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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

pro Ubforum varietate constahat, ope et subsidio praecipne usus sum .. . Flori Lugdunensis..,qui... librorum auihenticorum non mediocri copia et veritale cognoscitur abundare. Ab hocego sumptis veteribus emendatisque codicibus martyrölogicum llbrum ... metro edidi. Mar-tyrologien in Versen ohne Wandalberts Namen s. Neues Archiv 32,676; das Werk über dieMesse (Passau 903 bei Becker 28, 35 et opus Wan dydconi in Ministerium celebrationis misse)gehört doch wohl dem Wandalbert.

Ueb erlief erung. Das Werk wurde entweder ganz oder nur in seinem Hauptteileabgeschrieben, doch sind weder alte Aufschriften noch Handschriften häufig, und literarischwird es nur von Sigebert de Script, eccl. 128 (p. 149 ed. Miraeus) genannt Wandalbertusscripsit martyrologium metrico stilo. In alten Katalogen erscheint das Werk s. XI zu St. Oyan(Delisle, Le cab. 3, 386, 86) 1 ) und in Egmond s. XI (Arch. voor Nederl. Kerkgeschied. 2,146),wo es den Titel Wandelbertus in astronomia führt. 2 ) Vollständig erscheint das Gedicht imParis. 2832 s. IX, wo Gedichte des Florus vorausgehen und solche Theodulfs folgen, imParis. 18558 s. X, Bruxell. 10615-10729 s. XII, Cantabrig. univ.771. Dd. XII. 54 s. XIII (inveränderter Reihenfolge). Das Martyrolog allein enthalten Sangall. 250 s. IX, Vatic. reg. 438s. X (in beiden Hss. folgen astronomische Gedichte der Anthologie), Paris. 7521 s. XI, 5251s. X. 3 ) Das Horologium allein steht im Einsidl. 302 s. X und Paris. 12117 s. XI. So ist dieUeberlieferung in Hinsicht auf die Bedeutung des Workes nicht eben sehr ausgedehnL. Ueberdie älteren, meist unvollständigen Ausgaben s. Dümmler, PL. 2, 568. Einzige kritische Aus-gabe PL. 2, 569622, vgl. p. 701. Ebert2, 185. Hauck 2,666 n.5.

94. Florus von Lyon.

Der Diakon Florus gehört ausschließlich der Lyoner Kirche an. Erhat im dortigen Bistum frühzeitig eine große Bolle gespielt und dem streit-baren Bischof Agobard, sowie später dessen Nachfolgern Amulo und Bemigiusals eine besonders bewährte Kraft auch literarisch treu zur Seite gestanden,als es galt, die Bechte der Kirche gegen die Juden zu behaupten, dieNeuerungen Amalars zu bekämpfen, gegen die Prädestinationslehre desGodescalc und Johannes Scottus aufzutreten, die kanonischen Bischofswahlenzu verteidigen und eine kanonische Sammlung anzulegen, durch die einer-seits die Bechte der Juden angegriffen wurden und andrerseits nachgewiesenwerden sollte, daß im Frankenreich der Klerus nicht ohne weiteres demweltlichen Gericht unterworfen sei. Man sieht hieraus die Arbeit einesumfassenden Geistes, und eine andere Persönlichkeit hätte der vielbeschäf-tigte Agobard zu seiner Unterstützung auch nicht brauchen können. Dennohne Zweifel wurde Florus von seinem Bischof in der mannigfachsten Weisebenutzt, da er kenntnisreich war und mit der Feder gut umzugehen wußte.Wäre uns seine Korrespondenz aufbewahrt, 4 ) so würden wir wahrscheinlicheinen tieferen Einblick in die literarische Werkstatt zu Lyon tun können,aber es hat sich niemand die Mühe genommen, seine Briefe zu sammeln.

Seine früheste Schrift scheint eine kurze Abhandlung über die kanonischeBischofswahl zu sein, in der er unter Benutzung Cyprians und der Lebens-beschreibungen des heiligen Martin von Tours und des Eucherius von Lyon 5 )erweisen will, daß nur die Gnade Gottes, die die Wählenden erleuchte,zur Wahl nötig sei, während die fürstliche Macht nur ihre Übereinstimmung

') Ist die Hs. Mannos, nämlich Paris.2832 s. IX.

ä ) Diese Hs., wohl auch aus karolingi-scher Zeit, scheint verloren zu sein.

3 ) Ueber die oft zahlreichen Zusätze derHss. vgl. Dümmler, Neues Archiv 4,306 -311,wo die Hss. genauer beschrieben werden.

4 ) Daß sie bedeutend war, lehrt dasChron. Novalic. 4 (MG. SS. 7, 107), wo vomBriefwechsel mit Abt Hyldrad von Novalesedie Rede ist.

5 ) Diese scheint nicht mehr vorhandenzu sein.