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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Joseplras Scottus. 547

diese meine frühere Ansicht nicht mehr festhalten; der genaue Einblickin die Hof Verhältnisse könnte zu dieser Ansicht wohl führen, aber geradeAngilbert hatte doch wenig Veranlassung, mancherlei geradezu auf den Kopfzu stellen, wie das Mißgeschick Leos und das Verhältnis Karls zum Papste. 1 )Auch die größere grammatische und prosodische Schulung in dem Eposspricht gegen Angilberts Autorschaft. Auffällig in dem Gedicht ist dieErwähnung kostbarer Kleider der Königin und der Prinzessinnen, 2 ) sowiedes Schmuckes, den Karl 3 ) wiePippin 4 ) angelegt haben. Dies kontrastiertja scharf mit den sonstigen Gewohnheiten des Hofes zur Zeit Karls, 5 ) undder Dichter hat daher solche Dinge von besonderen Festlichkeiten auf dieseJagd übertragen.

Daß nach Vs.10 ff. die früheren Bücher schwerlich am Hofe gespielthaben, hat schon Pertz, MG. SS. 2, 392 gesehen. Aber das Gedicht scheintauch so unvollständig zu sein, denn nach 206 fehlen wohl einige Verse,in denen Ludwig erwähnt wurde, und eine zweite Lücke zeigt sich nach 323,wo man einige Worte über das Jagdmahl erwartet; auch hat die Hs. selbstnach 313 eine Lücke aufzuweisen. Ganz außerordentlich ist die Anlehnungdes Dichters an Vorbilder, wie B. Simson zuerst zeigte (Forschungen z. d. G.12, 578588), vgl. Manitius, Neues Archiv 8,1532; 9, 614 ff. Die Ab-fassungszeit fällt entweder noch 799 oder in eines der nächsten Jahre, daVs. 21 in der EklogeNasos als 2,74 (p. 389) wiederkehrt und diese zwischen804 und 814 gedichtet ist. Außer dem Modoin ist das Werk aber auch demErmoldus Nigellus bekannt gewesen, s. Manitius, Neues Archiv 8, 44 f. Viel-leicht hatte man das Werk s. XI inChartres (B. 59,98 versus de Karolo Magno).

Ausgaben: ed. Pertz, MG. SS. 2, 391403; Orelli. Helperici sive ut alii arbitranturAngilberti Carolus Magnus et Leo III., Turici 1832; Dummler, PL.l, 366379. Vgl. B. Sim-son, Forschungen z. d. Gesch. 12, 567590. 6 ) 14, 623626; Ausfeld daselbst 23, 609 ff.Manitius, Neues Archiv 8,1245. Wattenbach 1,196 ff.

De ecclesia Centulensi libellus. Angilbert hat eine kleine Schrift

über seine Verwaltung des Klosters St. Biquier hinterlassen, die sich im Vat.

reg. 235 s.XI f. 7882 findet; es ist wohl dieselbe Hs., die nach Hariulfs hist.

Centul. 4,32 im 11. Jahrh.vom Abt Gervin in Gorze gefunden wurde. Vorher

steht in derselben Hs. Angilberts Institutio de diversitate officiorum, die noch

unveröffentlicht ist, vgl.MG.SS.15, 173. Ausgaben der Schrift über St. Riquier:

dAchery, Spicilegium 4, 419, ed. sec.2, 2, 291; Mabillon, Acta sanetorum ord.

S. Benedicti, 4,1,108f. MG. SS. 15,174 ff.

89. Josephus Scottus.

Der Ire Joseph war Schüler des Presbyters und Lektors Colcu in Clon-maenoise und Alchvines und war mit diesem ins Frankenreich gekommen.Als Alchvine 790 in Britannien weilte, schrieb er an seinen Schüler und

ampleetitur auro Hex Karolus. 481 Aureacrista tegit frontem.

4 ) Vgl. 206 Tempora cui rutilo cingunturpulelira metallo.

'-) Vgl. Einharti Vita Karoli 23.

6 ) Siehe hier S. 577580 über Mängelder Dichtweise.

*) Vgl. auch B. Simson, Forschungenz. deutsch. Gesch. 12, 579 ff. 588 ff., 14, 623 ff.Jahrb. d. frank. Reichs unter Karl d. Gr. 2.181und 621 f. Ausfeld, Forschungen z. deutsch.Gesch. 23,609615. Manitius, Neues Archiv9, 616 f.

2 ) Vgl. 187 ff. 215 ff. 223 ff. 245 ff. 253 ff.

3 ) Vgl. 171 Nobile namque caput pretioso

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