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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
traxisti in viscera flatum und 9 Hausisti placidas lesu de fontibus imdas. Aufforderung zurBehandlung neuer Stoffe s.Vs. 37—54. Das zweite Dankgedicht ist N. 26; es ist noch sehrunterwürfig gehalten, vgl. Vs. 11—18. Die Beschuldigungen im dritten Gedicht N. 27 s.Vs. 11bis 18. 39 ff. und 79 (Numquam prisca meos vexarunt iura ministros, Pondere nee saecli resonerata sacra est) 83 ff. Mit diesem Gedicht, das Vs. 97 ff. die kirchenfreundlichen Kaiserals Erlasser von Konstitutionen erwähnt, stimmt der Kommentar zu den Konstitutionen-fragmenten, den P. Maassen, Wiener SB. 92, 321 ff. aus Ambros. A 46 inf. s. X herausgabund S. 305 ff. mit dem Gedicht eingehend verglich. Beides stimmt so genau überein, daßsich hieraus die Autorschaft des Plorus für jenen Kommentar ergibt, der zu einer kanonisti-schen Sammlung geschrieben ist, die im verlorenen Cod. S. Mariani Autissiod. den Titel hatHaee a dom.no Floro viro prudenti collecta sunt ex lege et canone, vgl. Migne 119, 419 Bund Maassen a. a. 0. S. 301 ff. Die Sammlung im Ambros. A 46 ist nach M. Conrat, Gesch.d. Quellen u. Lit. d. röm. Rechts 1, 253 eine unvollständige und abweichende Redaktion derFlorussammlung; zur Tendenz s. Conrat S. 254.
Die Gedichte des Florus sind nicht bedeutend, weil ziemlich unselbstän-dig, namentlich die Bibelversifikationen (Carm. 1—3 Evangelienparaphrasen,6—8 Psalmenparaphrasen, vgl. 9). Die übliche Parallelisierung des Altenund Neuen Testaments gibt den Titel von Carm. 4 Oratio cum commemo-ratione antiquorum miraculorum Christi dei nostri, ein Gedicht, das zweiKehrverse besitzt. 1 ) Das Gedicht über die christlichen Feste (N. 5) betiteltsich Epigramma libri omeliarum totius anni ex diversorum patrum tractatihisordinati; es war also für ein Homilienbuch des Kirchenjahres bestimmtund beginnt mit der Geburt Christi und nennt als letztes Fest das desAndreas. Die Paraphrase des 27. Psalms (N. 8) besteht aus fünfzehn Hymnen-strophen zu je vier jambischen Dimetern von reiner Bildung. Ein Gedicht(N. 12) war als Aufschrift für ein Buch bestimmt, das dem heiligen Stephanusgewidmet wurde. Das Gedicht auf die Ankunft der Reliquien der HeiligenCyprian, Speratus und Pantaleon in Lyon besteht aus strophisch gegliedertenphaläcischen Hendekasyllaben. In den Versen an Wulfin von Orleans be-dauert Florus, daß ihm das von Wulfin vor einem Jahre gesandte Gedichtabhanden gekommen und die von ihm geschenkte Schale zerbrochen sei, under bittet ihn um neue poetische Gaben. Im Gedicht an Bernhard von Viennebedankt er sich für Grabschriften und andre Geschenke, die ihm dieserübersendet. Alle diese Gedichte sind von Dümmler, PL. 2, 509—566 heraus-gegeben. Später fand Fed. Patetta (s. Atti della R. Accadem. delle Sei. diTorino 27,123ff.) im Vatic. reg. 598 s. IX f. 61 die beiden Gedichte an Audinus 2 )und Thomas. Im ersten bedankt sich Florus für Gedichte, die ihm jener trotzweiter Entfernung geschickt hatte. Das Gedicht an Thomas quillt übervon Dank für vierzehn Gedichte, die Florus von ihm erhalten hatte, undes scheint, daß sich dabei eine Ekloge befand, in der Thomas und Florusauftraten (Vs. 11 Ut gemini versus nectuntur iure canendi, Sic duo divinuspectora iitngat amor. 3 ) Thomas muß sich in hoher und angesehener Lebens-stellung befunden haben nach Vs. 9 Quem non divitie, non gloria celsa potenüs(so statt potenti) Obruit mit memori depidit ex animo, er war daher viel-
! ) 0 virtus aeterno, dei, quam machinamundi Sucipit auetorem, cui servit terra po-lusque.
2 ) Ein Audinus ist aber bei Florus un-bekannt; es wäre daher vielleicht p. 125 Vs. 16Modernus zu schreiben und an Modoin vonAutun zu denken, mit dem ja Plorus früher
im besten Einvernehmen gestanden hatte.
3 ) Vgl. auch 5 'Nomine distineto recinentiacarmina metro ; in Vs. 6 fehlt ein ut. In Vs. 30ist vielleicht zu schreiben misceat alma sonosnach Plori Carm. 23, 18, Vs. 29 vielleicht quo-tiensque peraeta.