550 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
dulfus, Nardtis (= Einhart). Das Gedicht Theodulfs an ihn (I De suo exilio) steht PL. 1, 563 ffdie Antwort Modoins 1, 569 ff. Walahfrid an Modoin PL. 2, 355; dort Vs. 23 Gloria qna'evestris inolevit magna camenis, 25 Carmina maturae cupio pretiosa senectae . . . Quamvismulta canas saecli celebranda catervis, Kos apud es mutus, 1 ) fama quibus minor est ... Spe-rarem vestrae nunc iam solatia Musae, Ni mala per regnum tanta roluta forent. Die Sen-dung von Modoins Gedichten an Prudentius s. Walahfr. Carm. 61, 21 (p. 404) Accipe mitto tibiModoinl carmina magni, In quibus invenies quod ferias quod ames; darauf die Bitte umden politor Lucani (Vacca?) und die kleinen Gedichte Vergils. Gedichte des Florus an Modoins. Flori Lugdun. Carm. 25—27 (PL. 2, 553—559). Das erste hat die Ueberschrift Ad ModuinumAugustodunensem episcopum exhortatio voluminum divinorum, Vs. 27 Iam nunc Castalii skcetwfontis harena Aoniumque nemus fistula nulla sonet, Laurus Apollineae marcescat deniquesilvae cumque suis baccis alba llgustra cadant. Victrices Christi vigeant per secula palmae,41 Si montes collesque iuvant sanctique poetae, Ecce Sionis apex moenia sacra feret. InN. 26 bedankt sich Plorus für einen übersandten Brief sowie für ein weißes Gewand undLinnen, das Modoin ihm geschenkt hatte. Im dritten Gedicht N. 27, 11 p. 556 wirft er ihmvor Quid, quaeso, sacrosancta tibi nutricula nostra Atque eadem genitrix ecclesia haec meruit,Ut furiale od mm ferali pectore versans Moliri hanc contra talia non metuas? Er führt dannVs. 37 ff. die Lyoner Kirche redend ein, die dem Bischof von Autun kräftig ins Gewissenspricht (147 Si pater es cleri, noli contemnere clerum, Nee te sie ut eos er ige deicias); vgl.F. Maassen. Wiener SB. 92, 307. Zum Todesjahr Modoins s. Dümmler, Neues Archiv 11,81 und n. 1.
Gedichte. Von den jedenfalls zahlreichen Gedichten, die bei derMitwelt in hohem Ansehen standen, haben sich nur zwei geringe Resteerhalten. Der bedeutendere ist die aus zwei ähnlichen Gedichten zusammen-gesetzte Ekloge, die Karl dem Großen gewidmet ist, vgl. prol. 1 f. (p. 384)und besonders die Schlußverse Dilectus clomini David benedictus in aevumSvscipe nunc famidi munera parva tui. Da Alchvine 1, 88 schon tot ist,gehört das Doppelgedicht also in die Jahre 804 bis 814. Den ersten Teilbildet ein Dialog zwischen einem Greis und einem Knaben; hinter demersten verbirgt sich sicher ein älteres Mitglied der Hofakademie, denn derKnabe sagt Vs. 14 Magnus amor fesso fuerat contingere sedes Davidicas, in-signe caput nam cernere mundi; 2 ) daß der Adressat ein nicht unbekannterDichter ist, ergibt sich aus Vs. 2 ff. 3 ) Der Schauplatz des Gedichts istAachen, vgl. 14 f. und 19 (nove Bomae), 27 [Aurea Roma . .. renovata). DerKnabe rühmt sich und seine Kunst, die vom Greise wenig geachtet wird,der den Knaben an das Schicksal Ovids erinnert, worauf der Knabe dieWertschätzung des Vergil, Lucan und Ennius preist und aus der Gegenwartauf Homer, Flaccus, Theodulf und Einhart aufmerksam macht. Die zweiteEkloge ist ein Dialog zwischen dem älteren Micon und dem jungen Nec-tilus. 4 ) Micon gibt im Anfang ein lebendiges Bild von der Sommerszeitauf dem Lande, während Nectilus den Reichtum und die Macht Micons
l ) Hieraus geht hervor, daß Modoin seine | mon zu verstehen zu sein.Feder öfters zum Ruhm und Preis der weit- i 4 ) Der Name wohl nach Nemesian ecl.3,1,
liehen Großen gebrauchte. Daß er zur Hof-akademie gehörte, ergibt sich aus der AnredeDavid an Karl, s. die Schlußverse zur EklogePL. 1, 391 Vs. 1.
2 ) Angilbert kann damit nicht gemeintsein, da er ja lange Zeit am Hofe war.
3 ) iam tandem victrici palma potiris . ..Arguto tenui modularis carmine musaC?) . . .11 Tu cane, tu vatis meruisti nomen habere,Mentitoque, senex, vocitaris nomine miles.Vs. 24 scheint Karl unter dem Namen Pale-
wo G (der alte, verlorne cod. Germanicus, s.Baehrens, PLM. 3, 65 ff.) Nictilus bietet. S.Baehrens a.a.O. p. 184; ebenso bei Calpur-nius ecl. 6,1 (a. a. 0. p. 94). In karolingisclierZeit werden allerdings Calpurnius und Neme-sian in alten Aufschriften nirgends genannt,aber die starke Benutzung bei Naso und spätereAufschriften beweisen, daß diese Bukolikerdamals im Frankenreiche vorhanden waren,vgl. Manitius, Philol. a. alt. Biblkat. S. 57.