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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Smaragdus von St. Mihiel.

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also der Umkreis der von ihm benutzten grammatischen Literatur nicht,aber Smaragd entnimmt seinen Quellen ein reiches Material und ich wüßtekeine karolingische Grammatik zu nennen, in der soviel Beispiele für dieangegebenen Hegeln und soviel Wörter für die einzelnen Klassen genanntwerden. Hierzu geht Smaragd nicht selten über das hinaus, was ihm dieQuellen boten, wie er z. B. in 11,6 und 8 bedeutend mehr Adverbien auf-zählt als Priscian und in 9, 10 für die Figurae verborum andre und mehrBeispiele gibt als Donat, gegen den 1 ) er auch in 5, 2 bezüglich des Numerusvon scala, scopa und quadriga polemisiert.

Nun ist allerdings zuzugeben, daß der Standpunkt Smaragds von seinerEigenschaft als Kleriker stark beeinflußt wird; er wählt nämlich den Haupt-teil seiner Beispiele aus der Bibel, weniger aus den Vätern, von denen ernur Gregor 2 ) und Hieronymus 3 ) benutzt, obwohl er an einer Stelle ihreSchriften vom Standpunkt des Grammatikers mit besonderem Lobe bedenkt. 4 )Auch tritt der kirchliche Standpunkt sonst nicht wenig hervor. So läßt er,weil die Kirche diese Zahl fest angenommen hat, im Anfang seines Werkes 6 )acht Redeteile gelten, wobei er zugleich auf die mystische Bedeutung derAchtzahl eingeht; an anderer Stelle spricht er von einer Redefigur, die ereher für lateinisch als für griechisch hält, weil er.sie in der heiligen Schriftgefunden habe. 6 ) Ferner polemisiert er gegen Donat, 7 ) wie wir eben sahen,im numerischen Gebrauch einiger Wörter, da diese vom heiligen Geist(d. h. in der Bibel) anders gebraucht worden seien. Und 9, 1 wünscht er,daß die Abstammung des Wortes verbum von vere bonum von den Christenstets aufrecht gehalten werde. Aber auf der andern Seite geht er nichtnur zuweilen auf alte Verhältnisse zurück, wie er z. B. 6, 5 f. 22 a die Formenfiliabus deabus usw. sowohl von der Unterscheidung des Geschlechts vondeus und dea, als auch von testamentarischem Gebrauch herleitet, sonderner ist auch in der alten Literatur, besonders in der Poesie gut zu Hause.So gibt er eine große Menge Anführungen aus Vergil, die sich an manchenStellen sogar häufen; 8 ) auch Ovid wird mehrfach (besonders die Remedienund die Tristien) zitiert 9 ) und sogar Juvenal fehlt nicht 10 ) und an einerStelle wird auch Plautus 11 ) angeführt. Daneben finden sich allerdings auchhäufig Anführungen aus Sedulius, während nur ein Zitat (4, 4) aus AlcimusAvitus (Buch 5, 35 f.) genommen ist. Auch Isidor (stets Isiodor oder Isodorgenannt) wird für das Stoffliche mehrmals benutzt.

Neben diesem Zurückgehen auf antike und christliche Elemente hatSmaragd aber auch seine eigne Zeit und die Nation, der er angehörte, zu

>) Nämlich Keil, GL. 4, 376, 28.

2 ) Nämlich zu 2, 9. 4, 3. 8,1. 9,10.

3 ) Zu 10,1, XL

4 ) Zu 11,1 f. 45 a ut Agustinus disputatdiserte, Hyeronimus explicat eliganter, Am-brosius loqiiitur scolastice, CfregOriüs tractat»wraliter.

5 ) Nämlich 1,3 f. 2 b.

6 ) 9 2 f 29 b

') 5! 2 f!l8a." Außerdem 4, 3 f. 13 b.8 ) So besonders in 4,3 f. 13 b, 4,9 f. 16

und in 9,20 f.40a und 40b, während z.B.die Vergilzitate 4,2 f. 13 a aus Priscian GL. 2,Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX. 2.

144, 919 übernommen sind.

9 ) Vgl. 4, 3 f. 13 b und besonders 4,9 f. 16bis 17; 8,1 f. 26a; 9,9 f. 33b.

10 ) 4, 3 f. 13 b. Das Zitat ist allerdingsaus Priscian übernommen.

u ) Sie stammt aus PompeiusbeiKeil, GL.5, 240, 23, hat aber die weder hier noch beiCledonius (Keil 5, 59, 22) begegnende Lesartcaedite patri meo. Smaragd scheint eine Hs.des Pompeius benutzt zu haben, die A und Bnahestand, vgl. den kritischen Apparat beiKeil.

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