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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

177 ff. 205212, besonders aber aus dem satirischen Gedicht N. 27 p. 490 ff., in dem eineMenge Anspielungen auch auf unbekannte Personen sich finden; daß der Empfänger Cor-vulus nicht Hraban war, wie Ebert (Berichte üb. d. Verh. d. Kgl. Sachs. Ges. d. Wiss. 30, 98ffAllg. Gesch. d. Lit. d. Mittelalt. 2, 81 f.) wollte, hat Liersch (Die Gedichte Theod. S. 54) ausVs. 111 f. dargelegt; zur Satire s. Hauck 2, 166, der den Adressaten in Arn von Salzburgvermutet, was aber wenig wahrscheinlich ist.

Zur Kirche in Germigny') s. Catal. abbat. Ploriac. in MG. SS. 15, 500. Die Bibelhss. sindParis. 9380 (Schriftprobe Delisie, Le cab. des mscr. Planches 21, 3. Inhaltsangabe ib. 3, 241 f.und besonders, mit Vergleich der Hs. aus Puy, Bibl. de l'^c. des chart. 40, 1225) und eineHs. in Puy, beide mit Vorrede 2 ) von 250 und Nachwort von 56 Versen; zum äußeren vgl.Cuissard p. 178 ff., daselbst p. 188 ff. über die Anordnung. Den Tafelaufsatz beschreibt dasGedicht 47 p. 547 ff., die Isidorstelle ist Et. 8, 11, 6166. Die Platte mit den Artes liberaless. Carm.46 p. 544 ff., die Vase mit den Herkulestaten Carm. 28,179202 p. 498 f. Zur Be-stallung als Königsbote s. Carm. 28, 99120 p. 496. Das Gedicht an Kaiser Ludwig zur Be-grüßung N. 37 p. 529 stammt aber von Jonas von Orleans; die ziemlich reine Form dieserStrophen und der in Carm. 70 sticht sehr ab von der schlechten Prosodie in N. 77, 3 ) dasübrigens auch nicht von Theodulf stammen kann, der ja noch vor dem Peldzuge gegen dieBretagne verurteilt wurde und nicht in Tours weilen konnte, s. Ann. Einh. 818 (p. 148 ed.Kurze); die Meinung Simsons (Jahrb. d. fränk. Reichs unter Ludwig d. Pr. 1,133 n. 5), daßPridugis das Gedicht verfaßt habe, ist daher nicht abzuweisen. Zur Einholung Stephans IV.s.Vita Hludowici 26 (MG. SS. 2, 620). Zur Verurteilung s. Ann. Einh. 817 und 818 (p. 148 ed.Kurze), Thegani Vita Hludow. 22 (MG. SS. 2, 596), Catal. abb. Floriac. (MG. SS. 15, 500). Theo-dulfs Klagen an Ajulf von Bourges und Beteuerung seiner Unschuld s. Carm. 71, 5984 p. 562,an Modoin von Autun Carm. 72,1,1316. 2566. Zur Milde des Kaisers s.Modoin an Theodulf(Carm. 73) 99106 p. 572. Zum Tode s. Cuissard p. 99 f., wo auch über den Nachfolger Jonasgehandelt wird.Vgl. Wattenbach 1, 170. Haur6au, Singularites historiques et litteraires(1861) S. 3799. Ebert 2,72 f. Liersch, Die Gedichte Theodulfs, Halle 1880. Cuissard,Theodulfe etc. p. 41101. E. Rzehulka, Theodulf, Bischof von Orleans, Bresl. 1875.

Gedichte. In der früheren Zeit scheint Theodulf ausschließlich Ge-dichte ernsten Inhalts verfaßt zu haben, wohin Carm. 2,112 deuten, undmehrfache kürzere Stücke, für die er sich eine Bibelstelle als Ausgangs-punkt nahm. 4 ) Hier zeigt sich mehrfache Benutzung der Spanier Prudentiusund Eugenius, aber auch starke Anlehnung an die Dichtungen Ovids, dieden meisten der karolingischen Dichter bekannt gewesen sind, obwohl sichWerke Ovids in Katalogen s. IX nur in Konstanz und Murbach finden undselbst so große Bibliotheken wie Lorsch und St. Gallen sie vermissen. Zu-weilen verbindet Theodulf mit solchen ethischen Stoffen nicht unbedeutendeweltliche Gelehrsamkeit, wie in Carm. 6, wo er an der Hand Isidors undandrer Quellen die Länder und Völker des Erdkreises von Chryse, Argyraund Taprobane an bis nach Westspanien 5 ) aufführt. Auch macht sich hierund dort ein pessimistischer Zug geltend, wie in Carm. 17, wo Theodulf denSittenverfall in der Kirche seiner Zeit der Sittenreinheit des apostolischenZeitalters gegenüberstellt; hier glaubt man sich manchmal in die satirischeDichtung Englands oder Frankreichs im 12. Jahrhundert versetzt, so lautquellen die Klagen hervor. Auch Schulthemen fehlen unter diesen Gedichten

1 ) Ausführlich handelt über dies Bau-werk Cuissard p. 116133.

2 ) Praefatio bibliothecae PL. 1, 532; überandre Hss., die das Gedicht enthalten, s.D ü m m-1 e r ib. p. 440. Aehnlich ist nach Delisie (Bibl.de l'ec.des.ch.40,2830) die Hs. Paris. 11937;daselbst p. 3243 werden 78 Stellen kritischbehandelt. Das Wort bibliotheca bedeutet da-mals und , später im christlichen Sinne dieBibel.

3 ) Vgl. z. B. 9,1 Vale Ermengardis regineet angiisfa mit dem Vs. Carm. 70, 5,1 Sex vale

pruäens venerande salve; dies letztere Gedichtscheint Theodulf für das Kloster St. Aubainin Angers gemacht zu haben, wohin er javerwiesen worden war.

4 ) Ebert 2,75 n. 2 macht mit Recht aufdie vortreffliche Schilderung in Carm. 1, 27aufmerksam.

D ) Also in umgekehrter Reihenfolge wiederAnon.de situ orbis(ed.Manitius)p.45-81,der allerdings p. 83 f. mit den Fortunatae in-sulae schließt.