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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Wandalbert von Prüm.

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pherekrateischen Versen, in dem dem Hexaemeron die Schöpfung des

Menschen beigefügt wird. So setzt sich das ganze Werk aus antiken wie

christlichen Bestandteilen zusammen und verbindet mit alter Gelehrsamkeit

Beobachtungen aus dem täglichen Leben der Gegenwart; insofern steht es

völlig im Boden der karolingischen Bildungsstufe.

Es scheint übrigens, als habe Wandalbert für das Martyrolog selbst

schon eine poetische Vorarbeit benutzt, der er ganze Verse entlehnte.

Micon verwendet nämlich in seinem Florilegium Vs. 281 den ersten Vers

des 29. Januars (54); dies Florileg ist aber spätestens 825 zusammengestellt, 1 )

und da Wandalbert 813 geboren ist und sein Werk erst 848 verfaßte, so

kann Micon unmöglich aus dem Gedicht des Prümer Mönches, sondern nur

aus gleicher Quelle mit Wandalbert jenen Vers abgeschrieben haben, wenn

man nicht eine spätere Interpolation des Verses bei Micon annehmen will. 2 )

So scheint die Selbständigkeit Wandalberts im eigentlichen Martyrolog

eine ähnliche zu sein wie in anderen Stücken, und es werden wenigstens

seit dem 10. Jahrhundert metrische Martyrologien ohne Wandalberts Namen

aus den Bibliotheken von Passau, Regensburg und Pruel genannt. Vielleicht

hat Wandalbert übrigens auch ein nicht erhaltenes Werk über die Messe

geschrieben, das sich in Passau befand.

Zeugnisse. Die Zeitverhältnisse ergeben sich aus Conclusio 4 Trinis ecce decenniisYitam dego miser quintus et insuper Aevi cwriculis orbis adest atque meatibus und AdCaesarem 31 Lustra per orbem Quinque recurrunt Nomine postquam Clarus et armis Cae-sariana iura retentas. Hierbei kann, wie die Hist. litt, de la France 5, 380 erörtert, nur andie Krönung in Rom 823 (Ann. regni Franc, ed. Kurze p. 160) und nicht an die zu Aachen(ib. p. 146) gedacht werden, da Martyrol. 643 ff. die Translation von Chrysantus und Daria(844) erwähnt wird, was zu 817 und den fünf Lustra nicht stimmt. Zur westfränkischenAbstammung ist der Brief an Otric (PL. 2, 569) postquam longe a patria rebusque domesticisnon tarn exulare quam degere cepi und ebendort die Freundschaft mit Florus von Lyon zuvergleichen, s. Hauck in Prot. Realenzykl. 16, 640. Zur Abfassung der Vita S. Goaris (Jahr839) s. die Vorrede Wandalberts (MG. SS. 15, 362, 42) Quoniam itaque nie, sancte et anian-tissime pater Marcwarde, novo operi manum imponere compellitis; als Zeugen für den Be-richt der Wunder nennt er in der Vorrede zu Buch 2 ib. p. 363, 37 non quibuslibet fidemaccommodasse sed viris fide dignis ... praecipueque Herirado restrae congregationis monachoatque presbitero et Theodrado cellae S. Goaris clerico; literarisch wichtig sind die Worte ib.362, 29 Quippe apud Gallias multos annos litterarurn studia iacuere 3 ) nee faeile plures pertransaeta retro spatia liberalium artium mutiere funeti esse reperiuntnr, quoad nostra aetateprineipum liberalitate et optimorum virorum sollertia adeo diseiplinarum studia profecerunt,ut invidiam criminis merito nunc sustinere cogamur etc. Buch 1 hat Wandalbert nur sprach-lich überarbeitet und Buch 2 (die Wunder) hinzugefügt. Die alte Vita steht hei Mabillon,Acta SS. 2, 276 ff. und bei Krusch, SS. rer. Meroving. 4, 402 ff. Buch 2 von Wandalbert (mitden Vorreden beider Bücher) hrsg. von O. Holder-Egger, MG.SS.XV, 361 ff. aus Paris.13764s. X, Wiesbaden 34 s. X XI. Bruxell. 98 s. XIII. Zu den weltlichen Gedichten s. Propositio 1Carmine qui vacuas captavi saepius auras Rumores vulgi quaerendo stultns inanes, Adgrediartandem veram de carmine laudem Quaerere. Der Aufenthalt in Köln scheint reichlich früherzu fallen als die Beendung des Martyrologs, vgl. De mensium XII nominibus 362 p. 616Huncque modum et morem sibi Gallica rura 4 ) retentant, Quem breviter signans digessi car-mine, lector, Wandalbertus ego, hortatu compulsus amici, Dulcia me Hreni quo tempore litoraalebant, Maxima Agrippinae veteris quis moenia praesunt. Zu Wandalberts Quellen s. denBrief an Otric p. 569 qnia sollemnium dierum certissima comprehensio non leviter nee faeile

1 ) Vgl. die Carm. Centulensia N. 3, 3 f.(PL. 3, 295) Octingenti anni viginti et quinqueleguntur Conceptu domini caeli telhiris abyssi.

2 ) Die letztere ist allerdings nicht aus-geschlossen, da bei Micon als Vs. 310 Milode s. Amando 1.71 erscheint.

a ) Damit ist wohl der Niedergang der

wissenschaftlichen Studien am Hofe selbstgekennzeichnet.

4 ) Diese Worte, zusammengenommen mit365 Hreni .. . litora, ergeben jedenfalls, daßder Dichter die mittelrheinischen Gegendenbesungen hat; vgl. Ebert 2,189 n. 3.