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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
Das Gedicht gaben heraus E. Narducci, Bullett. di bibl. e di stör. d. sei. matemat. e fisiche 15,517 f., Dümmler, PL.2, 683 und Schwenke p. 415. Persönliches daraus Vs. 111 f. Hoc opmexpUcuit, nomen cui est Hadoardus, Ordine presbiteri officioque cluit; 31 Ipse etenim dumforte foret nam bibliothecae Custos, contraxit quae libuit relegi. Daß es sich um ein Klosterhandelt und nicht um eine Kathedralbibliothek, geht wohl aus den reichen Bücherschätzenhervor. Zur Anfertigung der Exzerpte vgl. Vs. 33—36, zur Ansicht des Autors über seinWerk Vs. 43 —50, zu dem sonderbaren und ungeschickt erzählten Traum Vs. 63 —100. 1 )Spuren von Alchemie 93 Haud aurum fuerat verum, sed materiamen, Unde durum fieri artesciens quiverat (Prosodie!). Titel der Ciceroexzerpte in der Hs. f. 4 Inclpit de divina naturacolletlo (statt collectio) quaedam seeundum Tullium Ciceronem ceterosque philosophos ab ipsocommemoratos.
Sententiae philosophorum. Diese Sammlung kennt auch SeduliusScottus, der Teile davon in sein Kollektaneum aufnahm, s. Hellmann, Sed.Scottus S. 98. 100. Daß sie aber im Gedicht einem Censorinus beigelegtwird, hat wohl seinen Grund darin, daß der aufgenommene Teil einerExzerptensammlung entlehnt wird, die wirklich ein Censorinus angelegthat. Nämlich die Sententiae philosophorum erscheinen auch in der großenSammlung, die Richard von Fournival um 1250 erwähnt (Delisle, Le cab.des mscr. 2, 524 ff.) tab. 7, 84 (Ethik und Metaphysik), wo es unter derAufschrift Censorini exceptiones florum ex operibus quorundam sanetorum etphylosophorum moralium heißt Undecimo sententie quofumdam philosophorum. 2 )Diese Sammlung ist gallischen Ursprungs, da N. 8 als Octavo de epystolisSidonii erscheint und in N. 6 [Sexto de harenga Tullii pridie quam in exiliumiret) das französische Wort harenga den Zweifel am Entstehungslande aus-schließt. Die Benutzung durch Hadoard und die Erwähnung bei Richardstimmt auch dazu vollständig. Sidonius ist in der Sammlung 3 ) zeitlich derletzte Autor und da Hadoard sie benutzt, so ist es möglich, daß sie nochvor Isidor fällt, besonders weil Exzerpte aus diesem in ihr nicht erwähntwerden. Daß es sich bei Hadoard und Richard nicht um Censorin de dienatali bandelt, ist sicher, da Exzerpte aus diesem Autor bei Hadoard nichtvorkommen.*)
Ciceroexzerpte. Das philosophische Corpus in ABFMV (s. Schwenkep. 524 f.) erhält durch Hadoards Exzerpte seine älteste Überlieferung. Inalten Katalogen erscheint es höchst selten und niemals vollständig. Durch-aus bezeichnend ist, daß es in Bec s. XII (Catal. gen. depart. (8) 2, 396N. 80) dieselbe Ausdehnung hatte wie bei Hadoard, d. h. es fehlten die Topica;in derselben Weise ist das Corpus vertreten bei Amplonius von Ratinck 1412(Schum, Die amplonian. Bibl. S.821, 20) in einer großen Exzerptenhandschrift,in der außerdem auch sämtliche anderen bei Hadoard auftretenden Cicero-schriften vorhanden sind. An Bec schließt sich nach der VollständigkeitRichard von Fournival um 1250 an, der allerdings das Corpus ohne Topicaund De legibus 5 ) nach vier Hss. erwähnt, die aber zusammengestellt sind,
1 ) Was Schwenke S.411 hierzu berich-tet, erscheint nicht ganz sachgemäß; derSchwerpunkt liegt wohl in 97 traxit vetulasquoque capsas ... Archana haec quaedam in-terius sibi retinentes, d. h. wohl eben Hand-schriften.
2 ) Vgl. Manitius, Philol. a. alt. Biblkat.S. 4 f.
3 ) Mit ihr stimmt ziemlich der Prosateilder Flores auetorum im Berol. Diez. B. Santen.60 s. XIV f. 37a, vgl. Aulularia ed. Peipeip. XV.
4 ) Nach Narducci bei SchwenkeS.400n. 6.
5 ) Beide Schriften stehen voran, nämlichtab. 1, 21 und 2, 26.