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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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554 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

zeitgenössische Geschichte, das in andern Quellen vollständig fehlt. Dennes läßt sich trotz ihrer tendenziösen und schmeichlerischen Art ein sichererhistorischer Kern aus ihnen herausschälen, der von nicht geringem Werte ist.Zeugnisse. Zum vollen Namen vgl. ad Pipp. 2, 218 und 221 (PL. 2, 91). Die Heimat')ergibt sich aus in hon. Hludow. 2, 130 ff. und besonders aus 3,275300, wo die genauesteKenntnis der Loiregegenden zu ersehen ist, sowie aus in laud. Pipp. 1, 135 Quae tibi, Ehern,dedi, Ligen' fortasse dedissem, Si licitum patriam posse rcdire foret. Zum geistlichen StandeHlud. 4, 138 Cede armis, frater, litteram amato magis. Kenntnis der Zeit Karls Hlud. 1, 31bis 2, 86; von den Werken der Hofdichter sind ihm bekannt Gedichte Theodulfs, ModoinsEkloge und das epische Fragment Karolus magnus et Leo papa, s. Manitius, Neues Archiv8,44 und die Noten zur Ausgabe von Dümmler, PL. 2, 5 ff. Der Feldzug Ludwigs Hlud. 1,111 556, 2 ) der Reichstag zu Aachen Hlud. 2,176, die Botschaft an Ludwig über des VatersTod und Ludwigs Reise nach Aachen 2, 89152. Ein engeres Verhältnis zu Ludwig undPippin ergibt sich aus den beiden Gedichten. Der Zug gegen die Bretonen Hlud. 4,113146,Ermolds Teilnahme daran 135138. Ueber die Anklage gegen ihn spricht er ganz im all-gemeinen Hlud. 4,755762 und Pipp. 2. 201206. Zum Exil in Straßburg 3 ) vgl. Pipp. 1,143. 145. 163 f. Hlud. 1, 13. 4, 649 f. Frühere Versuche, um Verzeihung zu erlangen, ergebensich wohl aus Hlud. 1,7 f. Die Zeit des Gedichts an Ludwig bestimmt sich durch Hlud. 4,639 ff., wo von der im Frankenreich angefertigten Orgel die Rede ist, vgl. Ann. Einh. 826(ed. Kurze, Ann. regni Franc, p. 170), und durch die im gleichen Jahre 826 stattfindendeTaufe Haralds Hlud. 4, 305366. Das Gedicht an Ludwig zählt vier Bücher. Der Dichterspricht von sich mit der größten Bescheidenheit 1, 9 f. 15 f. 23 f. und 4. 746 f. (stolida crooi-tante cicuta, ähnlich Ekkeh. Walthar. 1453 stridenti ignosce cieadae Raucellam nee adhucvocem perpende). Das Gedicht an Pippin enthält zwei Bücher, aber mit verschiedenen Ueber-Schriften, doch ist nach 2, 1 Sunt mihi praeterea . .. Carmina parva an der gleichzeitigenUebersendung nicht zu zweifeln, namentlich da das zweite Gedicht viel mehr für die augen-blickliche Situation paßt und wohl auch für die Augen des Kaisers bestimmt ist; daher dasLob Ludwigs gegen das Ende (2,18119S) und die Aufforderung an Pippin Vs. 199 f. Dievom Kanzler Hermold geschriebenen drei Urkunden Pippins stehen bei Bouquet, Recueildes historiens des Gaules 6, 674 ff. Vgl. Wattenbach 1, 218. Ebert 2, 170 f. Dümmlervor der Ausgabe PL. 2,1.

Gedicht auf Kaiser Ludwig. 4 ) An der Spitze steht ein kurzerProlog, dessen Akro- und Telestichon Ermold der Ekloge Modoins (1, 77)entnommen hat. Dieser Vers scheint ein Epos andeuten zu wollen, unddas Gedicht ist auch der Hauptsache nach episch gehalten; aber die Formwurde doch, wohl wegen der Grundstimmung, die elegische. Im Prologelehnt Ermold es ab, Nymphen und Musen und Apoll anzurufen, und zwarin Anlehnung an Aldhelms Prolog zu den Rätseln. Sowohl hier wie 1, 5verkündet der Dichter, die Taten des Kaisers besingen zu wollen, die aller-dings würdig darzustellen weder die antiken 5 ) noch die christlichen Dichtervermöchten. Ermold beginnt mit der Königsweihe Ludwigs 781, überspringtaber dann fast zwei Jahrzehnte, um dann den Krieg gegen die spanischeMark und die Belagerung Barcelonas ausführlich zu schildern, wobei wohlmanche sagenhaften Züge unterlaufen und Ludwig als der tapfere Heer-führer der Franken mit dem höchsten Lobe bedacht wird. Das zweite Buch

] ) Jedenfalls verstand Ermold fränkisch, I N. 87wie aus Hlud. 1, 4749. 3,14. 4,13. 657 her- | 4 ) Das Gedicht ist ziemlich genau analy

vorgeht. Auch zeigt er sich 4, 607 mit frän-kischer Sitte vertraut.

2 )-Ueber diesen Krieg vgl. R. Dorr, Debellis Francorum cum Arabibus gestis (1861)und O. Henkel,Ueb. d. hist.Wert d.Gedichted. Erm. Nigellus 1 S.515 (Progr. v. Eilenburg1876).

3 ) Das Epitaph des Bischofs Bernold ausEinsidl. 326 f. 97 b bei Dümmler, PL. 2, 420

siert und auf seine Glaubwürdigkeit geprüftworden von O. Henkel, Ueb. d. hist.Wert d.Gedichte, d. Erm. Nigellus 1, S.322 und 2S.3 22 (zweiProgr. v. Eilenburg 1876. 1877).6 ) Unter diesen erscheint bekanntlichnoch 1, 18 Macer; es dürfte aber doch sehrzweifelhaft sein, mit Baehrens (PLM.2,104)an die karolingische Existenz des AemiliusMacer zu glauben.