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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Modoin von Autun.

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rühmt, bei dessen Gesänge sogar die Tiere zahm werden. Eine auf einer

Buche gefundene Inschrift über den Frieden begeistert dann den Micon

dazu, ein Loblied auf den gegenwärtigen Zustand anzustimmen, da durch

die Fürsorge des Kaisers tiefer Frieden walte und das goldene Zeitalter

wiedergekehrt sei. Der Epilog widmet das Doppelgedicht dem Kaiser, dem

der unter dem fingierten Namen Naso 1 ) auftretende Dichter zu verstehen

gibt, daß er vor Armut 2 ) nur Unbedeutendes besingen könne. Das Gedicht

ist formal ungelenk und zuweilen dunkel, auch zeugt die Prosodie von

keiner großen Gewandtheit. Doch ist der Inhalt keineswegs unbedeutend,

manche Stellen sind lebendig und eindringlich gehalten. Allerdings wird

die bukolische Poesie der Römer wie auch Ovid stark benutzt und die

Selbständigkeit hat darunter oft gelitten.

Nachleben, Handschriften usw. Das Gedicht ist dem Ermoldus Nigellus bekanntgewesen, der auch das andere Gedicht Modoins kennt und benutzt, s. Dümmler, PL. 2, 85und 91, sowie Neues Archiv 11, 80 n. 2. Ganze Verse aus Naso übernahm Ermenrich vonEllwangen zwischen 850 und 855 in ein Gedicht seines Briefes an Grimald, s. Dummler,MG. Ep. 5, 568 f.; wahrscheinlich benutzte er dazu die in Reichenau liegende Handschrift(B. 6, 402), s. Dümmler, Neues Archiv 11, 80. Diese Aufschrift aus Reichenau ist wohl dieeinzige aus alten Katalogen, da die beiden andern sowie Walahfrids Sendung (Carm. 61, 21;PL. 2, 404) sich wohl auf andere Gedichte beziehen. Herausgegeben wurde die Ekloge ausMus. Brit. Addit. 11034 s. IXX f. 36 b40 von D um ml er, Ztschr. f. deutsch. Altert. 18, 5867und PL. 1, 384391; aus der neuen Hs. Darmstad. 3301 s. X f. 13 gab kritische BeiträgeW. Fröhner, Philol. Suppl. 5, 93 f.; Ausgabe nach beiden Hss. von Dümmler, Neues Archiv11,8191.

Mit dem Gedicht an Theodulf beantwortet Modoin einen längerenpoetischen Brief, den Theodulf aus seiner Verbannung an ihn geschriebenhatte. Er entschuldigt sich zunächst wegen seines geringen Könnens undsucht dann den Freund zu trösten, indem er ihn an Leidensgenossen ausdem Altertum (Ovid, Boethius, 3 ) Virgilius, Seneca) und aus christlicher Zeit(Johannes, Hilarius, Petrus, Paulus) erinnert. Außerdem verspricht er allesfür ihn tun zu wollen, nur müsse Theodulf dem Kaiser seine Schuld reuigbekennen und eingestehen, 4 ) Ludwig werde ihn dann in alle seine Würdenwieder einsetzen. Auch in diesem Gedicht von Sechsundsechzig Distichenzeigt Modoin, daß er eindringlich und lebendig darzustellen versteht; seineHingabe an den Freund erscheint aufrichtig. 5 )

Der poetische Briefwechsel zwischen Modoin und Theodulf muß aber viel ausgedehntergewesen sein, als er heute vorliegt, denn man besaß in Lorsch s. IX (B. 37, 542 = 38,127)Versus Tlieodulfi ad Moduinum et Moduinus ad Theodulphum in quatemionibus quinqtie,was auf eine ganze Reihe von Gedichten schließen läßt. Außerdem scheint Modoin eineSammlung von Epigrammen geschrieben zu haben, da man in Cluni s. XII (Delisle, Lecab. des mscr. 2,470 N. 319) epigrammata Morhiinl hatte. So ist jedenfalls viel von ihmverloren.

Hss.: Sangall. 263 s. X p. 201219 und Turic.C 78. 451 s. IX (aus St. Gallen). Aus-gaben: Canisius, Lectiones antiquae 5,879891; Dümmler, PL. 1, 569573 (unter denGedichten Theodulfs).

') So auch in der Ueberschrift des Pro-loges.

2 ) Hier wohl von der Armut des Geisteszu verstehen.

s ) Die Aufführung des Boethius an dieserStelle bezeugt wohl, daß man in der früh-karolingischen Zeit noch nicht viel von dendogmatischen Schriften des Boethius wußte.

4 ) Vs. 99 (PL. 1, 572) Nullo alio superaremodo puto principis iram Posse, probes nisite criminis esse reum.

6 ) Vs. 19 ff. Audisti antiquos verbis ita lu-dere amicis ... Musarum quod inops novit nonantra poeta ist aus Servius de centum metris(Keil, GL.4, 458.24) genommen (vgl. Aldhelmed. Giles p. 273).