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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Klosters steht bei Hariulf Chron. Centul. 3, 2, zum Teil neu gedruckt beiTraube p. 266. Vorzügliche kritische Ausgabe der Gedichte von TraubePL. 3, 294368. Dümmler, Neues Archiv 4, 515521.

73. Quaestiones grammaticae im Bern. 83.

Bin Teil des Bern. 83 wird von einer großen Anzahl Auslassungen übergrammatische Fragen eingenommen. Viele Stücke sind von einfachster Art,aber es finden sich doch auch manche Materien, die nicht so leicht zu be-handeln sind und dann mit einer ziemlich bedeutenden Kenntnis der älterenund der zeitgenössischen Literatur zur Erledigung gelangen. Die bunteMischung der behandelten Brägen, sowie einzelne unmittelbare Andeutungenlassen darauf schließen, daß man es mit dem Diktatheft eines Lehrers derGrammatik zu tun hat, der hier die Beantwortung mancher Brägen derLektüre anschloß, aber auch Belehrungen der Schüler auf breiterer Grund-lage vorbereitet hatte. Der Standpunkt des Lehrers der Sprache gegen-über ist der mittelalterliche, vor allem wird die Orthographie der Gegen-wart als zu Recht bestehend anerkannt. Da nun Stellen aus Alchvine,Theodulf, Einhart und Smaragd angeführt werden, so werden wir den Ver-fasser noch in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts zu setzen haben. DieErwähnung einer ganzen Reihe westfränkischer Orte ergibt, daß er inWestfranken lebte und wahrscheinlich zu Hautvilliers schrieb, während dieHandschrift selbst, die sich durch viele Behler als Abschrift ausweist, nachRheims geschenkt wurde. Wahrscheinlich aber war der Verfasser ein Frankeund kein Romane, da er an zwei Stellen germanische Worte anführt.

Diese grammatischen Abschnitte, die sich in willkürlicher Bolge an-einanderreihen (vgl. Hagen, Anecd. Helv. p. 172, 1. 15. 173, 30. 174, 11. 14,18 usw.) stehen im Bern. 83 s. X f. la16b und 63a74a (dazwischenNonius Hb. 4 stark verkürzt); daran schließt sich Alchvines Brief 126 (MG.Ep. 4, 185 ff.) Manche Stücke sind nur Worterklärungen, vgl. Hagen p. 174,1823, manche bestehen aus prosodischen Vorschriften, s.Hagen p. 173, 30 ff.,176,35 ff.; vielfältig werden orthographische Fragen behandelt, vgl. p. 174,35ff.;175, 7ff. 176, 4ff. Aus p. 180, 23f. (Scitis...legite), 184, 27. 34 (viele... inspice.. . dispexisti) und 187, 17 ff. geht deutlich hervor, daß der Lehrer zu seinenSchülern spricht. Zur Lektüre vgl. p. 174, 1425, zur mittelalterlichenOrthographie p. 178, 20; 179, 23ff. Wichtig ist die Kenntnis von AlchvinesBibeltext p. 179, 27 Älcuinus etiam . . . adoliscentem per omnem bibliothecam...iure per i proferenelum correxit; außerdem wird ein Halbvers p. 183, 22nostrae cathegeta 1 ) terrae = Ale. Carm. 72, 5 p. 294 aus den Gedichten an-geführt. Von Theodulf wird an einer jedenfalls verderbten Stelle p. 186,21(at studebamus corripuit Teudulfus et nieder etur. Sedulius: llle loquebatur nosstupebamus ait) zitiert Carm. 33, III, 8 p. 526. Einharts Vita Karoli wirdp. 187, 4 (Neun et Einhardus in vita Karoli Imperatoris eundem Karlum dixit

l ) Hagen hat caihegeta im Text fälsch-lich mit cathedra ersetzt. Zwischen 183, 22Bedae und nostrae muß eine Zeile ausgefallensein, in der die Quantität von cathegeta er-

örtert wurde. Von Alchvine erscheint außer-dem p. 174,1 Carm. 119, 6 p. 348. Aus diesemGedicht führt das Comment. Einsidl. in Dona-tum (Hagen, Anecd. p. 227, 3 ff.) Vs.28 an.