Ermenrich von Ellwangen.
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viel zum Verständnis der heiligen Schrift beitrügen.*) Hierauf geht Ermenrichz u persönlichen Verhältnissen über. Er überhäuft Grimald mit hohem Lobe 2 )und preist die Brüder in St. Gallen besonders wegen ihrer Kunstfertigkeit.Und das Leben des heiligen Gall sei wert, in poetischem Gewände besungenzu werden; Walahfrid habe früher erklärt, das tun zu wollen, sei aberdurch frühen Tod daran verhindert worden. Ihn selbst habe Gozbert, derNeffe des früheren gleichnamigen Abtes, aufgefordert, dies Werk zu über-nehmen, doch sei dessen Wunsch zu ungestüm gewesen. An das Ende desgegenwärtigen Werkes aber habe er sein früheres über die Anfänge desKlosters (nämlich die Vita Hariolfi) angehängt und jenes habe er ohneWachs und Tafeln, sondern gleich auf Blätter aufgezeichnet und es zumTeil nach Art Prospers (der Epigramme) geschrieben. Hieran schließt nunErmenrich einunddreißig Distichen, die fast sämtlich aus Theodulfs Gedichtan Aiulf, aus der Ekloge Modoins und aus Ausonius' Mosella genommensind. 3 ) Darauf folgt ohne jede Verbindung 4 ) ein Abschnitt über die Drei-einigkeit, der aus Alchvines Schrift De fide s. trinitatis stammt, und diesemwird ein Gedicht gleichen Inhalts angehängt, in dessen Mitte der Verfassereine Bitte an Gott richtet, ihm bei der Besingung des Lebens des heiligenGall behilflich zu sein. Diese Bitte wiederholt er in einem weiteren Gedichtan die Dreieinigkeit, in dem, wie schon in einem früheren, ganze Verseund Versteile aus griechischen Worten bestehen und das das AkrostichonSande Galle ora pro me besitzt. Erst nach einem weiteren akrostichischenGedicht (0 alumne tnos comprime luctus) 5 ) von fünfundzwanzig phaläzischenHendekasyllaben will Ermenrich auf das lange angekündigte Thema kommen,er erzählt aber von Columban und von Rhätien und Hibernien nach Walahfridund Beda und läßt sich schließlich in eine mystische Erklärung und Deutungüber Irland ein. Endlich berichtet er in breiter Weise über die Gegendendes südöstlichen Europas in einem Gedichte, das fast gänzlich aus Versenaus Priscians Periegesis zusammengeflickt ist und in ein Lob der Reichenauausläuft, wobei der Rhein mit einer Menge von Versen aus Ausonius'Mosella besungen wird. Das Gedicht schließt mit launiger Berührungeines Ereignisses aus der Gegenwart, das von einem „neuen Homer" 6 )erzählt und in gänzlich antikes Gewand gekleidet wird. Dieser Homer hat,während er die Gegenden der Welt schilderte, durch den reichlichen Genußvon Dinkelbrot Leibschmerzen bekommen und sucht unter Zurücklassungseines Gedichts an Vergil eine kleine Insel auf. Dabei begegnet ihm Orcus,der auf seinem Dreizack eine Laus sitzen hat. Darüber muß er so lachen,daß er sich mit dem Finger bekreuzt und all seinen gelehrten Kram vonIlion über Bord wirft und die mythologischen Ungeheuer von sich weichen
') Cap. 25 p. 563,39 Et quia prout nosti,sind stereus pavat agvuni ad proferendumsatins frumentum, ita dicta paganovum poe-tarum licet feda sint, qtiia non sunt veva,multnm tarnen adiuvant ad percipiendum di-vinum eloquium.
2 ) Cap. 26 p. 564, 24 Qnapvoptev non estmultnm mivandum, si et tu plus gnoscis quamPhto et Mavo.
8 ) Aber ohne daß dies Plagiat mit einemWort berührt wird.
4 ) Cap. 31 p. 570,2 Sane antequam de mtas. Galli aliqua tangam, de s. trinitatis essentiavel substantia pauca dicam.
5 ) Dieser Vers begegnet schon p. 567,11.
6 ) Ein Homerus nescio quis hovus wirdschon früher als eis Hrenum wohnend ei-wähnt p. 567, 2 f.