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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Theodulf von Orleans.

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derselbe weist außerdem spanischen Einfluß in der Bibelrezension Theodulfs S. 194 f. nach,vgl. hiermit Hauck S. 164 n. 7. Cuissard S. 45 vermutet aus der Bezeichnung des Pru-dentius (Carm. 45,16 p. 543) noster et ipse parens, daß vielleicht Saragossa seine Vaterstadtist. 1 ) Chronologische Ansätze für das frühere Leben Theodulfs sind ohne jede Sicherheit.Wenn nämlich Cuissard S. 58 annimmt, daß Theodulf 774 in Lorsch der Einweihung derKirche beigewohnt habe, so ist das aus Carm. 49 p. 549 f. doch gar nicht herauszulesen;das Gedicht schildert nur seinen Besuch in Lorsch von Worms aus; aus 7 Anika silvestridehibra in rure locasti Martijr, et in vacuis syrtibus aula micat ergibt sieh kein chrono-logischer Anhalt für den Bau, 2 ) außer daß er schon abgeschlossen war. Wenn dagegenAlchvine an Theodulf schreibt ep. 225 p. 369,18 Nam me taeito pede curva senectus festinarecogit ... 24 Tu vero vir clarissime cui est aetas florida et vividae virtus sapientiae, so wirdman annehmen müssen, daß Theodulf damals etwa einige vierzig Jahre alt war, und dader Brief 801 verfaßt ist, so würde man auf das Geburtsjahr zwischen 755 und 760 kommen(so auch Hauck S. 165 n. 3).

Gewichtige Gründe müssen ihn zum Verlassen der Heimat bewogen haben, er sagtCarm. 23, 28 p. 481 Annuit is (sc. Carolus) mihi qui sum inmensis casibus exul; vielleichthat Hauck mit der S. 165 n. 3 notierten Vermutung recht. Die Verbindung mit Karl ergibtsich wohl durch die zahlreichen Dichtungen Theodulfs; als er das vierte Buch zusammen-stellte, war er noch Diakon, s. Carm. 2, 31 p.453 Parva sed in magna cum sim levitide turbaPars. Auch die Zeit der Uebertragung des Bistums Orleans auf ihn steht nicht fest. Sicherist. daß Theodulf 798 Bischof war, vgl. Alcuin. ep. 149 p. 253, 27 similiter Pichbodo et Theo-dulfo episcopis doctoribus et magistris; vgl. auch die Ueberschrift zu Theod. Carm. 23 T. epi-scopushos versus conposuit mit Vs. 33 und 49 (p. 481). Jedenfalls hat Cuissard p. 6468.102 mit seiner Ansetzung von 783 zu früh gegriffen, 3 ) da dies Datum mit Theodulfs Alternicht stimmen würde, vgl. auch Dümmler, PL. 1,436 n. 8 und Hauck S. 165 n. 4. Zurliterarischen Bildung vgl. die Noten in PL. 1. 445581. ferner PL. 2, 694697, Manitius,Neues Archiv 11, 5611, Cuissard p. 50 ff. 4 ) Die Verheiratung Theodulfs wird durch seineTochter Gisla erwiesen, 5 ) der er mit Carm. 43 p. 541 ein Epithalamium für ihre Ehe mitSuavericus dichtete, wobei er ihr ein mit Gold und Silber geschriebenes Psalterium (Vs. 38)schenkte und ihr zurief (Vs. 21) Sit lanae Studium, sit cura domestica semper, Mens tua quofanndos mülceat atqne virum; vgl.Cuissard p. 5457, anders Haureau p. 47 ff.

Die vier Bücher Gedichte ergeben sich aus Carm. 2,1 f., wo Vs. 712 (p. 452) ihr Inhaltkurz angegeben wird. Das vorhergehende Carm. 1 ist jedenfalls der Schluß von Buch 1,vgl. 266 und 314 Tempus adest, isto sistito fine gradum, vgl. Cuissard p. 59 f. Ueber die Zeitder Verse des Fiducia (PL. 1,76 N. 44) s. Wattenbach 1,191; dort Vs. 16 Teudulfus rutilatmite de arte luvend Atque Angelpertus 6 ) divini ambo poetae. Genaue Bekanntschaft mitdem Hofe in Carm. 25, wo Vs. 132 Karls Persönlichkeit, 3362 seine Macht gerühmt wird,69114 die königliche Familie, 117192 die Hofgesellschaft vorgeführt wird. Die WorteAlchvines ep. 149 p. 244,1 doctoribus et magistris lassen eine Teilnahme an der Hofschulenicht zu, sie sind doch zu allgemein gehalten. An Karl sind gerichtet Carm. 25. 32. 36, aufseinen Befehl ist geschrieben 23, Epitaph der Fastrada (t 794) 24, an Liutgard ist gerichtet 31,an Karl den Jüngeren 35, an Kaiser Ludwig 37. 39.77, Epitaph Hadrians (795) 26. Theodulfist neben Paulin der einzige Fremde, der ein Bistum erhielt, wie Hauck S. 168 bemerkt.Daß die Verleihung des Palliums durch Leo III. 800 stattfand, ergibt sich aus AlchvinesGratulationsbrief ep. 225 p. 368, 25 ff., wo auch 16 ff. über die papstfreundliche GesinnungTheodulfs (s. n.4) beim Gericht über Leo 111. gesprochen wird, und aus Carm.72,1, 65f. p. 565;Cuissard p. 92 kennt den Brief nicht und verlegt die Rangerhöhung in die Zeit Stephans IV.816 (!). Zu Alchvines Wunsch s. den Brief an Karl ep. 149 p. 243, 26 ff.') Zum Streite wegendes von Alchvine behaupteten Asylrechts s. ep. 245 p. 393, 31 ff., ep. 246 p. 398,7 ff.; Karlszorniger Brief an Alchvine ep. 247 p. 399 ff., dessen Bitte um Verzeihung ep. 249 p. 401 ff.,vgl. Haureau S.79ff. Hang zur Spottsucht ergibt sich z.B. aus Carm.25,155 f. 160174.

') B. Haureau, Singularites historiqueset litteraires (Paris 1861) p. 40 hatte hierausnur auf spanischen Ursprung geschlossen;vgl. Haureau p. 3741.

2 ) Zu dieser Reise von Worms nach Lorschs. die vortrefflichen Bemerkungen vonHauck2,167.

3 ) Wie auch p. 57 f., wo er Carm. 23 garum 769 (Ueberschrift Teudidfus episcopus !) undp. 58 f., wo er Carm. 49 im J. 774 entstandensein lassen will.

4 ) Leider ohne Kenntnis von Dümmlers

Ausgabe, so daß dort p. 52 noch von Ruti-lius (trotz Haureau S. 43 und Ebert 2,71n. 1) die Rede ist; vgl. Carm. 45,13 p. 543.

5 ) Vgl. auch die sehr eingehende Aus-einandersetzung über den Amor Carm. 45,3352 p. 543 f.

6 ) Die Namensform könnte für einen ausSchwaben oder Bayern gebürtigen Dichtersprechen.

7 ) Hiermit steht in Zusammenhang ep.160 p.258f.