Hadoardus. (Fortleben Ciceros.) 481
vgl. Delisle, Le cab. 2, 524ff. tab. 7, 73—76. Hierauf folgt Peterboroughs.XIV, wo Topica und De nat. deorum fehlen (Serapeum 12, Intell. S.170),dann Fiesole s. XV, wo Topica und Lucullus fehlen (Bandini, Bibl. Leop.Laurentiana 3, 532, 89), Avignon 1375 (Ehrle, Hist. Bibl. Rom. Pont.l, 541N.1344) mit dem Verlust von Timaeus und Topica, ferner Rheims (Dom)s.XV (Gottlieb, Über mittelalt. Bibl. S. 338 f.), wo Timaeus, De fato undParadoxa nicht genannt werden. Am unvollständigsten waren die Hss. beiCosimo de' Medici s. XV (Bandini, Bibl. Leop. Laur. 3, 521 f.), wo Topica,Timaeus, Paradoxa und Lucullus fehlen, und 1418 (Pintor, La libr. di Cos.de' Med. nel 1418 p. 14, 22), wo außerdem De legibus fehlt, und endlichPavia 1426 (Indagini storiche etc. 2, 55, 617), wo Topica, Timaeus, De legibusund Lucullus nicht vorhanden sind. Auch in Urbino hatte man vor 1482eine unvollständige Corpushandschrift, nämlich (Giorn. stör, degli arch.Tose. 7, 138) 425 M. Tullius de natura deorum. De fato seu (= et) divinatione.De legibus. De Academicis. De caelo et mundo. Und eine solche scheint 1471in der Bibliothek Sixtus' IV. gewesen zu sein, nämlich (Müntz et Fabre,La bibl. du Vatican au XV e siecle p. 220) De natura deorum. De divinationeet alia. Seltsam ist jedenfalls, daß das Corpus in Cluni und in Lorsch mitkeinem Bestandteil erwähnt wird, 1 ) wo doch beiderseits bedeutende Schätzean Cicerohandschriften lagen; auch in Bobbio fehlt alles, allerdings besaßman dort von Cicero überhaupt ungemein wenig. Jedenfalls geht aus Obigemhervor, daß die Topica nur selten mit dem Corpus abgeschrieben wurden,sie finden sich aber vielfach einzeln. Am meisten freilich erscheinen dieParadoxa in Einzelüberlieferung. 2 ) Auch Lupus von Ferneres hat das Corpusnicht gekannt. Eigentümlich ist ferner, daß die Einzelüberlieferung vonSchriften aus dem Corpus erst s. X in alten Katalogen auftritt, und zwarwird s. X und XI nur erst die Topik genannt (St. Emmeram, Gunzo von Novara,Tegernsee, Toul und Puy), nur in Montecassino erscheint schon s. XIDe natura deorum. — Nach dem obigen Befund wäre es möglich, daßHadoard im Kloster Bec seine Auszüge gemacht hat, was wegen der Be-ziehungen Becs zu Avranches, woher ja eine wichtige Cicerohandschrift(238 s. IX) und zugleich die beiden alten Kataloge von Bec (1942 s. XII)stammen, um so eher glaubhaft ist.
Cicero s.VII— X. Schwenke hat p. 404—409 eine Erörterung über die KenntnisCiceros von Alchvine bis auf Paschasius Radbertus begonnen. Die vielfachen Lücken seinerDarstellung sind hier mit wenig Worten auszufüllen. Zunächst wird es dabei nötig sein,auch das 7. Jahrh. heranzuziehen und mit Isidor zu beginnen, sowie einiges Wichtigere auchaus dem 10. Jahrh. hinzuzufügen.
Isidor zeigt sich bekannt mit den rhetorischen Schriften, die er in den Etymologiaestark ausbeutet, und mit einzelnen Reden. So benutzt er Differ. 1,118 in Verrem act. sec.or. 5, Etym. 1, 36,16. 2, 9,11. 13,1. 21, 6. 41. 44. 46 die catilinarischen Reden, 2, 21, 31 dieRede für Flaccus, 2, 9,10.13. 21, 33 die Miloniana, 2, 21, 9 die für Ligarius, 2, 9,12 und18,1,7 die zweite und achte Philippica, 12, 2, 21 die Scauriana; 3 ) außerdem kennt er nach2,15,2 die Topik, nach Different. 1,17 die Briefe (ad fam. 9,14, 5 und ad Brutum), nachEtym. 12,7, 37 die Prognostica, nach 19.1,20 noch andere Gedichte. Aldhelm scheint nur
') Nur in Cluni s. XII (Delisle, Le cab.2, 459 ff.) gab es Einzelübeilieferung, N.489paradoxa stoieomm Ciceronis, 495 topica, 497topica, 544 cum topicis.
2 ) Exzerpte gab Sedulius Scottus im Kol-
lektaneum (Cusan. 52 f. 262 b), kollationiertvon J. Kl ein, EineHs. des Nicolaus von CuesS. 86.
3 ) DanachHraban de universo8,1 (Migne111, 222).
Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 31