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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

lieh griechische Quellen benutzte. Von lateinischen Quellen verwendet er Ser-vius, 1 ) Macrobius, 2 ) Gellius 3 ) und Julius Severianus, 4 ) dessen Erhaltung wohlden Iren verdankt wird. 6 ) Die Erklärung selbst ist reichlich gehalten, indemsie sich auf sehr viele Schwierigkeiten erstreckt; doch sind die einzelnenSchoben oft weniger ausführlich als die des Johannes. In manchen Stückengehen beide Erklärer ganz auseinander und berühren sich gar nicht, trotzdemdasselbe Lemma vorliegt. Im allgemeinen überwiegt bei Dunchad die Wort-erklärung, während Johannes mehr auf die Erläuterung des allgemeinenZusammenhanges ausgeht. Übrigens unterscheiden sich die Martianhand-schriften, die beide benutzt haben, voneinander, denn zu p. 47,23 vermerktDunchad Nital, quidani Codices habent nitale, und bei Johannes liest man nachder Erklärung von ambifarium die Worte A mital ros; wahrscheinlich warin Dunchads Codes die Bemerkung vel nitale übergeschrieben, denn es deutetsonst nichts darauf hin, daß er etwa zwei Handschriften benutzt hat. Außer-dem ergibt sich aber aus den Lemmata, daß Dunchad wie auch Johanneseine sehr ähnliche, ja fast gleiche Überlieferung des Martiantextes vorliegenhatten, wie im Bamberg. M. L.V.16 und im Caroliruh. Aug. 73. 6 ) Selten wirdin der Erklärung auf christliche Dinge angespielt, 7 ) wie das auch im Kom-mentar des Johannes nur ganz vereinzelt geschieht. Übrigens scheint es,daß der Kommentar im Parisinus nicht ohne Lücken ist, sonst könnte zu44,25 nicht das Scholion Hucusque ad medietatem aeris stehen. Mehrfach trittbei Dunchad die bei den Iren verbreitete Kenntnis der Astronomie hervor. 8 )

Proben: Zu p. 47,1 Celatam sculptam. Pinax est capsa organi 9 ) in qua finguntur ca-lami. Hec tabula sub figura artis negociatorie descrlbitur. Mercurius namque mercaiorumkirios i dominus. Erigone autem custos domus Cillenie ipsam artem negociatoriam signißcat.Que habet formam et imaginem petasi, quia omnis negociator velocissime omnes terras etregiones amore peeunie motu suo quasi quoddam volatile lustrat. Habet serpentes quia nego-ciator Lingua venenosa est ad fallendum. Habet virgam quasi ipsam artem, que primo in-troitu pulchra videtur, sed in processu vilescit. Quod per glauceum significatur colorem, infine ad mortem ducit. Per capream velocitas mercatoris Signatur. Zu 153, 1 Culleo, culleusdicitur pellis tanri in quam consutam mittitur reus vel rea. Hoc genus sie efficitur. Taurinapellis depilata circa ungulas consuitur et mittitur ibi solus reus et datur ei cultellus et pul-mentarium et postea ex omni parte concluditur, ne aqua ibi possit intrare, et portatur quasiper unam leugam 10 ) in mare cum vento et proieitur postea in mare; et de quacumque parteventus sufßaverit, cum vento portatur. Siehe Manitius, Neues Archiv 36,57 ff.

Ueberlieferung im Mus. Brit. Kings libr. 15 A. XXXIII s.IX und im Paris. 12960 f. 2530s. X. Ueber andre Hss. s. M. Narducci, Intorno a vari comenti al Satyricon di MarzianoCapeila, aus Bullett. di bibl. e di storia delle scienze matem. e iisiche Bd. 15, 51 f. Das Werkist noch ungedruckt, die Veröffentlichung ist dringend notwendig.

84. Bovo II. von Korvei.

Daß Korvei auch in der späteren karolingischen Zeit ein Hauptsitz derWissenschaften blieb, beweist die Persönlichkeit BovosIL, der 900916 Abt

der griechischen Lemmata aus p. 50, 28 fastgenau der des Ausiensis.

7 ) Vgl. zu p. 50, 26.

8 ) Vgl. zu p. 46,13.

9 ) Bei Johannes heißt es zu der StelleQualiscumque tabula si pieta fuerit, pinaxvocatur, proprie tarnen capsa dicitur organi.

I0 ) Dies Wort bezeugt, daß Dunchad sichlängere Zeit im Frankenreiche aufgehaltenhaben muß, wenn es ihm nicht durch einefränkische Quelle zukam.

') Z.B. zu p. 46,11.») Zu p. 49, 2.

3 ) Zu p.9, 8 (= 6,14,10 und 13, Hertz1, 362,2 ff. und 360) mit falscher Buchangabe(sep>timo commentario noctium Atticarum ca-pitata XXIIII).

4 ) Zu p. 103,17.

5 ) In alten Katalogen wird die Schrifts.XII inCluni, s. XV in Urbino genannt, sonstnirgends.

6 ) So entspricht auch die Ueberlieferung