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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
p. 83,9 ff.), er führt eine Menge Stellen aus Boethius' Arithmetik (ep. 5
p. 16, 26 ff., vgl. Addit. 6 p. 116,28), sowie die Consolatio philosophiae (ep. 93
p. 82, 35), mehrmals den Sallust (ep. 93 p.83,7; ep.100 p. 89,6) an, benutzt
den Nonius (ep. 127 p. 107,4.6), 1 ) zitiert einen Vers aus einer lateinischen
Anthologie unter dem Namen von Horaz 2 ) (ep. 32 p. 40,7) und versteht
auch einmal gelegentlich den Donat nicht (ep. 5 p. 17,6 ff., vgl. die Note 2
von Traube). An Adalgaud schreibt er über die Quantität der 1. Plur. coni.
perf. und zitiert hierzu Servius, Priscian und Juvencus (ep. 8 p. 19 f.). An
Altwin schreibt er über die Quantität von bibliotlieca (nach Martial 14,190,2),
statera (nach den Praecepta Columbans 88), blaspheinus (nach Prudentius'
Hamartigenie 2, gegen das Zeugnis eines Griechen und Einharts), nundinas
(nach Theodulfs Gedicht 69,47, PL. 1,559), über die Schreibweise von loquela
und querela (nachFlavius Caper bei Keil, GL. 7, 96, 6), über die Quantität von
Malis und fiala (nach Vergil Georg. 4,335 und Martial 8,33,23) 3 ) und berichtet
über Kometen (nach Vergil Georg. 1, 488, Josephus' bell. lud. 7, 12 und
Justin 37,2). Griechisch verstand er jedenfalls nicht, denn er sandte an
Einhart griechische Worte mit der Bitte um Erklärung (ep. 5 p. 17,31 f.) und
verschiebt dem Godescalc gegenüber die Erläuterung griechischer Ausdrücke
auf spätere Zeit und ist sich bewußt, daß zu solcher Arbeit ein Grieche
besser tauge (ep. 30 p. 39,5 ff.).
Briefe. Als wichtigstes Zeugnis für diese gelehrten Studien ist eine
Briefsammlung des Lupus von 127 Stücken erhalten, zu welcher allerdings
auch einige Stücke gehören, die an Lupus gerichtet sind. Vielleicht ist
die Sammlung von seinem Schüler Heiric angelegt worden,*) der Schreiber
hat offenbare Verwirrung in die Zeitfolge der Briefe gebracht. Außerdem
besitzen wir zwei längere dogmatisch gehaltene Briefe und vielleicht stammt
von Lupus eine kleine philologische Abhandlung in Briefform mit dem Titel
Quid sit ceroma.
Die Sammlung steht im Paris. 2858 s. IX (aus Ferneres), s. MG. Ep. 6, 5. Ausgaben:Servati Lupi . . . opera. Steph. Baluzius coli. 2 (Antw. 1710) p. 1—193. G. Desdevises duDezert, Lettres de Servat Loup. Dümmler, MG. Ep. 6,7 —107 (es folgen der Brief an ßunund an Waldo, ferner die dogmatischen Briefe an Hincmar und Karl den Kahlen). Uebereine Abschrift s. XVI — XVII im Bern. 141 (ohne Wert) vgl. E. Marckwald, Beiträge zu Ser-vatus Lupus S. 8 f. 69 ff. Zur Datierimg von 55 und 59 s. L. Lot, Moyep äge, 1908, 205. —Die Anregung zur Abhandlung Quid sit ceroma erhielt der Verfasser durch ein Mitglied deshöheren Klerus, überbracht wurde sie ihm durch Pridilo (s. Addit. 6 p. 115,11 f.), den Freundund Schüler des Lupus (vgl. ep. 116 p. 99, 26. Traube, Neues Archiv 18, 99. 724 f.); die kleineSchrift enthält mancherlei literarische Beziehungen und stammt entweder von Lupus selbstoder aus seiner Umgebung, was sich aus der Art der Darstellung sowie aus der Benutzungdes Gellius ergibt, der sich nach dem Obigen 5 ) in Seligenstadt, Fulda und Ferneres befand.
*) Nonius, von Aynard in St. Evre, spätervon Johann von Salisbury benutzt, ist in altenKatalogen vor s. XV nur nachweisbar in Metz(dort auch die Hs. 500 Aynards Glossar) undin St. Amand; ep. 68 p. 66, 27 begegnet auchein Ausdruck, der durch Aynards Glossar(Götz, Corp. gl. lat. 5, 624) seine Erklärungfindet (vgl. Sen. ep. 87,10).
2 ) Nämlich aus der Sammlung im Voss.Q. 86, Anth. lat. 445, 3; vgl. Manitius, Ana-lekten z. Gesch. d. Horaz S. 34. Die Autor-angabe beweist, daß Lupus eine vom Vos-
sianus verschiedene Ueberlieferung besaß.
3 ) Martial wird schon von Theodulf ge-kannt (Carm. 25, 234; PL. 1, 489); vgl. außer-dem Becker 20,7 und Lorsch s. IX (B. 37,421 = 38, 77).
4 ) Wie Traube vermutet, Neues Archiv17, 404 n. 2.
5 ) In dem merkwürdigen Briefe Ep. 6,182 ff. verlangt der Absender vom Adressatenden Gellius neben Terenz und Philo (p. 186,3 f.); der Brief fällt zwischen 862 und 875.Angeführt werden hier Terenz, Vergil, Cicero,