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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Florus von Lyon.

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Otric heißt er Subdiakon (PL. 2. 569 Flori Lugdunensis ecclesiae subdiaconi); Hincmar nenntihn öfters Magister (Opera ed. Sirmond 1, 27 ff. 45. 47. 49. 119), ebenso die Aufschrift ausCrepy s. XII (Bibl. de Fee. des chartes 63, 483) N. 57 Über magistri Flori de sacramentis.Presbyter heifit er bei Ratpert Cas. s. Galli (ed. Meyer v. Knonau p. 54) c. 29 und im San-gall. 279 p. 1 [Presbiter hos Florus), nirgends findet sich ein Titel in den Gedichten undBriefen. Die völlige Zugehörigkeit zu Lyon s. Opusc. adv. Amal. 2, 8 (Migne 119, 88 A) sedamore ecclesiae huius dominae meae et nutricis meae loquor cui ... omne debeo caritatis etpietatis obsequium. Briefe von Florus sind nur wenig erhalten, nämlich das Schreiben Agobards,bei dem er und Hildigis beteiligt waren, MG. Ep. 5, 206, der Brief an hohe Kleriker Ep. 5,267 ') und der Brief an Hyldrad Ep. 5, 340. Hierzu kommt die Vorrede zum Pauluskommentaraus Berol. 347 s. XII hrsg. von V. Rose, Verz. d. lat. Hss. d. kgl. Bibl. zu Berlin 2,142.

Die Schrift über die Bischofswahl bei Migne 119, 11 ff., dort 14 A über die VitaEucherii Lugdunensis. Die weitläufige Mefierklärung Migne col. 1572 (opusculum de actionemissarum collectum) ; Kritik s. Mönchemeier S. 208; Hs. Berol. 348 s. XIII aus Marienfeldf. 146 a; liber magistri Flori de sacramentis heifit das Werk in der Aufschrift von Crepy(s. oben), Flores (1. Florus) contra Amalarium (Cluni s. XII, s. Delisle, Le cab.2, 475 N.417)bezieht sich wohl auch auf dieses Werk. Der Brief in Gemeinschaft mit Agobard und Hil-digis s. Ep. 5, 206; dort p. 206,14 ff. und 18 ff. über epileptische Zufälle und häufige Brand-male. Daß Amalar in Lyon zu mächtiger Stellung gekommen war, ergibt die Aufschriftvon Florus' Brief Ep. 5, 267 aus J. 838 contra falsiloquas adinventiones Amalarii quondamLugdunensis chorepiscopi; die Stelle über Amalars neue Werke p. 268,1422. Die zweiteSchrift zur Synode von Diedenhofen bei Migne col. 9496 (vi in publico ecclesiae nostraeconventu iaetare ausus sit, ad hoc vos ... fuisse perduetos, ut omnes manu propria suis in-eptissimis libris subscribere . .. velletis). Das Schreiben über die Synode von Kiersi s. Mignecol. 8094. Ueber die Veranlassung zu der vierten Schrift, die im Sangall. 681 fälschlichdem Papst Martin beigelegt wird (Mönchemeier S. 37 f.), vgl. die zweite Aeußerung andie Synode von Diedenhofen bei Migne col. 95 A ut in publico ecclesiae nostrae conventuiaetare ausus sit ... Cui ego per maiores natu respondi ... Addidi etiam ... Collegi autemipse ac digessi in ordinem. Mönchemeier S.41 stellt diese Schrift in den Anfang des Streitesund läßt den Brief an die fünf Kirchenfürsten zur Synode von Kiersi senden; außerdemhält er p. 44 ff. das weitere Schreiben an die Synode von Diedenhofen Migne col. 9496für die Einleitung zu einer Rede auf der Synode von Kiersi, deren Schluß an das Ende desopusc. de causa fidei gehört (dies reicht nach ihm bis Migne col. 84 B et exsecrandi errorisconfutationem, der Schluß jener Rede beginnt mit In omnium qui haec legere vel audirevoluerint). Danach wäre Amalar hier noch nicht verurteilt, und Florus beginnt den Schluß derAnklagerede (S. 48). Diese Aufstellungen haben eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich,doch bleibt erst eine kritische Ausgabe der drei schon längst bekannten Schriften ab-zuwarten. Zur Judenfrage s. die Stücke von Florus' kanonistischer Sammlung 1. 2. 16 (ausd'Achery, Spicileg. 12, 48 bei Migne col. 419 ff.). Das Gedicht Querela de divisione imperii der Titel ist hs. nicht bezeugt hat im Anfang 1 ff. eine gewisse Aehnlichkeit mit demSchluß von Priscians Periegesis 1080 ff. (vgl. besonders 1084 mit 1); der Ton ergibt sichwohl daraus, daß Florus (wie Agobard) Anhänger der Reichseinheit war. Das Gedicht hatdie bei Florus auch sonst beliebte Form der strophischen Gliederung der Hexameter (hierje vier, in Carm. 13 je drei Verse). Hier sind mehr Bibelstellen als gewöhnlich in dasGedicht hineingearbeitet worden, auch schließt sich Florus hier sehr stark an poetischeMuster an. 2 )

Der Brief an Hyldrad (Ep. 5, 340) verrät genaues Studium des Bibeltextes. Zur Ver-wendung des hebräischen Textes p. 340, 25 etiam hebraicum et ipsum volumen ad lectionemadhibui, 3 ) jedenfalls mit Unterstützung der Lyoner Juden; hebräische Psalterien werden nurganz selten genannt, s. Martinsberg 1093 (B. 71,71). Zur Anwendung mehrerer Hss. s. p. 340,17valde mihi molesta et gravis extitit multorum codicum perplexa ac mendosa varietas, zu denkritischen Zeichen 340, 22 und 29 und 342, 42 f., wo die Ratschläge für das neue Psalteriumeinzusehen sind. Von der Gründlichkeit und dem gegen früher gehobenen Geschmack derKarolingerzeit zeugen die Worte p. 343, 3 ut liber ille novicius honestate ac decore et utilitatesui et librarium exerceat et lectorem erudiat et pascat animos et oblectet aspectus. Nachp. 343,18 wünschte Florus den fertiggestellten Psalter zu sehen; das Begleitgedicht s. PL. 2,549 N. 22.

Das erste Gedicht an Modoin ist N. 24 p. 553; zur heidnischen Poesie s. Vs. 23 f. 27bis 30, der christliche Stoff des übersandten Gedichts ergibt sich aus 7 Caelestem sitiens

') Selten ist hier die Angabe des altenProvinznamens (p. 267,24) et ex provintiaLug-dunensi prima Älberico Lingonensi; Langresgehörte aber zur Gallia Belgica.

2 ) Eine Stelle (Vs. 27) verrät durch den

gleichen Reim Kenntnis des Briefes von Ago-bard an Matfrid (Ep. 5, 202, 8 Quievit timorregum et legum in multis).

') Außerdem p. 340, 34 quid in his he-braica sibi vindicet veritas adnotavi.