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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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489
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Lupus von Ferrieres. 439

Textkritik. Außer an den schon oben erwähnten Schriftstellern hatLupus vor allem an Valerius Maximus Textkritik geübt, wie die Hs. Bern. 366erweist. Ebenso wie von Sueton finden sich in Heines Exzerptensamm-lung (Paris. 18296 s. X (aus Corbie), 8188 s. XI, Hs. von Nizza 92 s. XII)auch Exzerpte aus Valerius, die auf Diktate des Lupus zurückgehen. Diedirekte Überlieferung des Valerius im Bern. 366 s. IX wie auch die indirektedurch Julius Paris im Vatic. 4929 s. IX gehen auf Fleury zurück, 1 ) beideHss. sind dort nach Traube (Münch. Sitzber. 1891, 388 ff. durch Lupus für-einander benutzt worden. Hingegen hat Schnetz (Ein Kritiker des Val.Max.im 9. Jahrhundert, 1901) nachgewiesen, daß Lupus zu derselben Zeit aus demBern. 366 diktierte, als er ihn korrigierte (S. 27), und daß die Korrekturenaus Julius Paris etwas später fallen, als die aus dem vollständigen Valeriusin den Bern, eingesetzten Korrekturen (S. 32). Den Bern, hält Schnetz S. 35für ursprünglichen Besitz von Ferneres. Zur Korrektur benutzte Lupusden Archetypus des Bern. (S. 40), hingegen hat er für die Eintragung seinerParislesarten ein älteres und vollständigeres Exemplar verwendet, alsVatic. 4929 ist, nach Traube war es das von Domnulus emendierte Hand-exemplar (S. 40—46). Jedenfalls besaß Lupus für seine Exzerpte eine voll-ständige Hs., das geht aus ep. 93 p. 83, 10 ff. hervor, da nämlich dies Zitatin den Exzerpten fehlt. Wir verdanken also den Valerius in seiner heutigenGestalt dem Lupus (Schnetz S. 18 ff.). Wahrscheinlich ging die in Fuldanoch s. XVI erwähnte Handschrift des Valerius (Beih. z. Zbl. f. Biblw.26, 100.Rep. 7. Ordo 1,5) auf das Exemplar des Lupus zurück. Ein kleiner Teilder Valeriusexzerpte steht auch im Cusanus C 14 (heute N. 52) s. XII aufeinem Blatt, das den Sedulexzerpten folgt.

Auch mit Prisciankritik muß sich Lupus beschäftigt haben und zwarscheint diese der besten Hs. Paris. 7496 nahezustehen. Dort nämlich stehtunter den Bemerkungen des Korrektors zu VI, 77 (vgl. Hertz bei Keil,GL. 2, X) für die Worte ,quomodo figuras et colores übergeschrieben ideaset formas q in prudentia niente divina constiterunt quarum instar corporafirmarentur. Das ist aber mit Strichen wieder getilgt und der Korrektorbemerkt dazu sed Lupus de suo istam glosam delevit. Daraus ergibt sich,daß der Korrektor (r) Vorträge des Lupus über Priscian gehört hatte unddaß es vielleicht Heiric selbst war, der danach den Priscian in jener Hs.bearbeitet hätte.

Aber auch hiermit scheint des Lupus kritische Tätigkeit noch nichtumschrieben zu sein, sie begriff vielleicht auch noch Mela, Justin und Florus.Denn Melas Überlieferung ist gemeinsam mit der des Julius Paris, vonbeiden wird Lupus das Handexemplar des Domnulus besessen haben. Außer-dem gehört der Anonymus de situ orbis, der Mela reichlich benutzt hat,wahrscheinlich in die Umgebung des Lupus. Ferner bewahrte man in

Donat, Avian. Der Verfasser erwähnt den | 62) den Valerius nicht aufführen, wie er über-Johannes Scottus, den Propst Manno von St. haupt in Katalogen vor s. XII nirgends ge-Oyan, den Isaac von Langres und vielleicht | nannt wird (so auch Paris). Laurent. Fondsden Bischof Lupus von Chalons. Der Brief ' Ashb. Libri 1899 hat entweder auch Fleurystammt vielleicht aus Laon, s. p. 186,15 ff. ' angehört, oder ist aus der dortigen Urhs. viel-') Merkwürdig ist freilich, daß die alten | leicht gleichzeitig mit Bern. 366 wohl fürVerzeichnisse von Fleury (Becker N. 29.45. j Stablo abgeschrieben worden (Traube).