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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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529
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Leo, Archipresbyter von Neapel. 529

mens ardor dilectionis vestrae, quem longinqua nimis terrarum intercapedine nos absentiaseparans non minuit .. . compulH nie ut voluntati vestrae obsequi etiam ultra vires conarer.Die Verwahrung wegen der profanen Autoren und das Beispiel Augustins in c. 1 und 2p. 332. Die Erklärung selbst ist nirgends schulmäßig und sticht insofern ungemein von denKommentaren eines Remigius ab, als nirgends Worterklärungen und törichte Etymologienvorgetragen werden, sondern ausführliche sachliche Interpretation aus Boethius und Macro-bius gegeben wird. Dabei sind die griechischen Worte aus Macrobius entlehnt, und be-sondere griechische Kenntnisse (s. Wattenbach 1, 306) brauchen nicht vorausgesetzt zuwerden. Das ganze Wesen des Kommentars, der von Hauck 3, 299 richtig aufgefaßt wird, 1 )erinnert an Johannes Scottus. Die Bitte an den Bischof c. 2 p. 333 Atque id summopere quaeso,ut cum aliquo peritissimo et vobis familiarissimo hunc quem direxi libellum secreto persvriitaridignemini, ut si aliquid utilitatis habet, nemini denegetur, si purum aut nihil, nemini posteaptblicetur.

Ueberlieferung. Der Kommentar begegnet in alten Katalogen nur an zwei oderdrei Stellen und zwar nur in Frankreich, nämlich s. XI in Puy (Delisle. Le cab. 2, 443N. 35) und s. XII in Cluni (Delisle 2,459 N. 463), wo zuerst expositio versuum und anzweiter Stelle tractatus super B. versus steht; vielleicht ist noch Limoges hierher zu ziehen(Delisle 2, 502 N. 300) Versus misse: 0 qui perpetua. Handschriften sind danach selten:Vatic. 3363 s. XI und eine Hs. in London, s. Catal. of anc. Mscr. in the Brit. Mus. 2,74 undTab.57. 2 ) Einzige Ausgabe: Mai, Class. auct.3,332345. Vgl.Wattenbach 1.305f. Hauck3, 298 f.

85. Leo, Archipresbyter von Neapel.

Der Archipresbyter Leo von Neapel wurde um 942 3 ) von den HerzögenJohann und Marinus von Neapel als Gesandter an den Hof der KaiserKonstantin und Romanos geschickt. Bei dieser Gelegenheit sah er sich inKonstantinopel nach griechischen Büchern um und fand hier den Alexander-roman des Pseudo-Callisthenes, den er abschrieb und bei seiner Rückreisemit nach Neapel brachte. Wahrscheinlich setzte er den Herzog Johann unddessen Gemahlin Theodora in Kenntnis 4 ) von seinem kostbaren Fund, dennals Johann nach dem Tode der Theodora B ) sich einem mehr wissenschaft-lichen Leben hingab, erhielt der Roman auf seinen Wunsch eine andreGestalt. Johann trug nämlich damals Sorge, die heiligen Schriften undandre Bücher, die er erlangen konnte, in guten Texten sorgfältig abschreibenzu lassen und brachte auf diese Weise eine stattliche Bibliothek zusammen.Von historischen Schriften werden Hegesippus, Livius und Dionysius (Areo-pagita) genannt, die auf solche Weise in sauberen Exemplaren gewonnenwurden. Während dieser Arbeiten erinnerte sich Johann an den Fund Leosund er betraute den Erzpriester mit der Übersetzung jener Geschichte Ale-sanders ins Lateinische, wofür dieser wie alle übrigen Gelehrten und Schreiber,die im Dienste des Herzogs standen, ansehnlichen Lohn empfing. LeosÜbersetzung liegt nun in der Bamberger Handschrift sie gehörte einstder Dombibliothek an in einer Überlieferung vor, die nahe an das Originalheranreicht. Wahrscheinlich ist dies Exemplar durch Heinrich IL aus Unter-

l ) Doch kann ich mich den WortenHaucks 3, 299Er erscheint in dem allenganz als ein karolingischer Theologe" nichtanschließen.

*) Beide sind vielleicht französischen Ur-sprungs.

3 ) Zur Zeitbestimmung s. O.Hartwig.Zentralbl. f. Biblw. 3,164 und n. 2.

4 ) Vgl. Die Vita Alexandri Magnihrsg. von j

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 34

Landgraf 28, lOEodem namque tempore com-memorans ille sagacissimus praeclicatus con-sul et dtix praefatum Leonem archipresbyte-runi habere iam dictum librum, wo comme-morans soviel als sciens oder reminiscens be-deutet.

5 ) Die Fürstin lebte noch 951, s. Hart-wig S. 164 n. 3.