Smaragdus von St. Mihiel. 4ß7
die Grammatik in sehr hohem Ansehen gestanden haben, das später nurdurch den Donatkommentar des Remigius erreicht wurde.
Fortleben und Ueberlieferung. Die einleitenden Gedichte hat Micon für seinprosodisches Florileg benutzt, er gibt 5,13 (PL.l. 610) als Vs. 126 (PL. 8, 284) unter Sma-ragds Namen, ohne solchen 14,14 p. 615 als Vs. 4 p. 280. Sehr stark aber sind diese Ge-dichte ausgeschrieben worden durch den Mönch Angelomus von Luxeuil in dessen poetischenVorworten zu den Kommentaren in Genesim und in Regum, wie Dümmler, PL. 2,675—677in den Noten dargelegt hat. Der Verfasser der wohl in der Rheimser Gegend entstandenenQuaestiones grammaticae im Bern. 83 führt eine Stelle aus der Grammatik an, s. Hagen,Anecd. Helv. p. 185, 32 ff., wo gegen Smaragd polemisiert wird. Erweiterungen zum Textefinden sich in einem Fragment im Abrinc. 229 s. X f. 229 b—330, wo 2, 9 {De omonimis etsinonimis smaracdos) unvollständig steht und durch Bern. A.92 N. 22 f.4 (Hagen p.CCXLII)seine Fortsetzung findet, 1 ) vgl. E. Kaiinka, Wiener Stud. 16,115 f. Vielleicht geht auch einTraktat über die Präposition in auf die grammatische Tätigkeit Smaragds zurück; er stehtim Rotomag. 665 s. XII f. 57. 58 und berührt sich eng mit den Quaest. gramm. im Bern. 83(Hagen p. 175,18—28), mit Vinzenz von Beauvais, Specul. doctrin. 2,155 und mit dessenQuelle; den Traktat s. bei Kaiinka, Wiener Stud. 16.151—158. Die Aufschriften in altenKatalogen s.Neues Archiv 32, 670 f., wo Fleury s.X (B.30,19 Hamaracdum),' 1 ) Kremsmünster1012 (Pachmayr, Ser. abb. Cremifan. p. 871) und Marseille s.XII (Melanges historiques 1,662N. 161 und 663 N. 198) nachzutragen sind und sieben deutsche dreizehn französischen, zweienglischen und drei italienischen (Bobbio) Aufschriften gegenüberstehen. Danach ist auchdie ueberlieferung hauptsächlich französisch, nämlich Paris. 13029 (aus Corbie), 7551 und14089 s.IX, 7533, 11275, 18520 und nouv. acq.1832 s.X, Caroliruh. Aug.241 s.X, Bern.A 92N.22 s.XII— XIII. üeber spanische Hss. s. L.Traube, Abh. d. Bayer. Akad. 21.718. Vorredeund sonstiges hrsg. von Mabillon, Vetera analecta 2 p. 358; Vorrede und kleine Auszügebei H. Keil, De grammaticis quibusdam etc. p. 19 ff. Inhalt der vier Blätter des Bern. A 92hrsg. von H. Hagen, Anecd. Helv. p.CCXXXIX—CCXLVI; 3 ) Fragment im Abrinc. 229 s. Xf. 229b—230 hrsg. von E. Kaiinka, Wiener Stud. 16,113—115; Manitius, Neues Archiv36.60 ff. Die Gedichte hrsg. von Dümmler, PL. 1,608—615. Vgl. Hauröau, Singul. hist.et litt. p. 106—112. Wattenbach 1,227.
Daß Smaragdus noch ein anderes grammatisches Werk geschrieben hat,erfahren wir durch eine Aufschrift aus Köln s. XI (Ztschr. f. dtsch. Alter-tum 19, 467) Smaracdus de generibus metrorum. Und auch sonst helfen diealten Kataloge die Kenntnis von seinen Werken erweitern. Nämlich ausder Bibliothek von lieisbach s. XII geht hervor, daß Smaragdus auch schrieb(B. 133, 6) Smaracdus de VII plagis, und aus der von Trier (St. Maximin)s. XI — XII wird gemeldet (B. 76, 107) Smaragdus super partem psalterii.Allerdings hat schon Traube 4 ) die Schwierigkeit der Zuerteilung der über-lieferten Werke an den Abt von St. Mihiel und an den Abt von Anianebetont, die somit hierdurch noch wachsen würde; die Untersuchung desSatzschlusses könnte hier vielleicht helfen.
Außerdem scheint ihm noch andres zu gehören. Nämlich W. Meyer 5 )hat nachgewiesen, daß der im Mus. Brit. ßegius 12. C. XXIII s. IX ent-haltene Fürstenspiegel, den Dümmler herausgegeben hat, 6 ) nicht, wie diesermeinte, an Karl den Kahlen oder an einen Sohn Ludwigs des Stammlers,sondern an einen Sohn Ludwigs des Frommen gerichtet und nach 817geschrieben ist. An dieses Mahnschreiben schließen sich in der LondonerHs. sechszeilige Mahnverse, die an einen Karolinger gerichtet sind; siestehen auch im Cantabrig. Gg. 5. 35. s. XI f. 378—381 7 ) und im Matrit.14,22
') Fehlende Worte ergänzt Kaiinka, j 5 ) Nachrichten v. d. Kgl.Ges. d.Wiss. zu
Wiener Stud. 16,115.
2 ) Muß wohl Hamaracdum heißen.
3 ) Hagen p.CCXLVI im krit. Apparatzu 3 und 5 macht auf Aehnlichkeiten mit derArs des Julianus Toletanus aufmerksam.
4 ) Abh. d. Bayer. Akad. 21,718.
Göttingen 1907, 39 ff.
6 ) Neues Archiv 13. 191—196.
7 ) Danach hrsg. von Dümmler, Ztschr.f. deutsch. Altert. 21, 67 ff., mit der Ansicht,sie seien von Eugen von Toledo verfaßt.
30*