N. 24. Aus demselben Jahrhundert stammen aber noch zwei Auf-schriften (s. Manitius, Analekten z. Schulgesch. d. Mittelalt. in Mitt. d. Ver. f. deutsche Erz.-u. Schulgesch. 16 S. 4 und 16,234) in Blaubeuern und Egmond. Außerdem glossierte in derzweiten Hälfte s. XI Bernhard von Utrecht die Ekloge 9 ) und widmete sein Werk dem

M Zuerst ist der Gedanke ausgesprochenvon v.Winterf eld inHerrigsArchiv f.neuereSprachen 114, 68 f.; vgl. Hamilton, ModernPhilology 7,171.

2 ) Nur Vs. 20 die Hephthemimeres.

3 ) Wahrscheinlich gaben Vs. 4 ff. die ersteVeranlassung zu den Fabeln über den völligunbekannten Autor.

4 ) Zu 61 ff. vgl. Met. 1, 218 ff. 69 1, 313 ff.128 15,544.

6 ) 22 Aen.II,709. 29 Ecl.7,17. 37 Aen.3,117. 77 ff. 5, 254 f. 128 7,762. Vgl. Frey

S. 11 f.

6 ) Nämlich 288 f., vgl. Mart. 1, 42 p. 17.Die Erwähnung des jüdischen Tetragramma-ton entstammt wohl eigener Kenntnis undnicht Isid. Et. 19, 21,7.

') Quos auctores Latinos et sacr. bibl.locos Theodulus imitatus esse videntur, Er-fahr prope Lentiam 1907. So wird hier zu326 gar die Auswahl zwischen Strabo, Hesiodund Sophokles als Quelle gelassen!

8 ) Siehe hierüber Frey S. 13.

9 ) Siehe hierzu Frey S. 14-19.